Schnäppchen – Wahnsinn?

 

Etwas Gutes für die Gesundheit und für den Erhalt der Jugendlichkeit tun, WER möchte das nicht?  Genau darum, bin ich vorgestern in der Abenddämmerung zu Fuss aus der Stadt nach Hause marschiert. Nach den Süssigkeiten zum Zvieri , war ich das mir und meiner Gesundheit schuldig. Bei der nahegelegenen Apotheke habe ich meinen Marsch unterbrochen, um meinen Vorrat an Augentropfen aufzustocken, bevor das Rezept abläuft.

Die Bedienung wie immer sehr kompetent und zuvorkommend. Jedes auch noch so kleine Schächtelchen, welches über den Ladentisch den Besitzer wechselt, wird vor der Übergabe im Hintergrund von einem weiteren Augenpaar begutachtet und beglaubigt. Für mich genügend Zeit, die Auslage bei der Kasse zu bestaunen.  Eine zugegeben elegante Pyramidenförmige Verpackung in einem dezent schimmernden Grün und Weiss mit unserem bekannten Schweizerkreuz.  Bereits beim Erkennen des Namens haben sich bei mir ganz spontan die ersten Stirnfalten geglättet.

Wildhorn?  Ja genau, Wildhorn und dahinter ein kleines R in einem KREIS? Der Name Wildhorn eine eingetragene Marke? Der Name eines Berges als eingetragene Marke, muss ich nicht verstehen!

Das Wildhorn ist ein laut Google eine Erhebung in der Schweiz!

Laut Wikipedia ist das Wildhorn mit 3‘248 m. ü. M. sogar die höchste Erhebung der Wildhorngruppe in den westlichen Berner Alpen in der Schweiz. Wikipedia weiss auch, dass der Berg einen Doppelgipfel mit einem Gipfelkreuz besitzt und dass über den Berggipfel die Kantonsgrenze zwischen Bern und Wallis verläuft.

Nichts von alledem steht auf der besagten Pyramidenförmigen Verpackung in der Apotheke.

Dort steht WILDHORN mit einem zugegeben wenig einfallsreichen Logo, welches mich eher an eine Fieberkurve oder an ein Börsenbarometer erinnert  –  WILDHORN FINE COSMETICS SWISS MADE!

Anstelle des Gipfelkreuzes, steht auf dem oberen Teil der Verpackung in Hochformat:  100% natural active ingredients SWISS ALPINE REGENERATION FACIAL OIL Pure local plant extracts.

Soweit so gut … ich entdecke auf der Auslage auch den Inhalt dieser ansprechenden Verpackung, ein  kleines Röhrchen, ebenfalls in schimmerndem Grün und Silber mit einem weissen Hut, welcher höchstwahrscheinlich Teil der darin enthaltenen Pipette ist.

Das Wildhorn war während 37 Jahren mein Hausberg. Mein Hausberg, ohne dass ich jemals auf dem Gipfel war. Weiter als bis zur Wildhornhütte haben meine Kondition und meine Vorliebe zum Wandern und Bergsteigen nie gereicht. Trotzdem liebe ich diesen Berg genauso, wie meinen heutigen Hausberg den vielbesungenen Moléson.

Ein kurzer Blick auf den Boden der Pyramide hat mir im Nullkommanix (schreibt man sicher nicht so) sämtliche Krähenfüsse und Lachfalten aus meinem Gesicht vertrieben. Das Mittelchen scheint also zu wirken 🙂 Inhalt 13 ml  –  Preis CHF. 180.00!

WOOOOW, für diesen Preis muss ja ziemlich viel Wildhorn drin sein und es muss sich tatsächlich um ein wahres Wundermittelchen handeln.

