Der Winter ist futsch …

… genau so fühlt es sich zumindest an. Ich möchte an dieser Stelle weder über die zur Zeit herrschenden viel zu warmen Temperaturen, noch über die Klimaerwärmung schreiben.

Tatsache ist, zumindest mein Winter 2019 ist futsch und zwar sowas von kaputt … kaputter geht gar nicht.  Aus meiner Erkältung oder gefühlten „Single-Grippe“ hat sich eine wirklich starke Grippe entwickelt. Ich weiss nun auch mit Sicherheit, dass ich vorher noch NIE in meinem Leben wirklich an GRIPPE erkrankt war. Seit mehr als  drei Wochen begleiten mich all die möglichen und unmöglichen Symptome und Beschwerden und endlich sehe ich Licht am Ende des Tunnels. Ein komplett überschätztes Aufflackern nach zwei Wochen hat mich zu einem Skitag verleitet und dieser wiederum hat zu einem starken Rückfall geführt. Da die angewendeten Hausmittelchen nicht gegriffen haben, stehe ich noch bis morgen unter Antibiotika und ich sage euch, ich kanns kaum erwarten, dass es endlich vorbei ist.

Auf die ersten Antibiotika habe ich nach kürzester Zeit sehr allergisch reagiert. Bei der zweiten Version, scheinen die allergischen Reaktionen erst mit Verspätung einzutreffen aber ich zieh das jetzt durch … noch heute Abend und morgen Früh und dann ist Schluss.

Was sich zugleich als kleine Diätphase erweist hat mich aber dermassen gebeutelt und geschwächt, dass ich diesen Winter zumindest was Skifahren anbelangt, wohl einfach vergessen kann. Was heisst hier diesen Winter?

Ganz sicher bekommt auch der Winter irgendwann noch einen Rückfall und ich hoffe, es ist dann nicht schon Mai oder so:-)

In diesem Sinne möchte ich euch meinen Beitrag aus dem letzten Jahr in Erinnerung rufen und ans Herz legen. Falls es doch noch was wird mit dem Wintereinbruch in den ersten Märztagen, solltet ihr unbedingt eure Vorräte an Märzenschneewasser kontrollieren und allenfalls neuen Vorräte schaffen.

Ich hab’s nicht so mit Spiritualität und auch nicht mit all den sonderbar klingenden Naturheilmethoden aber an Märzenschneewasser glaube ich seit frühster Kindheit weil ich aus eigener Erfahrung weiss, dass es wirklich wirkt!

Also lieber Winter, lass uns nicht im Stich und melde dich mit einer gehörigen Portion Neuschnee zurück! Allen ebenfalls Grippe-Geplagten wünsche ich gute Besserung und Geduld … wir werden es bestimmt schaffen.

eure hustende, keuchende und schwitzende Piccolina

 

Nomen est omen …

oder doch purer Zufall?

Wisst ihr eigentlich warum ihr gerade euren Vornamen bekommen habt? Wie ich zu meinem Vornamen gekommen bin, dass weiss ich leider nicht. Bisher hat mich das auch wenig beschäftigt. Ich habe diesen Namen von meinen Eltern bekommen und bin damit auch sehr zufrieden und ich bin dankbar für diese Namenswahl.

Gestern aber, hat mir eine Bekannte nun zu „la sainte Beatrice“ gratuliert und mir einen schönen Feiertag gewünscht. Diese unerwarteten, liebgemeinten Glückwünsche haben mir veranlasst, mich etwas näher mit meinem Namen auseinanderzusetzen und es ist wirklich sehr interessant was da alles zu finden ist.

Schnell habe ich auf meinem Bildschirm schon 8 Seiten gleichzeitig geöffnet, die mich mit Informationen zu meinem Vornamen überhäufen. Die Spitznamen die ich im Laufe meines bisherigen Lebens erhalten habe waren: Trix oder Trixi und Bäzi nannten mich meine Onkel und meine Tante. Erst im Laufe der Zeit und vor allem meine Freunde aus der französischen Schweiz nannten mich Bea und das ist auch heute noch so.

