Zwei Jahre ist es her … — MODEPRALINE

Zwei Jahre HOFFEN und BANGEN und KÄMPFEN.  Kein Mensch, der diese Situation als Betroffener oder Angehöriger nicht miterlebt hat, weiss nur ansatzweise was das bedeutet.

Vielleicht ist es auch gut, dass niemand weiss was morgen ist. Wünsche euch weiterhin viel Kraft und Mut und eine riesige Portion Glück besonders für den Göttergatten aber auch für das ganze Family-Dreamteam! Nicht aufgeben und auch in der schwierigsten Situation versuchen positiv zu denken! Ich drück euch ganz fest und bin in Gedanken bei EUCH!

 

Der 12. November – es sind zwei Jahre her. Vor zwei Jahren wurde uns von einer Sekunde auf die andere der Boden unter den Füssen weggezogen. Ohne Vorahnung, ohne Vorwarnung, ohne ein sachtes Gespräch wurden wir mit der Krebsdiagnose meines Göttergatten konfrontiert. Auf dem Korridor des Krankenhauses. Der Boden unter den Füssen tat sich auf […]

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Krankes Gesundheitssystem — MODEPRALINE

Wie recht du hast Modepraline. Wenn ich damals im Juli 2016 den Wissenstand von heute gehabt hätte … ich wäre bestimmt für meinen Herzmenschen sehr viel kämpferischer gewesen. Im Nachhinein weiss man immer alles besser aber die Diagnose unheilbar und palliativ war ein zu grosser Schock. Unsere Onkologin war trotz allem das BESTE was uns an der ganzen traurigen Geschichte dennoch passiert ist. Er hatte Vertrauen und ich auch und das war sehr hilfreich umso mehr wir keine so tolle kämpferische Familie und Freunde im Rücken hatten wie dein Göttergatte. Alle waren schlichtweg überfordert.
IHR aber, ihr macht das so SUPER und ich wünsche euch viel Kraft und dass es noch sehr lange weitergeht. Ich denke an euch und drück euch ganz fest!

 

Nach zwei Jahren intensivem Lebenskampf an der Seite meines Göttergatten wissen wir eines mit Sicherheit: Unser Gesundheitssystem ist krank, sehr krank! Wenn man von einem Tag auf den anderen auf den Onkoplaneten katapultiert wird, hat man zwei Möglichkeiten: Entweder, man macht sich selber ganz schnell schlau und wird zur Kampfsau an der medizinschen Front … […]

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XS passt …

Oh nein, ich habe nicht an Gewicht verloren und passe nun in XS. Im Gegenteil, ich habe diesen wundervollen Sommer so sehr genossen und dabei habe ich bestimmt kein einziges Gramm verloren 🙂 Und doch … ich habe zum ersten Mal in meinem Leben ein Teil in Grösse XS gekauft und es passt wie angegossen.

Mein Element ist bekanntlich das Wasser und ich habe auch diesen Sommer viel Zeit im und auf dem See genossen. Als es endlich etwas weniger heiss war, habe ich mit meinem Motorrad ein paar schöne, wenn auch zum Teil emotionale Ausfahrten gemacht. NUN aber, freue ich mich auf den Winter. Egal wie der Winter werden wird, ich freue mich auf die kühlen Temperaturen, auf die kürzer werdenden Tage und auf die langen Nächte. Zuhause bleiben, meine schöne Wohnung geniessen. Endlich an meinen Aufträgen arbeiten, ohne Angst zu haben, draussen etwas zu verpassen. Meinen Schwedenofen wärmen, leuchten und knistern zu lassen, Kerzen anzünden, viel mehr Piano üben und vielleicht sogar ab und zu mal etwas kochen? All das und vieles mehr sind meine Pläne für die kommenden Wochen oder Monate.

Zwischen Töff Touren und Winterspaziergängen und ebenso zwischen Schneeschuhlaufen und Standup Paddel gab es aber noch jede Menge Raum und auch freie Zeit für ein neues Abenteuer.

