SCHWARZ wie die Nacht …

Müsste ich auf die Frage nach meiner Lieblingsfarbe antworten, ganz spontan wäre meine Antwort wahrscheinlich SCHWARZ.  Aber halt … SCHWARZ ist bekanntlich gar keine Farbe.

In Wikipedia steht ganz am Anfang zum Suchbegriff „Schwarz“ folgendes

Schwarz ist die Bezeichnung für eine Farb- und Helligkeitsempfindung, die beim Fehlen eines visuellen Reizes entsteht, also wenn die Netzhaut keine Lichtwellen oder nur Lichtwellen geringer Intensität im sichtbaren Spektrum wahrnimmt. (Wikipedia)

Soweit so gut! Ich sass heute in einer unlängst renovierten Brasserie-Bar mit SCHWARZ-WEISS gekacheltem Boden und genoss meine zugegeben sehr speziellen und farbigen Ravioli an Ruccola-Pesto. Meine Papierserviette war schwarz. Die Serviette im Brotkörbli stammte aus gleicher Quelle.

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Mir gefiel es, ich mag SCHWARZ. Am Nachbartisch sassen neun Ladies die vergnügt plaudernd ihre schön hergerichteten Club-Sandwichs genossen. Sieben davon waren überwiegend in SCHWARZ gekleidet. Am Nebentisch eine junge, SCHWARZ angezogene Mutter mit ihrem ungefähr 2 Jahre alten Mädchen – in SCHWARZ. Sogar die Kleine trug schwarze Leggins und einen schwarzen Pulli welcher nur mit einer lustigen farbigen Figur verziert war. Die blauen Gummistiefelchen waren der wirkliche Hingucker an der Kleinen.

Bevor mein Blick weiter schweifte, sah ich kurz an mir selber herunter und ich entdeckte ohne Erstaunen ein Gemisch aus SCHWARZ-WEISS und blauen Jeans. Wohin ich auch schaute, ich sah plötzlich überall SCHWARZ. Das heisst jetzt aber nicht, dass ich auch Schwarzfahrer oder Schwarzseher bin. Ich liebe SCHWARZ und so ist es auch nicht verwunderlich, dass es in meinem Kleiderschrank die vorherrschende Farbe ist. Ich kann es nicht erklären und es ist mir in diesem Ausmass bis heute auch nicht wirklich bewusst gewesen.

In der Vergangenheit hat mir eine Freundin mal gesagt, ich solle jetzt aufhören SCHWARZ zu tragen. Ich empfand es als Anspielung ich sollte meine Trauer nicht mehr „tragen“ und wehrte mich dagegen. Sie meinte aber nur – SCHWARZ sei keine Farbe für Frauen in meinem Alter. Wie charmant einige Mitmenschen doch auch sein können!

SCHWARZ und WEISS bestimmen irgendwie mein Leben.  Als Scherenschneiderin arbeite ich seit 34 Jahren nur mit schwarzem Papier. Seit ein paar Monaten habe ich eine neue Leidenschaft, ich lerne Piano spielen. Bis jetzt spiele ich zwar fast ausnahmslos mit den weissen Tasten aber ich weiss ganz genau, irgendwann werde ich auch mit den schwarzen Tasten spielen können.

SCHWARZ ist und bleibt meine Lieblingsfarbe auch wenn es laut Google & Co. gar keine Farbe ist. Der für mich wirklich einzige Nachteil von SCHWARZ – die Katzenhaare von meinen beiden Mitbewohnern sind deutlich sichtbar und auch meine eigenen langsam grau werdenden Haare lassen sich zu gut auf SCHWARZ erkennen. Trotzdem werde ich mir aber meine Haare bestimmt nicht mehr färben.

Was ist denn so eure Lieblingsfarbe und warum? Habt ihr euch das schon mal überlegt?

eure farblose Piccolina

 

 

 

 

Märzenschnee-Wasser 2018

Die Abfüllung von Märzenschnee-Wasser wurde mit meinem Wegzug aus dem Saanenland ad acta gelegt … oder doch nicht? Pünktlich zum 1. März ist gestern hier an meinem neuen Zuhause die überraschende und stattliche Lieferung von 16 cm frischem, schön weissen Märzenschnee eingetroffen. Zwar nicht zur Freude aller aber das ist ja bei jedem Wetter das Gleiche!