BEATRICE ist ein lateinischer Name und stammt von Beatus (glücklich) und von beare (Glück bringen) und er bedeutet Glücksbringerin, die Glück Bringende und auch die Seligmachende. Wooow, das klingt doch schon mal sehr gut. Es ist wirklich so, wenn meine Mitmenschen glücklich sind, wenn es ihnen gut geht, dann bin auch ich glücklich.

Auf diesen Namenskarten die es an jeder Ecke zu kaufen gibt steht unter anderem:

Beatrice – Alles was sie macht ist gut organisiert und wohlüberlegt. Sie spricht unverhohlen, sie ist ehrlich und sehr tolerant. Hat eine blühende Phantasie und ist optimistisch. Ist leidenschaftlich, romantisch und hilfsbereit.

Übersetzt heisst das wohl … ich brauche mein kreatives Chaos und etwas Druck damit es rund läuft. Ich rede viel (manchmal auch zu viel) und ab und an auch vorschnell. Ich sage JEDEM meine ehrliche Meinung und dabei bleibts. Wenn mit Phantasie auch Kreativität gemeint ist, lasse ich das gelten. Mein Optimismus war auch schon grösser aber es könnte auch schlimmer sein. Ich betrachte mich als Realist. Mit der Romantik habe ich ehrlich gesagt nicht so sehr viel am Hut und ja, ich bin hilfsbereit. Ich freue mich, wenn ich jemandem helfen kann vor allem wenn es vielleicht gerade nicht erwartet wird. Aber was ich gar nicht mag ist ausgenützt zu werden, da hört der Spass definitiv auf.

Am 30.6.2001 gab es ein grosses Hochdruckgebiet mit unserem Namen. 2017 erhielten in der Schweiz 15 Mädchen den seltenen Namen Beatrice. In der Rangliste 1998 – 2017 war Beatrice auf Rang 460 mit insgesamt 269 Namensgebungen in der Schweiz.

Berta, Emil, Anton, Theodor, Richard, Ida, Cäsar, Emil lautet mein Vorname im deutschen Funkalphabet.

Die internationale Funksprache klingt direkt nach Durchsage eines Pilotens zum Tower und lautet: Bravo, Echo, Alpha, Tango, Romeo, India, Charlie, Echo.

Hinweise auf meinen Namen habe ich ebenfalls in Brailleschrift (Blindenschrift) und in Fingersprache für Gehörlose gefunden. Ausserdem gibt es ein Flaggenalphabet und eine Version für die Schifffahrt und sogar den entsprechenden Morsecode habe ich gefunden. In Numerologie ausgedrückt lautet mein Name 2 – 5 – 1 – 20 – 18 – 9 – 3 – 5 = 63

Beatrice ist in keinem heiligen Buch zu finden. Das wundert mich nicht und ist irgendwie auch beruhigend zu wissen.

Nomen est omen oder Zufall, in bin zufrieden mit meinem Namen und auch mit ALLEN, noch angewendeten Abkürzungen. Irgendwie habe ich jetzt gerade das Gefühl, mich ein bisschen besser kennen gelernt zu haben 🙂

Wisst ihr eigentlich was eure Namen bedeuten oder warum ihr sie bekommen habt? Ich freue mich auf eure Geschichten.

Eure Beatrice – Piccolina

Grippe, Erkältung oder doch eine Single-Grippe?

… das ist hier die Frage. Wie sieht es diesbezüglich bei EUCH so aus? Bisher habe ich immer gesagt,  ich sei noch NIE an einer Grippe erkrankt. Diesmal bin ich mir da nicht mehr so ganz sicher. Schon als Kind waren vor allem Hals und Ohren meine Schwachstellen. Während mein Bruder, als kleiner aber nicht überhörbaren „Bernhardiner“ durch die Gegend hustete, war ist stets mit Ohren- und Halsschmerzen bedient.