Genau das, ist jetzt mein neues E-Bike in Grösse XS! Jawohl, Grösse XS und es ist das erste Mal, dass ich mich auf einem Fahrrad wirklich wohl fühle. Auch der neue Helm sitzt bestens und so ist es kein Wunder, dass ich in den vergangenen Tagen und Wochen einfach nicht zum Schreiben gekommen bin. Die Gegend hier ist so wunderschön und zum Velofahren bestens geeignet. Meine neue Heimstrecke beträgt zwar im Moment nur ca. 25 km aber mit einem Höhenunterschied von bloss ca. 250 Metern ist sie bestens für mich als Anfänger geeignet.

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JETZT aber, ist wohl auch das vorbei und für morgen, passend mit der Winterzeit, ist endlich der langersehnte Wetterumschwung angesagt. Meine Pflanzen haben heute ihr Winterquartier im Treppenhaus bezogen und diejenigen, die im Winter auf der Terrasse bleiben, haben ein schönes Winterkleid bekommen.

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Mein Töff und mein neues E-Bike tragen einen feinen Wintermantel und haben seit heute Gesellschaft von einer knallgelben Vespa, welche mit ihnen das Winterquartier in der Einstellhalle teilen wird.

Zwar freue ich mich auf den Winter und auf Schnee und Kälte aber ich glaube ich werde meine Weggefährten auch ein wenig vermissen und mich dann umso mehr wieder auf den Frühling und auf neue Abenteuer auf zwei Rädern freuen.

Eines bin ich mir ganz sicher, egal was meine Waage im nächsten Frühling anzeigen wird, mein XS E-Bike passt auch im nächsten Frühling noch bestens.

Danke meinen Freunden und Lesern die meine Beiträge ein bisschen vermisst haben und mich mehrfach angefragt haben, warum ich denn nicht mehr schreibe. Ich bin wieder zurück aus meiner Sommerpause und ich werde versuchen, die Winterzeit wieder vermehrt zum Schreiben zu nutzen … so ich denn etwas zu berichten weiss.

Sommer 2018 du warst einfach wunderbar und ich hoffe auf ein Wiedersehen (vielleicht etwas weniger heiss und etwas weniger trocken) im nächsten Jahr. Ob mit oder ohne Sommerzeit … es ist jetzt höchste Zeit für einen schönen Winter!

eure XS-Piccolina

Ausgekocht – Ende Feuer …

Es gab Zeiten, da habe ich sehr gerne gekocht. Zusammen mit meiner Mutter, für meine Eltern, für Gäste und später zusammen mit meinem Mann. Er war gelernter Koch und obwohl er schon lange nicht mehr in der Küche gearbeitet hat, war er ein leidenschaftlicher Koch und wir verbrachten unzählige Stunden zusammen in der Küche.  Zugegeben … manchmal wurde ich der Küche verwiesen, weil ich es als Laie nicht lassen konnte, dem Profi reinzureden oder immer wieder zu fragen, WARUM oder WARUM NICHT?

Nach dem Tode meines Mannes wurde es schwierig. SEHR schwierig! Ich liebe meine schöne Küche aber kochen, nein kochen mag ich gar nicht mehr. Schon das Einkaufen ist für mich immer eine Qual, weil ich von dem ganzen Überangebot in den Läden überfordert bin und mich irgendwie nie entscheiden kann. (Zu diesem Thema passt auch dieser frühere Beitrag). Oft kaufe ich ein und zuhause mag ich es kaum mehr ansehen, nicht kochen und schon gar nicht mehr essen. Wenn ich früher meiner Mutter eine Freude machen wollte, gab’s bei uns zum „Znacht“, Café complet. Brot, Butter, selbstgemachte Confi (das ist ein MUSS) und etwas Käse oder mal eine Scheibe kaltes Fleisch. Vielleicht mal ein Joghurt oder Früchte oder Gemüse-Rohkost. Oder auch mal ein Früchtekuchen oder ein Birchermüesli.