Meine Recherchen im Internet haben nicht wirklich viel ergeben. Das Einzige was ich gefunden habe, waren zwei Blogbeiträge und ein paar Bilder.  Laut besagtem Blogbeitrag und den Angaben auf der Verpackung besteht der Inhalt des extrem kostbaren Öls aus folgenden Zutaten:

99,9% der Inhaltsstoffe kommen aus der Schweiz. (0,01% natürliches Vitamin E) Zudem sind alle 100% der Inhaltsstoffe aktiv … muss ich das jetzt auch noch verstehen? Es geht echt SCHWEIZERISCH weiter mit Aprikosen- und Traubenkernöl aus dem Kanton Wallis, Kirschkernöl aus dem Kanton Wallis, Ringelblumenextrakt aus dem Kanton Waadt, Edelweiss-Blumenextrakt aus dem Kanton Wallis (von der im Wallis liegenden Rückseite des Wildhorns?) und Melissenextrakt und ätherisches Öl aus dem Kanton Waadt …. und noch viele weitere!  Als sehr POSITIV bewerte ich die Feststellung, dass das Wildhorn Öl NICHT an Tieren getestet wurde. Aber wie bringt man wohl so viel Wirkstoffe in so eine kleine Menge?

Ob ALL das den Preis von Fr. 180.00 für nur 13ml Wert ist? Kein Mensch braucht ja wohl einen ganzen Liter von diesem Wundermittel aber ein Literpreis von Fr. 13‘846.15 Franken finde ich persönlich einfach den absoluten Wahnsinn. Oder nennt man das jetzt vielleicht einfach Dekadent? Stellt euch mal vor, was eine vierköpfige Familie mit diesem Geld alles anstellen könnte? Es gibt sogar mehrere kleinere NEUWAGEN in dieser Preiskategorie.

Ich werde es definitiv nie selber herausfinden weil ich NIE und NIMMER so viel Geld für so viel Versprechen und so wenig Inhalt ausgeben würde.  Was meint Ihr dazu?  Vielleicht wäre das ja das passende Weihnachtsgeschenkt für die Schwiegermutter oder so? Falls ihr eigene Erfahrungen mit diesem Schnäppchen-Wunderöl habt, würde mich das wirklich sehr interessieren. Mein Erstaunen hat meinen Falten zumindest für ein paar Tage extrem viel Spannung bereitet … irgendwie fast wie ein Gratis Lifting 😊

Eure staunende Piccolina

 

Im FAST – Digitalen Outback …

Swisscom sei Dank, darf ich seit vorgestern Abend testen wie es sich im FAST Digitalen Outback so lebt.  Glücklicherweise reichen meine Technikkenntnisse aus für einen Mobilen Hotspot via meinem funktionierenden Handy herzustellen, um mich wieder als Teil der modernen Gesellschaft zu fühlen und um diesen Beitrag hochzuladen.

Kein Internet, kein Festnetz-Telefon, kein TV … nicht mal Internetradio.  Die Informationen von Swisscom sind sehr spärlich und erst auf einigen Umwegen habe ich heute herausgefunden, dass die Störung voraussichtlich bis am Abend vom 3. Dezember andauern wird.  Störung ? Ich nenne das einen Totalausfall.

Ich glaube, ich gehöre hier zu den wenigen „auserwählten“ bisher eigentlich immer zufriedenen Swisscom-Kunden die nun von diesem Ausfall betroffen sind. Die Mehrzahl der Bewohner hier sind bestimmt Netplus-Kunden.

Es ist ärgerlich aber da ich eh fast nie TV schaue (Skirennen lässt sich auch via Handy verfolgen) ist der Schaden nicht wirklich gross und mit meinem mobilen Hotspot bin ich ja Internetmässig gerettet!

Ich wünsche euch ein schönes, ruhiges und besinnliches erstes Adventswochenende und mir wünsche ich, dass die Swisscom den Fehler finden und beheben möge.

Mein Wochenende wird  dank DAB-Radio, Piano spielen und mit arbeiten bestimmt trotzdem schön und gemütlich werden.

aus dem digitalen Outback grüsst euch eure Piccolina

P.S. kaum zu glauben, 30. November ca. 14h und es läuft schon wieder 🙂

Schwarzfahren an Black Friday …

Was soll denn plötzlich diese Hysterie von wegen BLACK FRIDAY?

Müssen wir eigentlich alles übernehmen, was die Amis uns vorleben, dass darf doch wohl nicht wahr sein. Valentine’s Day, Halloween, Black Friday, Thanksgiving … auf jeden Fall ist das Ziel immer das Gleiche – Umsatz steigern.