Aus Erzählungen weiss ich, dass ich meine erste eiterige Mittelohrentzündung mit 6 Wochen hatte. Beim Arztbesuch fragte mein Mami unseren damaligen Hausarzt bezüglich der anstehenden Taufe.  Der gute Dr. Greter hatte sich dermassen erschrocken und die Hände in die Höhe geworfen und gesagt …. NEIN BITTE NICHT!  Wie bitte nicht?  Wollte er verhindern, dass ich getauft wurde, gefiel ihm mein Name nicht oder wäre die Prozedere mit dem Taufwasser allenfalls für meine Ohren schädlich gewesen.  Nein, nichts von alledem. Der gute, alte und mir komischerweise in allerbester Erinnerung bleibende Dr. Greter hatte gemeint, er würde angefragt mein Götti (Taufpate für Nichtschweizer) zu sein und anscheinend war er schon x-facher Götti.

Dieses Missverständnis konnte sofort gelöst und ich ein paar Wochen später getauft werden. Die Probleme mit Ohren und Hals sind mir geblieben und haben mich in regelmässigen Abständen immer wieder schmerzhaft durch meine Jugendzeit begleitet.  Ob meine, nicht unbedeutende Schwerhörigkeit in irgendwelchem Zusammenhang mit diesen, immer wiederkehrenden Erkrankungen in Zusammenhang steht, ist heute nicht mehr wichtig. Es könnte auch eine vererbte Schwerhörigkeit sein, da mein Grossvater mütterlicherseits ebenfalls sehr stark schwerhörig war.  Eines ist sicher, zu laute Musik und Kopfhörer sind bei mir absolut keinen Grund für den Hörverlust.

Fast regelmässig hatte ich also meine Anginen oder meine Mittelohrentzündungen. Meistens sogar im Sommer, wenn alle anderen im Schwimmbad plantschten, sass ich warm eingewickelt zuhause.  Im Alter von ca. 12 Jahren wurden mir die Hals- und Rachenmandeln rausgenommen. Ein paar Jahre später, hatte der HNO-Arzt dann doch noch festgestellt, dass ich die linke Nasenhälfte fast verschlossen hatte und so wurde auch das noch korrigiert.  Nach dieser OP, die leider an der Nasenform nicht veränderte, hatte ich Jahrzehnte mehr oder weniger keine Beschwerden.

Da ich wirklich fast nie Fieber hatte, betrachtete ich solchen Erkrankungen immer nur als Erkältung und nie als Grippe. Heute wird doch jeder kleine Schnupfen als Grippe betitelt und auch entsprechend therapiert und ich habe ja auch keinen Schnupfen.

Geplant waren diese Woche zwei Skitage mit Freunden.  Bei schönsten Bedingungen und ich hatte mich wirklich schon darauf gefreut. Leider nein … da sitze ich nun hier zuhause mit dickem Schal um den Hals gebunden, im Wechsel in Zwiebeln oder in Quark gewickelt und warte auf Besserung.  Den unerwarteten, sehr überraschenden Kälteanfall mit anschliessendem Temperaturanstieg auf 38,7 Grad habe ich gut überstanden.  Wenn da nur nicht diese schrecklichen Hals- und Kopfschmerzen  wären, die unverdrossen weiter andauern.  Bald habe ich alles durch, was mir an gutgemeinten Ratschlägen mitgegeben wurde. Salzwasser gurgeln, Salbeitee gurgeln (ich trinke ihn lieber), Unmengen an Tee trinken, Ingwertee, Ingwer-Shots,  Wickel jeglicher Art, Bettruhe und Schonung … und inzwischen habe ich auch auf entzündungshemmende Medikamente erweitert.

Eines aber ist für mich doch sehr beruhigend. Egal wie sehr mein Hals schmerzt … essen geht immer und der Appetit hat auch nicht sonderlich gelitten und das ist doch ein gutes Indiz, dass ich eigentlich kerngesund bin, oder meint ihr nicht auch?