Alleine zu kochen finde ich schrecklich und noch viel schlimmer ist das alleine am grossen Tisch sitzen und essen. Also gehe ich öfters ins Restaurant. Ich kenne nach zwei Jahren fast jedes Restaurant in der Gegend und bin abgesehen von einem einzigen Mal, ausgerechnet an meinem 60 Geburtstag, immer zufrieden gewesen. Sicher, es gab Highlights und auch nur Nahrungszufuhr ohne speziellen Genuss aber ich schaffe es locker, in jedes noch so gute Restaurant, allein essen zu gehen.

Meine Essensvorräte zuhause sind aber immer noch vorhanden und ab und zu komme ich leider auch in Versuchung noch etwas dazu zu kaufen. Man kann ja nie wissen 😉

Heute war nun wieder mal genau so ein Tag. Ich wollte einfach nur zuhause bleiben und ein paar Stunden zügig arbeiten um einen Auftrag fertig zu machen. Also ein Blick in meinen kleinen, mehrheitlich mit selbstgemachter Confi ausgestatteten Mini-Tiefkühler. Ein halbes Schweinsfilet und Blattspinat war noch da und sollten weg.  Irgendwann war ich wohl auch wieder mal schwach geworden und habe mich von einem Paket  GOURMET-Kartoffelpüree mit Steinpilzen um den Finger wickeln lassen.

Was ich jetzt nach diesem Kochen resp. Essen ganz sicher weiss … NIE MEHR! Das BESTE war meine selbstgemachte Sauce mit den wirklichen getrockneten Steinpilzen. Das Schweinfilet war …. na ja und Blattspinat mag ich definitiv nicht mehr.  Aber dieses GOURMET-Kartoffelpüree – kurz gesagt UNGENIESSBAR.  Vier Pfannen zum Putzen und auch noch ein verspritzter Herd für diesen „Schlangenfrass“.  NIE WIEDER!  Ehrlich, wer um Himmels Willen kann diese Pappe essen?  Ich bin mir sicher, eine gestampfte Kartonschachtel wäre geschmacklich nicht minderwertiger gewesen.

Kurz und gut, ENDE FEUER – ausgekocht. Bei mir gibt’s höchstens noch Eintöpfe, Suppen in allen Variationen, etwas Feines vom Grill, ein Ofen- oder  Wok-Gericht, eine Paella und ganz viel kalte Küche inkl. Café complet.

Den Rest überlasse ich mit Freuden den leidenschaftlichen Köchen in all den tollen Restaurants, welche ich immer wieder gerne besuche. Meine Kochleidenschaft hat endgültig ausgelitten.

Ich kenne ein paar wirklich gute Adressen! Falls also jemand von euch mal Lust hat Essen zu gehen, meldet euch doch einfach :-))

eure ausgekochte Piccolina 🙂

Glück gehabt …

Schon oft habe ich in meinem Leben Glück gehabt. Leider kenne ich aber auch die andere Seite und wie man sich fühlt wenn man kein Glück hat. Heute sind es genau zwei Jahre, dass ich mit meinen beiden Katern Grisou und Skippy hier in Riaz in meine wunderschöne Wohnung eingezogen bin. Diese traumhafte Wohnung zu finden war ein absoluter Glücksfall. Umso trauriger und schwerer war es dann, die Schlüssel für die Wohnung nur gerade 10 Tage nach dem Tode meine geliebten Mannes in Empfang zu nehmen. ER hatte sich so sehr auf dieses neue Zuhause und auf das Greyerzerland gefreut.

So wechseln Glück und Unglück im Leben und wir müssen jeden Tag aufs Neue lernen damit zu leben und zu akzeptieren.  In den letzten zwei Jahren habe ich sehr viel liebe Freunde gefunden und ich bin wirklich sehr dankbar für jede einzelne Begegnung.