Ich war heute mit einer lieben Freundin beim Thai essen und dann gings zu Fuss zurück durchs Städtchen nach Hause.  An jeder Ecke war es zu sehen. Hier ein Plakat,  da ein Ständer auf dem Trottoir, dort ein riesiger Kleber am Schaufenster und überall ganze Heerscharen von Luftballons mit dem Hinweis auf Black Friday. Die Strassen waren voll, die Parkplätze alle besetzt und die Leute irrten schwer beladen umher.  Ob morgen Weltuntergang ist und heute die letzte Möglichkeit war um Geld auszugeben? 🤔 Ich möchte nicht wissen, wieviel Prozent von den Käufern ihr 50 % Schnäppchen morgen zu 100 % bereuen?

Wieviel unnötiges Zeugs wurde eingekauft, nur weil man uns vorgaukelt es sei gerade heute besonders günstig.  

Für Einige war es auch ohne zu bereuende Einkäufe heute ein eher schwarzer Tag, hat man uns doch beim Verlassen des Busses kontrolliert ob wir gültige Fahrausweise haben. Es herrschte plötzlich ziemlich Hektik und es schien, dass nicht alle den Begriff Black Friday richtig interpretiert hatten. Schwarz Fahren war heute definitiv nicht im Sonder-Angebot! 

Zuhause am Computer, habe ich nicht schlecht gestaunt über all die Mails in meiner Mailbox. Für einmal habe ich mir aber die Mühe genommen, all die unerwünschten Werbemails und Newletters näher anzuschauen und nach einer ABMELDEN Möglichkeit gesucht.  Ob es wirklich was bringt werde ich wahrscheinlich erst im Laufe der Zeit merken und sonst, werde ich mich spätestens nächstes Jahr am Black Friday wieder daran erinnern und die Abmeldungen erneuern.

Eine schönen Abend wünsche ich EUCH ALLEN und ich hoffe, ihr müsst keinen, auch noch so kleinen Black Friday Kauf bereuen.

Falls Ihr aber glaubt, etwas verpasst zu haben … es dauert gar nicht mehr lange bis der Ausverkauf wieder beginnt!

Schönes und erholsames Wochenende nach dem anstrengenden Black Friday

eure Piccolina

Zwei Jahre ist es her … — MODEPRALINE

Zwei Jahre HOFFEN und BANGEN und KÄMPFEN.  Kein Mensch, der diese Situation als Betroffener oder Angehöriger nicht miterlebt hat, weiss nur ansatzweise was das bedeutet.

Vielleicht ist es auch gut, dass niemand weiss was morgen ist. Wünsche euch weiterhin viel Kraft und Mut und eine riesige Portion Glück besonders für den Göttergatten aber auch für das ganze Family-Dreamteam! Nicht aufgeben und auch in der schwierigsten Situation versuchen positiv zu denken! Ich drück euch ganz fest und bin in Gedanken bei EUCH!

 

Der 12. November – es sind zwei Jahre her. Vor zwei Jahren wurde uns von einer Sekunde auf die andere der Boden unter den Füssen weggezogen. Ohne Vorahnung, ohne Vorwarnung, ohne ein sachtes Gespräch wurden wir mit der Krebsdiagnose meines Göttergatten konfrontiert. Auf dem Korridor des Krankenhauses. Der Boden unter den Füssen tat sich auf […]

über Zwei Jahre ist es her … — MODEPRALINE

Krankes Gesundheitssystem — MODEPRALINE

Wie recht du hast Modepraline. Wenn ich damals im Juli 2016 den Wissenstand von heute gehabt hätte … ich wäre bestimmt für meinen Herzmenschen sehr viel kämpferischer gewesen. Im Nachhinein weiss man immer alles besser aber die Diagnose unheilbar und palliativ war ein zu grosser Schock. Unsere Onkologin war trotz allem das BESTE was uns an der ganzen traurigen Geschichte dennoch passiert ist. Er hatte Vertrauen und ich auch und das war sehr hilfreich umso mehr wir keine so tolle kämpferische Familie und Freunde im Rücken hatten wie dein Göttergatte. Alle waren schlichtweg überfordert.
IHR aber, ihr macht das so SUPER und ich wünsche euch viel Kraft und dass es noch sehr lange weitergeht. Ich denke an euch und drück euch ganz fest!