Was mir auffällt, ist die Tatsache, dass ich seit ich hier im wunderschönen Greyerzerland lebe, doch öfters irgendein „Boböli“ habe.  Für mich ist die Erklärung dazu naheliegend. In Lauenen lebte ich doch relativ isoliert und hatte weniger Kontakte zu Mitmenschen, Pollen, Viren und anderen Käferchen aber ich war auch deutlich weniger unterwegs anzutreffen. Erschwerend ist sicher auch die Tatsache, dass ich jetzt alleine lebe, viel mehr auf mich und auf meinen Körper hören kann oder hören muss und mich nicht mehr um meine Liebsten zu sorgen brauche. Vielleicht nennt man das ja eine typische Single-Grippe, es gibt ja schliesslich auch den Männer-Schnupfen. Apropos Männer-Schnupfen … ich habe gerade erfahren, dass ein Nachbar auch krank ist. Angesteckt habe ich ihn bestimmt nicht, weil wir uns nur sehr selten sehen aber irgendwie doch ein beruhigender Gedanke … so quasi alles nur noch halb so schlimm. Ich glaube fest daran, dass es morgen doch besser gehen wird und sonst werde ich mich wieder mal um einen Arzttermin kümmern müssen. Der Winter dauert ja hoffentlich noch eine Weile und ich vertraue darauf, dass ich den einen oder anderen Skitag auch nach dem  Rummel der Sportferien noch geniessen kann.

Passt auf euch auf und bleibt alle schön gesund, schreiben und lesen ist glücklicherweise nicht ansteckend.

Eure „eingewickelte“ Piccolina

Ausgekocht – Ende Feuer …

Es gab Zeiten, da habe ich sehr gerne gekocht. Zusammen mit meiner Mutter, für meine Eltern, für Gäste und später zusammen mit meinem Mann. Er war gelernter Koch und obwohl er schon lange nicht mehr in der Küche gearbeitet hat, war er ein leidenschaftlicher Koch und wir verbrachten unzählige Stunden zusammen in der Küche.  Zugegeben … manchmal wurde ich der Küche verwiesen, weil ich es als Laie nicht lassen konnte, dem Profi reinzureden oder immer wieder zu fragen, WARUM oder WARUM NICHT?

Nach dem Tode meines Mannes wurde es schwierig. SEHR schwierig! Ich liebe meine schöne Küche aber kochen, nein kochen mag ich gar nicht mehr. Schon das Einkaufen ist für mich immer eine Qual, weil ich von dem ganzen Überangebot in den Läden überfordert bin und mich irgendwie nie entscheiden kann. (Zu diesem Thema passt auch dieser frühere Beitrag). Oft kaufe ich ein und zuhause mag ich es kaum mehr ansehen, nicht kochen und schon gar nicht mehr essen. Wenn ich früher meiner Mutter eine Freude machen wollte, gab’s bei uns zum „Znacht“, Café complet. Brot, Butter, selbstgemachte Confi (das ist ein MUSS) und etwas Käse oder mal eine Scheibe kaltes Fleisch. Vielleicht mal ein Joghurt oder Früchte oder Gemüse-Rohkost. Oder auch mal ein Früchtekuchen oder ein Birchermüesli.

Alleine zu kochen finde ich schrecklich und noch viel schlimmer ist das alleine am grossen Tisch sitzen und essen. Also gehe ich öfters ins Restaurant. Ich kenne nach zwei Jahren fast jedes Restaurant in der Gegend und bin abgesehen von einem einzigen Mal, ausgerechnet an meinem 60 Geburtstag, immer zufrieden gewesen. Sicher, es gab Highlights und auch nur Nahrungszufuhr ohne speziellen Genuss aber ich schaffe es locker, in jedes noch so gute Restaurant, allein essen zu gehen.