Von einem ganz besonderen geräuschvollen Glücksfall muss ich euch aber jetzt berichten. Bekannterweise trage ich ja seit 12 Jahren zwei Hörgeräte. Es sind Hörgeräte der neusten Generation und entsprechend nicht ganz günstig. Wenn ich alleine bin, trage ich die Geräte eher selten. Zwar führe ich öfters mal Gespräche mit mir selber aber das kann ich auch ohne Hörhilfen. Beim Piano spielen ist es unterschiedlich. Ohne Kopfhörer spiele ich mit und sonst mit dem Kopfhörer natürlich wieder ohne.

Neulich hatte ich Besuch in meinem kleinen Paradies am schönen Greyerzersee und um auch wirklich ALLES zu verstehen, trug ich logischerweise meine Hörgeräte. Ich bin bekanntlich eine Wasserratte und springe öfters mal ins erfrischende Wasser.  Voller Freude stürzte ich mich in den See, eine halbe Drehung auf den Rücken und rückwärts mit dem Kopf ins Wasser.  OMG … was war das für eine Lärm. Es war, als ob ich direkt in einem Wasserfall stehen würde. Ein Schreck fuhr mir durch die Glieder und ich wurde dadurch fast aus dem Wasser zurück an den Strand katapultiert.  Ein kurzer Griff an meine Ohren bestätigte mir meine Befürchtungen.

Uuppps … ich also wie ein Tornado zurück über den Zeltplatz zu meinem Hüsli und sofort raus mit den teuren Dingern die einen solchen Lärm in meinen Ohren veranstaltet haben. Klappe auf, Batterie raus … sofort zum Sonnenbad, resp. zur Trocknung ausgelegt.

Ein paar Stunden später habe ich mit sehr mulmigen Gefühl und ziemlich Herzklopfen die Batterien verstaut, die Klappe geschlossen und welch GLÜCK, der befreiende Signalton ertönte nacheinander in meinen beiden Ohren.

Das war wirklich Glück und ich glaube kaum, dass mir das noch einmal passieren wird. Man muss ja das Glück nicht herausfordern oder bewusst zu sehr strapazieren. Es spricht für die Qualität meiner Geräte und ich hoffe doch sehr, dass es keine langfristigen Folgen haben wird.

bin also weiterhin (meistens) ganz Ohr, eure Piccolina

 

 

Kultur oder „Cool“-Tour im Fussball-Fieber …

Ich gebe es gerne zu, ich habe NULL Ahnung von Fussball.  Wirklich NULL Ahnung oder vielleicht sogar schon eher -NULL. Das Einzige was ich weiss, es braucht einen Ball und ein paar (sind es elf?) Männer, die EINEM Ball hinterher rennen und es gibt ein resp. zwei Tore, wo der besagte Ball rein muss. Dass es sich dabei um das Tor des Gegners handeln sollte, dass weiss ich auch noch, sonst wäre es ja ein Eigentor. Sonst aber, habe ich wirklich keine Ahnung von Fussball, weder von den Regeln, noch wie die einzelnen Linien oder Positionen der Spieler heissen.

Um einer Nichte meines verstorbenen Mannes eine Freude zu machen, fuhr ich gestern mit dem Bus in die Stadt, um mir ein Konzert des traditionellen gemischten Chores anzuhören. Es ist nicht wirklich meine bevorzugte Musikrichtung aber es war ganz schön. Nach dem gemischten Chor sangen 4 Männer im vorgerückten Seniorenalter. Ihr Repertoire war sehr umfangreich und sie haben ihren Auftritt lange genossen. Die Zuhörer auch!

 

Halb verfroren ging’s dann weiter zum traditionellen „vers d’amitié“. Dieses „Glas unter Freunden“ war sehr reichhaltig und ähnelte eher einem Brunch-Buffet.