 

Nach zwei Jahren intensivem Lebenskampf an der Seite meines Göttergatten wissen wir eines mit Sicherheit: Unser Gesundheitssystem ist krank, sehr krank! Wenn man von einem Tag auf den anderen auf den Onkoplaneten katapultiert wird, hat man zwei Möglichkeiten: Entweder, man macht sich selber ganz schnell schlau und wird zur Kampfsau an der medizinschen Front … […]

über Krankes Gesundheitssystem — MODEPRALINE

XS passt …

Oh nein, ich habe nicht an Gewicht verloren und passe nun in XS. Im Gegenteil, ich habe diesen wundervollen Sommer so sehr genossen und dabei habe ich bestimmt kein einziges Gramm verloren 🙂 Und doch … ich habe zum ersten Mal in meinem Leben ein Teil in Grösse XS gekauft und es passt wie angegossen.

Mein Element ist bekanntlich das Wasser und ich habe auch diesen Sommer viel Zeit im und auf dem See genossen. Als es endlich etwas weniger heiss war, habe ich mit meinem Motorrad ein paar schöne, wenn auch zum Teil emotionale Ausfahrten gemacht. NUN aber, freue ich mich auf den Winter. Egal wie der Winter werden wird, ich freue mich auf die kühlen Temperaturen, auf die kürzer werdenden Tage und auf die langen Nächte. Zuhause bleiben, meine schöne Wohnung geniessen. Endlich an meinen Aufträgen arbeiten, ohne Angst zu haben, draussen etwas zu verpassen. Meinen Schwedenofen wärmen, leuchten und knistern zu lassen, Kerzen anzünden, viel mehr Piano üben und vielleicht sogar ab und zu mal etwas kochen? All das und vieles mehr sind meine Pläne für die kommenden Wochen oder Monate.

Zwischen Töff Touren und Winterspaziergängen und ebenso zwischen Schneeschuhlaufen und Standup Paddel gab es aber noch jede Menge Raum und auch freie Zeit für ein neues Abenteuer.

Genau das, ist jetzt mein neues E-Bike in Grösse XS! Jawohl, Grösse XS und es ist das erste Mal, dass ich mich auf einem Fahrrad wirklich wohl fühle. Auch der neue Helm sitzt bestens und so ist es kein Wunder, dass ich in den vergangenen Tagen und Wochen einfach nicht zum Schreiben gekommen bin. Die Gegend hier ist so wunderschön und zum Velofahren bestens geeignet. Meine neue Heimstrecke beträgt zwar im Moment nur ca. 25 km aber mit einem Höhenunterschied von bloss ca. 250 Metern ist sie bestens für mich als Anfänger geeignet.

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JETZT aber, ist wohl auch das vorbei und für morgen, passend mit der Winterzeit, ist endlich der langersehnte Wetterumschwung angesagt. Meine Pflanzen haben heute ihr Winterquartier im Treppenhaus bezogen und diejenigen, die im Winter auf der Terrasse bleiben, haben ein schönes Winterkleid bekommen.

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Mein Töff und mein neues E-Bike tragen einen feinen Wintermantel und haben seit heute Gesellschaft von einer knallgelben Vespa, welche mit ihnen das Winterquartier in der Einstellhalle teilen wird.

Zwar freue ich mich auf den Winter und auf Schnee und Kälte aber ich glaube ich werde meine Weggefährten auch ein wenig vermissen und mich dann umso mehr wieder auf den Frühling und auf neue Abenteuer auf zwei Rädern freuen.

Eines bin ich mir ganz sicher, egal was meine Waage im nächsten Frühling anzeigen wird, mein XS E-Bike passt auch im nächsten Frühling noch bestens.

Danke meinen Freunden und Lesern die meine Beiträge ein bisschen vermisst haben und mich mehrfach angefragt haben, warum ich denn nicht mehr schreibe. Ich bin wieder zurück aus meiner Sommerpause und ich werde versuchen, die Winterzeit wieder vermehrt zum Schreiben zu nutzen … so ich denn etwas zu berichten weiss.