Meine Essensvorräte zuhause sind aber immer noch vorhanden und ab und zu komme ich leider auch in Versuchung noch etwas dazu zu kaufen. Man kann ja nie wissen 😉

Heute war nun wieder mal genau so ein Tag. Ich wollte einfach nur zuhause bleiben und ein paar Stunden zügig arbeiten um einen Auftrag fertig zu machen. Also ein Blick in meinen kleinen, mehrheitlich mit selbstgemachter Confi ausgestatteten Mini-Tiefkühler. Ein halbes Schweinsfilet und Blattspinat war noch da und sollten weg.  Irgendwann war ich wohl auch wieder mal schwach geworden und habe mich von einem Paket  GOURMET-Kartoffelpüree mit Steinpilzen um den Finger wickeln lassen.

Was ich jetzt nach diesem Kochen resp. Essen ganz sicher weiss … NIE MEHR! Das BESTE war meine selbstgemachte Sauce mit den wirklichen getrockneten Steinpilzen. Das Schweinfilet war …. na ja und Blattspinat mag ich definitiv nicht mehr.  Aber dieses GOURMET-Kartoffelpüree – kurz gesagt UNGENIESSBAR.  Vier Pfannen zum Putzen und auch noch ein verspritzter Herd für diesen „Schlangenfrass“.  NIE WIEDER!  Ehrlich, wer um Himmels Willen kann diese Pappe essen?  Ich bin mir sicher, eine gestampfte Kartonschachtel wäre geschmacklich nicht minderwertiger gewesen.

Kurz und gut, ENDE FEUER – ausgekocht. Bei mir gibt’s höchstens noch Eintöpfe, Suppen in allen Variationen, etwas Feines vom Grill, ein Ofen- oder  Wok-Gericht, eine Paella und ganz viel kalte Küche inkl. Café complet.

Den Rest überlasse ich mit Freuden den leidenschaftlichen Köchen in all den tollen Restaurants, welche ich immer wieder gerne besuche. Meine Kochleidenschaft hat endgültig ausgelitten.

Ich kenne ein paar wirklich gute Adressen! Falls also jemand von euch mal Lust hat Essen zu gehen, meldet euch doch einfach :-))

eure ausgekochte Piccolina 🙂

Glück gehabt …

Schon oft habe ich in meinem Leben Glück gehabt. Leider kenne ich aber auch die andere Seite und wie man sich fühlt wenn man kein Glück hat. Heute sind es genau zwei Jahre, dass ich mit meinen beiden Katern Grisou und Skippy hier in Riaz in meine wunderschöne Wohnung eingezogen bin. Diese traumhafte Wohnung zu finden war ein absoluter Glücksfall. Umso trauriger und schwerer war es dann, die Schlüssel für die Wohnung nur gerade 10 Tage nach dem Tode meine geliebten Mannes in Empfang zu nehmen. ER hatte sich so sehr auf dieses neue Zuhause und auf das Greyerzerland gefreut.

So wechseln Glück und Unglück im Leben und wir müssen jeden Tag aufs Neue lernen damit zu leben und zu akzeptieren.  In den letzten zwei Jahren habe ich sehr viel liebe Freunde gefunden und ich bin wirklich sehr dankbar für jede einzelne Begegnung.

Von einem ganz besonderen geräuschvollen Glücksfall muss ich euch aber jetzt berichten. Bekannterweise trage ich ja seit 12 Jahren zwei Hörgeräte. Es sind Hörgeräte der neusten Generation und entsprechend nicht ganz günstig. Wenn ich alleine bin, trage ich die Geräte eher selten. Zwar führe ich öfters mal Gespräche mit mir selber aber das kann ich auch ohne Hörhilfen. Beim Piano spielen ist es unterschiedlich. Ohne Kopfhörer spiele ich mit und sonst mit dem Kopfhörer natürlich wieder ohne.

Neulich hatte ich Besuch in meinem kleinen Paradies am schönen Greyerzersee und um auch wirklich ALLES zu verstehen, trug ich logischerweise meine Hörgeräte. Ich bin bekanntlich eine Wasserratte und springe öfters mal ins erfrischende Wasser.  Voller Freude stürzte ich mich in den See, eine halbe Drehung auf den Rücken und rückwärts mit dem Kopf ins Wasser.  OMG … was war das für eine Lärm. Es war, als ob ich direkt in einem Wasserfall stehen würde. Ein Schreck fuhr mir durch die Glieder und ich wurde dadurch fast aus dem Wasser zurück an den Strand katapultiert.  Ein kurzer Griff an meine Ohren bestätigte mir meine Befürchtungen.