Ich mag’s ja bekanntlich auch nicht, wenn es heiss ist, aber gestern war es wirklich kalt und so langsam war ich am coolsten Punkt des Abends angelangt und wollte nur noch schleunigst zum Bus und nach Hause.  Aber „ohalätz“ da habe ich nicht mit all den Fussball-Fans gerechnet.

Genau in diesen Minuten begann das grosse Hupkonzert und das Verkehrsaufkommen in der Stadt nahm innerhalb Minuten einfach gigantische Ausmasse an. Ironie des Schicksals, ausgerechnet ich als NICHT-Fussball-Fan gerate zum zweiten Mal direkt in die ausflippenden Fans mitten in der Stadt!  Wann ist der nächste Match mit der Schweiz. Ich will unbedingt wieder in die Stadt, vielleicht bin ich ja sowas wie ein Glücksbringer für die Schweizer Fussballer.

Es ging rein gar nichts mehr in der ganzen Stadt. Der Lärm … ein Wahnsinn aber trotzdem war es schön, all die zufriedenen, glücklichen Menschen zu sehen die ALLE nur aus einem und demselben Grund feiern und jubeln. Das ist definitiv die gute Seite des Sports. Ich habe mich einfach gefragt, wie viele enttäuschte Serben wohl in dem Umzug mitfahren und mit hupen?  In diesem Moment wurden sie wohl alle einfach zu Schweizer Fans und das ist doch schön und besser als irgendeine Schlägerei.

Dass der Bus wohl kaum mehr fahren würde, ist mir sehr schnell klar geworden und so wanderte ich also die 4,5 km nach Hause, dem kalten Wind entgegen marschierend. Erst auf halbem Weg nach Hause habe ich realisiert, dass ich immer noch meine Sonnenbrille auf der Nase trage.

Weiter so, liebe Schweizer Fussballer … go go go und ich verspreche euch, wenn ihr noch mal einen Punkt holt, werde ich mir den ganzen folgenden Match in der Stadt in einem Public Viewing anschauen. Als Glücksbringer oder einfach nur aus Freude an der grandiosen Stimmung.

eure Piccolina im WM-Fieber

 

 

Phase BLAU …

Ich befinde mich gerade in Phase BLAU. Das heisst nicht, dass ich jeden Abend sturzbetrunken das Schlüsselloch oder mein Bett suchen muss. Auch nicht, dass ich ständig BLAU machen würde, obwohl die Tendenz ganz offensichtlich in diese Richtung geht.

Ganz unbewusst habe ich diesen Frühling blaue Kleider gekauft. Das ist mir erst im Nachhinein irgendwann mal aufgefallen. Dann kam die Idee mit dem Auto und ich kann bestätigen, ich habe mich für den BLAUEN entschieden. Wunderschönes BLAU und schwarzes Dach. Richtig elegant sieht er aus, mein neuer Flitzer.

Ich war schrecklich aufgeregt und hatte fast schlaflose Nächte. Ich konnte mir das Fahren mit dem Automatikgetriebe einfach nicht vorstellen. Die Testfahrt war sehr kurz und die Tatsache, dass der Garagist neben mir Platz genommen hat, fand ich mehr als nur mutig.

Beim Mittagessen mit Freunden wurde ich so richtig auf die Schippe genommen. Sie wollten die Polizei avisieren, dass am Nachmittag ein Geisterfahrer in BLAU, resp. ein BLAUES Auto ohne sichtbaren Fahrer auf der Route de Vevey rumstottern würde. Ein befreundeter Polizist in Rente hat sogar angeboten mich zu begleiten. Als mutiger Beifahrer oder im Konvoi – notfalls mit BLAU-Licht.

Haha … ich bin selber schuld, ich habe meine Angst öffentlich gemacht aber ich habe keine Probleme mit all diesen Sprüchen. Automatik fahren kann jeder Doofe, so lauteten auch gut gemeinte Ratschläge. Meine Angst, plötzlich mit dem linken Fuss eine Vollbremsung zu machen war gross. Meine Idee mit nacktem Fuss zu fahren, fand auch nicht wirklich Zustimmung. Der fehlende Schuh sollte mich doch nur rechtzeitig daran erinnern, dass mein linker Fuss ab sofort nur noch stiller Beifahrer ist.