Sommer 2018 du warst einfach wunderbar und ich hoffe auf ein Wiedersehen (vielleicht etwas weniger heiss und etwas weniger trocken) im nächsten Jahr. Ob mit oder ohne Sommerzeit … es ist jetzt höchste Zeit für einen schönen Winter!

eure XS-Piccolina

Ausgekocht – Ende Feuer …

Es gab Zeiten, da habe ich sehr gerne gekocht. Zusammen mit meiner Mutter, für meine Eltern, für Gäste und später zusammen mit meinem Mann. Er war gelernter Koch und obwohl er schon lange nicht mehr in der Küche gearbeitet hat, war er ein leidenschaftlicher Koch und wir verbrachten unzählige Stunden zusammen in der Küche.  Zugegeben … manchmal wurde ich der Küche verwiesen, weil ich es als Laie nicht lassen konnte, dem Profi reinzureden oder immer wieder zu fragen, WARUM oder WARUM NICHT?

Nach dem Tode meines Mannes wurde es schwierig. SEHR schwierig! Ich liebe meine schöne Küche aber kochen, nein kochen mag ich gar nicht mehr. Schon das Einkaufen ist für mich immer eine Qual, weil ich von dem ganzen Überangebot in den Läden überfordert bin und mich irgendwie nie entscheiden kann. (Zu diesem Thema passt auch dieser frühere Beitrag). Oft kaufe ich ein und zuhause mag ich es kaum mehr ansehen, nicht kochen und schon gar nicht mehr essen. Wenn ich früher meiner Mutter eine Freude machen wollte, gab’s bei uns zum „Znacht“, Café complet. Brot, Butter, selbstgemachte Confi (das ist ein MUSS) und etwas Käse oder mal eine Scheibe kaltes Fleisch. Vielleicht mal ein Joghurt oder Früchte oder Gemüse-Rohkost. Oder auch mal ein Früchtekuchen oder ein Birchermüesli.

Alleine zu kochen finde ich schrecklich und noch viel schlimmer ist das alleine am grossen Tisch sitzen und essen. Also gehe ich öfters ins Restaurant. Ich kenne nach zwei Jahren fast jedes Restaurant in der Gegend und bin abgesehen von einem einzigen Mal, ausgerechnet an meinem 60 Geburtstag, immer zufrieden gewesen. Sicher, es gab Highlights und auch nur Nahrungszufuhr ohne speziellen Genuss aber ich schaffe es locker, in jedes noch so gute Restaurant, allein essen zu gehen.

Meine Essensvorräte zuhause sind aber immer noch vorhanden und ab und zu komme ich leider auch in Versuchung noch etwas dazu zu kaufen. Man kann ja nie wissen 😉

Heute war nun wieder mal genau so ein Tag. Ich wollte einfach nur zuhause bleiben und ein paar Stunden zügig arbeiten um einen Auftrag fertig zu machen. Also ein Blick in meinen kleinen, mehrheitlich mit selbstgemachter Confi ausgestatteten Mini-Tiefkühler. Ein halbes Schweinsfilet und Blattspinat war noch da und sollten weg.  Irgendwann war ich wohl auch wieder mal schwach geworden und habe mich von einem Paket  GOURMET-Kartoffelpüree mit Steinpilzen um den Finger wickeln lassen.

Was ich jetzt nach diesem Kochen resp. Essen ganz sicher weiss … NIE MEHR! Das BESTE war meine selbstgemachte Sauce mit den wirklichen getrockneten Steinpilzen. Das Schweinfilet war …. na ja und Blattspinat mag ich definitiv nicht mehr.  Aber dieses GOURMET-Kartoffelpüree – kurz gesagt UNGENIESSBAR.  Vier Pfannen zum Putzen und auch noch ein verspritzter Herd für diesen „Schlangenfrass“.  NIE WIEDER!  Ehrlich, wer um Himmels Willen kann diese Pappe essen?  Ich bin mir sicher, eine gestampfte Kartonschachtel wäre geschmacklich nicht minderwertiger gewesen.