Uuppps … ich also wie ein Tornado zurück über den Zeltplatz zu meinem Hüsli und sofort raus mit den teuren Dingern die einen solchen Lärm in meinen Ohren veranstaltet haben. Klappe auf, Batterie raus … sofort zum Sonnenbad, resp. zur Trocknung ausgelegt.

Ein paar Stunden später habe ich mit sehr mulmigen Gefühl und ziemlich Herzklopfen die Batterien verstaut, die Klappe geschlossen und welch GLÜCK, der befreiende Signalton ertönte nacheinander in meinen beiden Ohren.

Das war wirklich Glück und ich glaube kaum, dass mir das noch einmal passieren wird. Man muss ja das Glück nicht herausfordern oder bewusst zu sehr strapazieren. Es spricht für die Qualität meiner Geräte und ich hoffe doch sehr, dass es keine langfristigen Folgen haben wird.

bin also weiterhin (meistens) ganz Ohr, eure Piccolina

 

 

Gedanken zum Muttertag …

Braucht es wirklich einen Muttertag?  Mein Mami war ganz klar der Meinung – nein, einen Muttertag braucht es nicht. Führt euch durchs ganze Jahr so auf, dass ihr am Muttertag nicht mit einer „Hüchlerstude“ antraben müsst – das waren ihre Worte.

Im Grossen und Ganzen haben wir, mein Bruder und ich, uns an diesen Ratschlag gehalten. Muttertags-Blumen habe ich daher meistens gemeinsam mit unserem Mami gekauft und oft waren es die Blumen, die den ganzen Sommer lang, unseren Balkon und unsere Terrasse schmücken durften. Wegen den gefürchteten Eisheiligen, haben wir diese Einkäufe vorzugsweise erst Ende Mai oder Anfangs Juni getätigt. Trotzdem war es eben irgendwie Muttertag.

Schon wieder ist Muttertag, bereits der vierte an welchem unser Mami fehlt.  Gezeichnet von Ihrer Krankheit war ihr Tod vor bald vier Jahren zwar sehr traurig aber doch auch eine Erlösung für unser Mami und auch für uns.

Dass das Schicksal brutal und ungefragt zuschlägt, habe ich in den letzten Jahren mehr als einmal erfahren müssen und dass wir nicht dagegen ankämpfen oder etwas ändern können, das ist mir auch klar geworden.

Ich vermisse mein Mami, meinen lieben Päps und ganz besonders auch meinen geliebten Ehemann … ich vermisse sie an jedem einzelnen Tag. An diesen besonderen Tagen aber, da denke ich besonders stark an sie und trotz der „Längizyt“ verspüre ich diese tiefe Verbundenheit und die grosse Liebe und ich denke mit grosser Dankbarkeit an unsere gemeinsame Zeit zurück. Mein Mami war eben nicht nur mein Mami, sondern auch während ganz vielen Jahren, meine beste Freundin und Vertraute.

Liebes Mami, ich danke dir von ganzem Herzen für ALLES was du für uns gemacht hast, für deine Liebe, dafür dass du immer und überall für uns da warst und uns jederzeit unterstützt hast und mit Rat und Tat zur Seite gestanden bist.

Für uns warst du das allerbeste Mami auf der Welt und in unseren Herzen wirst du immer bei uns bleiben.

Falls DU auch dein Mami vermisst, wünsche ich dir ebenso viel schöne Erinnerungen und liebevolle Gedanken in Dankbarkeit und für diejenigen die den Muttertag mit ihren Müttern verbringen dürfen und können – geniesst es und seid dankbar, dass ihr euch noch habt.

eure nachdenkliche Piccolina

Es läuft was ….