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Früher war es ein alljährlich wiederkehrendes Ritual, an welches ich jetzt ohne Hilfe der Zeitung aus der alten Heimat wohl kaum mehr gedacht hätte.  Mein Vorrat an Märzenschnee-Wasser ist für meinen 1-Personen Haushalt noch mehr als reichlich aber trotzdem will ich doch testen, was das Greyerzer-Märzenschnee-Wasser wert ist.

Der eingesammelte Schnee schmilzt nun in den Schüsseln vor sich hin. Vorsichtshalber habe ich die Schüsseln mit Folie und Tellern abgedichtet. Ich will den Märzenschnee ja in eine Flasche abfüllen und nicht etwa als Luftbefeuchter einsetzen. Es braucht übrigens grosse Mengen von Schnee, um bloss einen Liter Wasser zu bekommen.

 

Was ist dran an der Geschichte mit dem Märzenschnee-Wasser? In meiner Familie war dieses kostenlose Heilmittel bei Sonnenbrand und Verbrennungen immer zur Hand. Bei meinem Umzug 2016 habe ich im Keller eine Flasche gefunden mit einer Etikette 1980. Mir war klar, dass diese Flasche den Umzug nicht mitmachen würde und ich habe aus Neugier die Flasche aufgemacht. Nichts, kein Geruch und rein gar nichts. Ich hätte das Wasser wahrscheinlich sogar trinken können. 

Für alle Ahnungslosen unter Euch, die vielleicht noch NIE etwas von Märzenschnee-Wasser gehört haben, folgt hier eine ganz einfache Erklärung. Märzenschnee-Wasser ist ein Volksheilmittel, welches vor allem in den Bergen über Generationen überliefert wird. Es wird benutzt für alle Arten von Verbrennungen und Sonnenbrand aber sollte NICHT auf offenen Wunden angewandt werden. Es wirkt sehr gut kühlend und verhindert bei sofortiger Anwendung auch das Entstehen von Brandblasen.

Mein Mann hat mich anfangs belächelt, nein sogar richtig ausgelacht. Sein erster Sonnenbrand in unserem gemeinsamen Leben war für mich die grosse Chance. Er war nicht nur überrascht von der Wirkung, sondern auch gleich voll überzeugt und ab diesem Moment, standen auch an seinem Arbeitsort und in der Hotelküche eine Flasche mit meinem Märzenschnee-Wasser. Die Wirkung von diesem Wunderwässerchen ist wirtschaftlich nicht belegt. Aus eigener Erfahrung weiss ich aber ganz genau, dass es wirkt – warum auch immer?

Tatsache ist, dass Märzenschnee-Wasser während Jahren absolut frisch und geruchsneutral bleibt, während anderes Wasser nach einer gewissen Zeit schlecht oder faulig wird. Da wir das Wasser ja nicht trinken wollen und auch nicht für offene Wunden verwenden ist die Anwendung völlig ungefährlich und ich rate euch dazu, eure eigenen Erfahrungen damit zu machen.

Ein ganzseitiger Artikel im AvS hat mich heute an wieder daran erinnert und nun heisst es abzuwarten, was das Greyerzer-Wässerchen taugt.  An dieser Stelle möchte ich mich bei der Verfasserin des Artikels herzlich bedanken, dass sie mich genau zum richtigen Zeitpunkt an diese langjährige Tradition erinnert hat. 

Noch besser wäre es allerdings, nie in die Lage zu kommen das Märzenschnee-Wasser anwenden zu müssen. Beim Sonnenbrand lässt sich das ja bekanntlich gut vermeiden. Bei Verbrennungen in der Küche ist die Gefahr doch etwas grösser und daher steht meine Flasche mit dem Wunderwässerchen in Griffnähe in der Küche und ein Depot befindet sich im Badezimmerschrank.

Falls ihr eigene Erfahrungen mit Märzenschnee habt, freue ich mich sehr über eure Tipps und Kommentare:-) Bei mir schneit es zur Zeit gerade ziemlich stark, also für Nachschub ist noch gesorgt.

Bleibt alle schön cool …

eure Piccolina

P.S. irgendwie ist es wohl mit dem Märzenschnee-Wasser ähnlich wie mit der Murmeli-Salbe, erinnert ihr euch noch? Wie kommt bloss der März in die Flaschen?