Am Freitag war es dann soweit und ich habe mit einem weinenden und einem lachenden Auge meinen liebgewonnen Suzuki bei der Garage abgegeben. Wir waren doch ein gutes Team und er hat mich nie auch nur eine Sekunde im Stich gelassen. Eimerweise Tränen habe ich in den Suzuki vergossen. Er hat er mir das nie übel genommen und er wird meinen Kummer für sich behalten.

Die Instruktion in der Garage war kurz und klar und schon war es soweit. Ich fasste meinen ganzen Mut und los ging’s. Alles war NEU und fast alles war ANDERS aber schon nach ein paar Kilometern hatte ich ein relativ gutes Gefühl. Nur dieses vermehrte „Bibip“ war etwas ungewohnt und für mich teilweise kaum hörbar. Vielleicht lässt sich ja das Warn-Bibip direkt via Bluetooth auf meine Hörgeräte schalten? Das wäre doch eine wirkliche Hilfe. Nicht das „Kind“ im Ohr, sondern das Auto im Ohr.

Am Sonntag habe ich dann mal die ruhige Stadt und sämtliche Kreisel befahren und wenn ich jetzt in ein Parkhaus fahre, suche ich immer mindestens 5x einen anderen Parkplatz um ein bisschen zu üben. Vorwärts, Rückwärts oder eben jetzt D und R und P! Na ja, die Positionen zu finden ist noch nicht so ganz Routine aber es wird schon werden.
Auch an die Tatsache, dass mein Auto jetzt einfach losfährt sobald ich das Bremspedal loslasse, werde ich mich sicher schnell gewöhnen können.

Auf jeden Fall macht es wirklich Spass und die Fahrweise ist definitiv viel entspannter, als ständig mit einem Fuss auf der Kupplung stehen zu müssen. Alle anderen Tricks und Tipps werde ich mit der Zeit sicher noch kennenlernen.

BLAU geht irgendwie plötzlich wie ein „roter“ resp. blauer Faden durch mein Leben. Seit Jahren benutze ich die gleiche Computermaus und erst heute fällt mir auf. BLAU mit schwarzem „Dach“. Mein „Hüsli“ am blauen See ist blau, mein SUP-Paddel ist blau-weiss und heute hat mir der Briefträger zusammen mit einer Rechnung eine kleine Taschenlampe als Geschenk überreicht. Ihr braucht gar nicht zu raten, sie ist BLAU.

Grad war ich noch beim Friseur und habe mir einen Sommer-Schnitt gegönnt. Nein, meine Haare sind nicht BLAU da bleibe ich bei meinem natürlichen Grau-Mix. 😄

Liebe Freunde, für heute ist genug … ich mach jetzt BLAU, das drängt sich einfach grad auf!

herzlichst
eure Piccolina-BLUE

Die Spannung steigt …

Leute, ich bin sowas von aufgeregt!  Morgen gehe ich mal kurz, den ins Auge gefassten „Stadtflitzer“ testen. Mit Automatik-Getriebe!  Man sagt mir, Automat fahren kann jeder „Dubbel“.

Wieso zu Geier, mache ich mir dann ständig Gedanken ob ich das schaffe und wie das wohl sein wird?  Nun ja, ich werde berichten 🙂

Es ist eine wirklich aufregende und spannende Woche angesagt. Am Freitag werde ich mich wieder mal auf eine ganz kleine, für mich aber schon relativ grosse Reise begeben.