… auch wenn es sich heute hauptsächlich um meine Nase handelt 🙂

Was sich mit Halskratzen angekündigt hat und von meinem Fieberthermometer nicht als „krank“ erfasst wurde, hat sich aber dennoch so angefühlt. Hals- und Ohrenschmerzen das kenne ich aus meiner Kinder- und Jugendzeit in allen nur möglichen Varianten. Schnupfen hingegen kenne ich eigentlich nur vom Hören sagen. Verstopfte Nase und schlaflose Nächte weil ich nicht atmen kann, sind mir kaum in Erinnerung.

Das Halskratzen hat sich ganz plötzlich als ein, sogar für mich mit einer
50-%-Schwerhörigkeit, hörbares Geräusch entpuppt. Mehrmals habe ich gemeint, es ist mein Handy welches irgendwo vibriert oder mein Kater Grisou der immer sehr laut schnarcht. Weder noch … es kam aus meinem Innersten und war nicht nur zu hören, sondern auch irgendwie spürbar. Was ist denn das?  Ich frage mal besser bei meinen Freundinnen nach. Sie und ihre Ratschläge sind besser als jeder Doc und Google zusammen.

Angefangen hat das Ganze fast zeitgleich mit dem Verzehr der süssen Ohren meines Schoggi-Osterhasen. Die erste Idee: Kalorien, die den Weg nach draussen suchen! Wohl kaum! Wenn es wenigstens Fettzellen wären, damit könnte ich leben aber die kämen dann ja wohl eher von weiter unten, sprich aus dem Bauchbereich. Dort aber herrscht absolute Ruhe! Ach so, hat es dich nun auch erwischt – Tröpfcheninfektion oder wie war das? Hört sich an wie Bronchitis, da helfen Zwiebel- und Kartoffelwickel … bäähhh. Ich liebe Kartoffelsalat, das war immer mein Geburtstagsessen aber doch nicht als Wickel und womöglich im Bett liegend – NEVER!

Meine bestens ausgestattete Tee-Schublade wurde arg in Mitleidenschaft gezogen und über die, teilweise seit längerer Zeit abgelaufenen Daten auf den Beuteln, habe ich grosszügig hinweggesehen.

Ich bin überzeugt von der Wirkung von Märzenschnee-Wasser und daher konnte ich mich am ehesten noch mit dem Zwiebelsaft anfreunden. Mir war dieses alte und natürliche Volksheilmittel bisher unbekannt. Besser spät als nie! Natürlich hatte ich in meinem 1-Personen Haushalt nur 2 schon etwas welke Schalotten.

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Andere gehen ja auch raus mit ihren Viren, sonst hätte ich die ja nicht bekommen – also los ins nächste Geschäft um den Zwiebelvorrat aufzustocken. Ich gebe es zu, der Zwiebelsaft mit Honig ist viel besser als ich mir je vorstellen konnte und ich bin nach nur 36 Stunden schon felsenfest überzeugt, dass er mir sehr geholfen hat. Das Rasseln in der Brust ist kaum mehr hörbar, es hustet sich schon viel leichter und fast schmerzfrei und jetzt läuft die Nase … Hauptsache es läuft etwas.

Danke für alle eure gut gemeinten Ratschläge und Tipps.  Den Zwiebelsaft werde ich vorläufig weiter produzieren und einnehmen. Vielleicht hilft es ja auch im Kampf gegen Kalorien und Fettzellen. Und zum Nachtessen gibt es heute Kartoffeln – OHNE Zwiebeln!

eure Schnupf-, Hust- und Nies-Piccolina

 

 

Märzenschnee-Wasser 2018

Die Abfüllung von Märzenschnee-Wasser wurde mit meinem Wegzug aus dem Saanenland ad acta gelegt … oder doch nicht? Pünktlich zum 1. März ist gestern hier an meinem neuen Zuhause die überraschende und stattliche Lieferung von 16 cm frischem, schön weissen Märzenschnee eingetroffen. Zwar nicht zur Freude aller aber das ist ja bei jedem Wetter das Gleiche!