Kurz und gut, ENDE FEUER – ausgekocht. Bei mir gibt’s höchstens noch Eintöpfe, Suppen in allen Variationen, etwas Feines vom Grill, ein Ofen- oder  Wok-Gericht, eine Paella und ganz viel kalte Küche inkl. Café complet.

Den Rest überlasse ich mit Freuden den leidenschaftlichen Köchen in all den tollen Restaurants, welche ich immer wieder gerne besuche. Meine Kochleidenschaft hat endgültig ausgelitten.

Ich kenne ein paar wirklich gute Adressen! Falls also jemand von euch mal Lust hat Essen zu gehen, meldet euch doch einfach :-))

eure ausgekochte Piccolina 🙂

Glück gehabt …

Schon oft habe ich in meinem Leben Glück gehabt. Leider kenne ich aber auch die andere Seite und wie man sich fühlt wenn man kein Glück hat. Heute sind es genau zwei Jahre, dass ich mit meinen beiden Katern Grisou und Skippy hier in Riaz in meine wunderschöne Wohnung eingezogen bin. Diese traumhafte Wohnung zu finden war ein absoluter Glücksfall. Umso trauriger und schwerer war es dann, die Schlüssel für die Wohnung nur gerade 10 Tage nach dem Tode meine geliebten Mannes in Empfang zu nehmen. ER hatte sich so sehr auf dieses neue Zuhause und auf das Greyerzerland gefreut.

So wechseln Glück und Unglück im Leben und wir müssen jeden Tag aufs Neue lernen damit zu leben und zu akzeptieren.  In den letzten zwei Jahren habe ich sehr viel liebe Freunde gefunden und ich bin wirklich sehr dankbar für jede einzelne Begegnung.

Von einem ganz besonderen geräuschvollen Glücksfall muss ich euch aber jetzt berichten. Bekannterweise trage ich ja seit 12 Jahren zwei Hörgeräte. Es sind Hörgeräte der neusten Generation und entsprechend nicht ganz günstig. Wenn ich alleine bin, trage ich die Geräte eher selten. Zwar führe ich öfters mal Gespräche mit mir selber aber das kann ich auch ohne Hörhilfen. Beim Piano spielen ist es unterschiedlich. Ohne Kopfhörer spiele ich mit und sonst mit dem Kopfhörer natürlich wieder ohne.

Neulich hatte ich Besuch in meinem kleinen Paradies am schönen Greyerzersee und um auch wirklich ALLES zu verstehen, trug ich logischerweise meine Hörgeräte. Ich bin bekanntlich eine Wasserratte und springe öfters mal ins erfrischende Wasser.  Voller Freude stürzte ich mich in den See, eine halbe Drehung auf den Rücken und rückwärts mit dem Kopf ins Wasser.  OMG … was war das für eine Lärm. Es war, als ob ich direkt in einem Wasserfall stehen würde. Ein Schreck fuhr mir durch die Glieder und ich wurde dadurch fast aus dem Wasser zurück an den Strand katapultiert.  Ein kurzer Griff an meine Ohren bestätigte mir meine Befürchtungen.

Uuppps … ich also wie ein Tornado zurück über den Zeltplatz zu meinem Hüsli und sofort raus mit den teuren Dingern die einen solchen Lärm in meinen Ohren veranstaltet haben. Klappe auf, Batterie raus … sofort zum Sonnenbad, resp. zur Trocknung ausgelegt.

Ein paar Stunden später habe ich mit sehr mulmigen Gefühl und ziemlich Herzklopfen die Batterien verstaut, die Klappe geschlossen und welch GLÜCK, der befreiende Signalton ertönte nacheinander in meinen beiden Ohren.

Das war wirklich Glück und ich glaube kaum, dass mir das noch einmal passieren wird. Man muss ja das Glück nicht herausfordern oder bewusst zu sehr strapazieren. Es spricht für die Qualität meiner Geräte und ich hoffe doch sehr, dass es keine langfristigen Folgen haben wird.

bin also weiterhin (meistens) ganz Ohr, eure Piccolina

 

 

Kultur oder „Cool“-Tour im Fussball-Fieber …

Ich gebe es gerne zu, ich habe NULL Ahnung von Fussball.  Wirklich NULL Ahnung oder vielleicht sogar schon eher -NULL. Das Einzige was ich weiss, es braucht einen Ball und ein paar (sind es elf?) Männer, die EINEM Ball hinterher rennen und es gibt ein resp. zwei Tore, wo der besagte Ball rein muss. Dass es sich dabei um das Tor des Gegners handeln sollte, dass weiss ich auch noch, sonst wäre es ja ein Eigentor. Sonst aber, habe ich wirklich keine Ahnung von Fussball, weder von den Regeln, noch wie die einzelnen Linien oder Positionen der Spieler heissen.