Ungeachtet der Tatsache, dass ich mich mit einem Autokauf beschäftige, werde ich per ÖV  (das ist für mich noch sehr ungewohnt und eine echte Herausforderung) nach Zürich reisen um dort meine „Piano-Freunde“ treffen. Natürlich nicht alle, sondern nur diejenigen die der Einladung unseres Piano-Lehrers Sven Häfliger Folge leisten werden.  Ist das nicht eine ganz tolle Idee?  Ich weiss nicht, wieviele Schüler an der ZAPIANO Methode teilnehmen,  Auf jeden Fall freue ich mich, einige bald persönlich kennen zu lernen. Im Juli 2017 habe ich den Piano-Starter Kurs von ZAPIANO.com begonnen und seit Ende 2017 bin ich Mitglied im Piano-Club. Noch stecke ich ganz am Anfang aber ich will ja auch kein Konzertpianist werden sondern nur für mich allein und zur Freude Piano spielen.

Unser Pianolehrer Sven ist einfach unermüdlich und ich kann, wann immer ich Zeit und Lust habe, eine Lektion absolvieren oder einfach üben. Als Mitglied in beiden Facebook-Gruppen, habe ich Kontakt mit einigen der anderen Schüler. Jetzt werde ich also ein paar davon und vor allem unseren Lehrer Sven, persönlich kennen lernen.

Auf dem Programm stehen ein Workshop, ein Apéro und dann das gemeinsame Essen und fachsimpeln. Ich bin sicher, dass der eine oder andere auch noch in die Tasten greifen wird. Für mich wird’s gerade ein bisschen schwierig. Leider hat heute Abend der Spargelschäler unschöne Spuren an meinem rechten Daumen hinterlassen.  Es klopft ganz schön und ich kann nicht mal genau den Takt erkennen 😦

Beim Auto-Test wird mich das wohl kaum stören, beim Piano spielen leider umsomehr.

eure aufgeregte Piccolina

 

 

 

 

Entscheidungshilfe …

Immer wieder müssen wir Entscheidungen treffen. Mal sind sie schwerwiegend, mal sind sie unbedeutend, nichtssagend und manchmal sogar überflüssig.

Eigentlich wusste ich in meinem Leben bisher recht gut was ich wollte. Oder zumindest was ich NICHT wollte. In letzter Zeit aber, habe ich immer mehr Mühe mich entscheiden zu können und mache mir wohl auch zu viele Gedanken, was diese Entscheide für Konsequenzen haben werden.

Unser Umzug war die grösste Entscheidung in meinem bisherigen Leben. Das Haus welches meine Eltern gebaut haben, zu verkaufen und wegzuziehen aus der gewohnten Umgebung. Erstaunlicherweise ist mir aber diese Entscheidung trotz der Tragweite und trotz der erschwerten Umstände leicht gefallen und ich habe diese auch noch nicht eine Sekunde bereut.

Unser neues Zuhause und die Einrichtung durfte ich zusammen mit meinem Mann auswählen und wir konnten gemeinsam entscheiden. Dass er den Einzug in unsere Traumwohnung nicht erleben durfte ist sehr traurig aber ich weiss, er wäre hier auch sehr glücklich und auch er würde sich hier wohlfühlen.

Nach seinem Tod musste ich lernen, ganz alleine zu entscheiden und irgendwie fällt mir das jetzt doch schwerer als ich angenommen hatte.  Seit Wochen beschäftigt ich mich der Gedanke mein Auto einzutauschen.  Mein Auto ist zwar noch tiptop und es hat mich auch noch nie nur eine Sekunde im Stich gelassen. Trotzdem würde ich jetzt gerne meinen Berggängigen Suzuki eintauschen in einen Stadtflitzer mit ebenso viel Platz und auf alle guten Eigenschaften und Bequemlichkeiten möchte ich natürlich nicht mehr verzichten.

Rede ich mit meinen Freunden, kommen gutgemeinte Ratschläge von jeder Seite, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Langsam aber sicher wird die Wahl etwas kleiner und präziser und einige Eckpunkte stehen fest. Schön soll er sein ( Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters), bequem soll er sein, sparsam soll er sein und ein Automat sollte es sein.

Zwar bin ich noch nie einen Meter mit einem Automaten gefahren aber alle versichern mir, dass sei jetzt ein absolutes MUSS!

Welche Farbe sollte es sein?  Falls ich mich für den heutigen Topfavoriten entscheide, so könnte er vielleicht blau sein. Warum nicht?  Wenn man sich auf den Parkplätzen der Grossverteiler oder in den Parkhäusern umschaut, gibt es fast nur silber, grau, anthrazit, schwarz und weiss zu sehen. Also warum nicht mal ein schönes BLAU?  Für meinen Mann wäre der Fall klar gewesen, er liebte die Farbe BLAU in jeder Variante.

Ich wünschte mir, er würde mich wenigstens im Traum besuchen und mir Entscheidungshilfe geben. Den geliebten Partner zu verlieren, ist das Schlimmste was es gibt aber das Leben geht ja bekanntlich weiter. Nicht mehr teilen zu können, nichts mehr gemeinsam besprechen und entscheiden, dass ist so unglaublich schwer zu ertragen.

Für nächste Woche habe ich einen Termin zur Probefahrt und wer weiss, vielleicht bekomme ich bis dahin noch ein Zeichen und wegweisende Entscheidungshilfe.

Ich halte euch auf dem Laufenden wie die Probefahrt gelaufen ist.

eure wankelmütige Piccolina

Gedanken zum Muttertag …

Braucht es wirklich einen Muttertag?  Mein Mami war ganz klar der Meinung – nein, einen Muttertag braucht es nicht. Führt euch durchs ganze Jahr so auf, dass ihr am Muttertag nicht mit einer „Hüchlerstude“ antraben müsst – das waren ihre Worte.

Im Grossen und Ganzen haben wir, mein Bruder und ich, uns an diesen Ratschlag gehalten. Muttertags-Blumen habe ich daher meistens gemeinsam mit unserem Mami gekauft und oft waren es die Blumen, die den ganzen Sommer lang, unseren Balkon und unsere Terrasse schmücken durften. Wegen den gefürchteten Eisheiligen, haben wir diese Einkäufe vorzugsweise erst Ende Mai oder Anfangs Juni getätigt. Trotzdem war es eben irgendwie Muttertag.

Schon wieder ist Muttertag, bereits der vierte an welchem unser Mami fehlt.  Gezeichnet von Ihrer Krankheit war ihr Tod vor bald vier Jahren zwar sehr traurig aber doch auch eine Erlösung für unser Mami und auch für uns.

Dass das Schicksal brutal und ungefragt zuschlägt, habe ich in den letzten Jahren mehr als einmal erfahren müssen und dass wir nicht dagegen ankämpfen oder etwas ändern können, das ist mir auch klar geworden.

Ich vermisse mein Mami, meinen lieben Päps und ganz besonders auch meinen geliebten Ehemann … ich vermisse sie an jedem einzelnen Tag. An diesen besonderen Tagen aber, da denke ich besonders stark an sie und trotz der „Längizyt“ verspüre ich diese tiefe Verbundenheit und die grosse Liebe und ich denke mit grosser Dankbarkeit an unsere gemeinsame Zeit zurück. Mein Mami war eben nicht nur mein Mami, sondern auch während ganz vielen Jahren, meine beste Freundin und Vertraute.

Liebes Mami, ich danke dir von ganzem Herzen für ALLES was du für uns gemacht hast, für deine Liebe, dafür dass du immer und überall für uns da warst und uns jederzeit unterstützt hast und mit Rat und Tat zur Seite gestanden bist.

Für uns warst du das allerbeste Mami auf der Welt und in unseren Herzen wirst du immer bei uns bleiben.

Falls DU auch dein Mami vermisst, wünsche ich dir ebenso viel schöne Erinnerungen und liebevolle Gedanken in Dankbarkeit und für diejenigen die den Muttertag mit ihren Müttern verbringen dürfen und können – geniesst es und seid dankbar, dass ihr euch noch habt.

eure nachdenkliche Piccolina