Um einer Nichte meines verstorbenen Mannes eine Freude zu machen, fuhr ich gestern mit dem Bus in die Stadt, um mir ein Konzert des traditionellen gemischten Chores anzuhören. Es ist nicht wirklich meine bevorzugte Musikrichtung aber es war ganz schön. Nach dem gemischten Chor sangen 4 Männer im vorgerückten Seniorenalter. Ihr Repertoire war sehr umfangreich und sie haben ihren Auftritt lange genossen. Die Zuhörer auch!

 

Halb verfroren ging’s dann weiter zum traditionellen „vers d’amitié“. Dieses „Glas unter Freunden“ war sehr reichhaltig und ähnelte eher einem Brunch-Buffet.

Ich mag’s ja bekanntlich auch nicht, wenn es heiss ist, aber gestern war es wirklich kalt und so langsam war ich am coolsten Punkt des Abends angelangt und wollte nur noch schleunigst zum Bus und nach Hause.  Aber „ohalätz“ da habe ich nicht mit all den Fussball-Fans gerechnet.

Genau in diesen Minuten begann das grosse Hupkonzert und das Verkehrsaufkommen in der Stadt nahm innerhalb Minuten einfach gigantische Ausmasse an. Ironie des Schicksals, ausgerechnet ich als NICHT-Fussball-Fan gerate zum zweiten Mal direkt in die ausflippenden Fans mitten in der Stadt!  Wann ist der nächste Match mit der Schweiz. Ich will unbedingt wieder in die Stadt, vielleicht bin ich ja sowas wie ein Glücksbringer für die Schweizer Fussballer.

Es ging rein gar nichts mehr in der ganzen Stadt. Der Lärm … ein Wahnsinn aber trotzdem war es schön, all die zufriedenen, glücklichen Menschen zu sehen die ALLE nur aus einem und demselben Grund feiern und jubeln. Das ist definitiv die gute Seite des Sports. Ich habe mich einfach gefragt, wie viele enttäuschte Serben wohl in dem Umzug mitfahren und mit hupen?  In diesem Moment wurden sie wohl alle einfach zu Schweizer Fans und das ist doch schön und besser als irgendeine Schlägerei.

Dass der Bus wohl kaum mehr fahren würde, ist mir sehr schnell klar geworden und so wanderte ich also die 4,5 km nach Hause, dem kalten Wind entgegen marschierend. Erst auf halbem Weg nach Hause habe ich realisiert, dass ich immer noch meine Sonnenbrille auf der Nase trage.

Weiter so, liebe Schweizer Fussballer … go go go und ich verspreche euch, wenn ihr noch mal einen Punkt holt, werde ich mir den ganzen folgenden Match in der Stadt in einem Public Viewing anschauen. Als Glücksbringer oder einfach nur aus Freude an der grandiosen Stimmung.

eure Piccolina im WM-Fieber

 

 

Phase BLAU …

Ich befinde mich gerade in Phase BLAU. Das heisst nicht, dass ich jeden Abend sturzbetrunken das Schlüsselloch oder mein Bett suchen muss. Auch nicht, dass ich ständig BLAU machen würde, obwohl die Tendenz ganz offensichtlich in diese Richtung geht.

Ganz unbewusst habe ich diesen Frühling blaue Kleider gekauft. Das ist mir erst im Nachhinein irgendwann mal aufgefallen. Dann kam die Idee mit dem Auto und ich kann bestätigen, ich habe mich für den BLAUEN entschieden. Wunderschönes BLAU und schwarzes Dach. Richtig elegant sieht er aus, mein neuer Flitzer.

Ich war schrecklich aufgeregt und hatte fast schlaflose Nächte. Ich konnte mir das Fahren mit dem Automatikgetriebe einfach nicht vorstellen. Die Testfahrt war sehr kurz und die Tatsache, dass der Garagist neben mir Platz genommen hat, fand ich mehr als nur mutig.

Beim Mittagessen mit Freunden wurde ich so richtig auf die Schippe genommen. Sie wollten die Polizei avisieren, dass am Nachmittag ein Geisterfahrer in BLAU, resp. ein BLAUES Auto ohne sichtbaren Fahrer auf der Route de Vevey rumstottern würde. Ein befreundeter Polizist in Rente hat sogar angeboten mich zu begleiten. Als mutiger Beifahrer oder im Konvoi – notfalls mit BLAU-Licht.

Haha … ich bin selber schuld, ich habe meine Angst öffentlich gemacht aber ich habe keine Probleme mit all diesen Sprüchen. Automatik fahren kann jeder Doofe, so lauteten auch gut gemeinte Ratschläge. Meine Angst, plötzlich mit dem linken Fuss eine Vollbremsung zu machen war gross. Meine Idee mit nacktem Fuss zu fahren, fand auch nicht wirklich Zustimmung. Der fehlende Schuh sollte mich doch nur rechtzeitig daran erinnern, dass mein linker Fuss ab sofort nur noch stiller Beifahrer ist.

Am Freitag war es dann soweit und ich habe mit einem weinenden und einem lachenden Auge meinen liebgewonnen Suzuki bei der Garage abgegeben. Wir waren doch ein gutes Team und er hat mich nie auch nur eine Sekunde im Stich gelassen. Eimerweise Tränen habe ich in den Suzuki vergossen. Er hat er mir das nie übel genommen und er wird meinen Kummer für sich behalten.

Die Instruktion in der Garage war kurz und klar und schon war es soweit. Ich fasste meinen ganzen Mut und los ging’s. Alles war NEU und fast alles war ANDERS aber schon nach ein paar Kilometern hatte ich ein relativ gutes Gefühl. Nur dieses vermehrte „Bibip“ war etwas ungewohnt und für mich teilweise kaum hörbar. Vielleicht lässt sich ja das Warn-Bibip direkt via Bluetooth auf meine Hörgeräte schalten? Das wäre doch eine wirkliche Hilfe. Nicht das „Kind“ im Ohr, sondern das Auto im Ohr.

Am Sonntag habe ich dann mal die ruhige Stadt und sämtliche Kreisel befahren und wenn ich jetzt in ein Parkhaus fahre, suche ich immer mindestens 5x einen anderen Parkplatz um ein bisschen zu üben. Vorwärts, Rückwärts oder eben jetzt D und R und P! Na ja, die Positionen zu finden ist noch nicht so ganz Routine aber es wird schon werden.
Auch an die Tatsache, dass mein Auto jetzt einfach losfährt sobald ich das Bremspedal loslasse, werde ich mich sicher schnell gewöhnen können.

Auf jeden Fall macht es wirklich Spass und die Fahrweise ist definitiv viel entspannter, als ständig mit einem Fuss auf der Kupplung stehen zu müssen. Alle anderen Tricks und Tipps werde ich mit der Zeit sicher noch kennenlernen.

BLAU geht irgendwie plötzlich wie ein „roter“ resp. blauer Faden durch mein Leben. Seit Jahren benutze ich die gleiche Computermaus und erst heute fällt mir auf. BLAU mit schwarzem „Dach“. Mein „Hüsli“ am blauen See ist blau, mein SUP-Paddel ist blau-weiss und heute hat mir der Briefträger zusammen mit einer Rechnung eine kleine Taschenlampe als Geschenk überreicht. Ihr braucht gar nicht zu raten, sie ist BLAU.

Grad war ich noch beim Friseur und habe mir einen Sommer-Schnitt gegönnt. Nein, meine Haare sind nicht BLAU da bleibe ich bei meinem natürlichen Grau-Mix. 😄

Liebe Freunde, für heute ist genug … ich mach jetzt BLAU, das drängt sich einfach grad auf!

herzlichst
eure Piccolina-BLUE