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Früher war es ein alljährlich wiederkehrendes Ritual, an welches ich jetzt ohne Hilfe der Zeitung aus der alten Heimat wohl kaum mehr gedacht hätte.  Mein Vorrat an Märzenschnee-Wasser ist für meinen 1-Personen Haushalt noch mehr als reichlich aber trotzdem will ich doch testen, was das Greyerzer-Märzenschnee-Wasser wert ist.

Der eingesammelte Schnee schmilzt nun in den Schüsseln vor sich hin. Vorsichtshalber habe ich die Schüsseln mit Folie und Tellern abgedichtet. Ich will den Märzenschnee ja in eine Flasche abfüllen und nicht etwa als Luftbefeuchter einsetzen. Es braucht übrigens grosse Mengen von Schnee, um bloss einen Liter Wasser zu bekommen.

 

Was ist dran an der Geschichte mit dem Märzenschnee-Wasser? In meiner Familie war dieses kostenlose Heilmittel bei Sonnenbrand und Verbrennungen immer zur Hand. Bei meinem Umzug 2016 habe ich im Keller eine Flasche gefunden mit einer Etikette 1980. Mir war klar, dass diese Flasche den Umzug nicht mitmachen würde und ich habe aus Neugier die Flasche aufgemacht. Nichts, kein Geruch und rein gar nichts. Ich hätte das Wasser wahrscheinlich sogar trinken können. 

Für alle Ahnungslosen unter Euch, die vielleicht noch NIE etwas von Märzenschnee-Wasser gehört haben, folgt hier eine ganz einfache Erklärung. Märzenschnee-Wasser ist ein Volksheilmittel, welches vor allem in den Bergen über Generationen überliefert wird. Es wird benutzt für alle Arten von Verbrennungen und Sonnenbrand aber sollte NICHT auf offenen Wunden angewandt werden. Es wirkt sehr gut kühlend und verhindert bei sofortiger Anwendung auch das Entstehen von Brandblasen.

Mein Mann hat mich anfangs belächelt, nein sogar richtig ausgelacht. Sein erster Sonnenbrand in unserem gemeinsamen Leben war für mich die grosse Chance. Er war nicht nur überrascht von der Wirkung, sondern auch gleich voll überzeugt und ab diesem Moment, standen auch an seinem Arbeitsort und in der Hotelküche eine Flasche mit meinem Märzenschnee-Wasser. Die Wirkung von diesem Wunderwässerchen ist wirtschaftlich nicht belegt. Aus eigener Erfahrung weiss ich aber ganz genau, dass es wirkt – warum auch immer?

Tatsache ist, dass Märzenschnee-Wasser während Jahren absolut frisch und geruchsneutral bleibt, während anderes Wasser nach einer gewissen Zeit schlecht oder faulig wird. Da wir das Wasser ja nicht trinken wollen und auch nicht für offene Wunden verwenden ist die Anwendung völlig ungefährlich und ich rate euch dazu, eure eigenen Erfahrungen damit zu machen.

Ein ganzseitiger Artikel im AvS hat mich heute an wieder daran erinnert und nun heisst es abzuwarten, was das Greyerzer-Wässerchen taugt.  An dieser Stelle möchte ich mich bei der Verfasserin des Artikels herzlich bedanken, dass sie mich genau zum richtigen Zeitpunkt an diese langjährige Tradition erinnert hat. 

Noch besser wäre es allerdings, nie in die Lage zu kommen das Märzenschnee-Wasser anwenden zu müssen. Beim Sonnenbrand lässt sich das ja bekanntlich gut vermeiden. Bei Verbrennungen in der Küche ist die Gefahr doch etwas grösser und daher steht meine Flasche mit dem Wunderwässerchen in Griffnähe in der Küche und ein Depot befindet sich im Badezimmerschrank.

Falls ihr eigene Erfahrungen mit Märzenschnee habt, freue ich mich sehr über eure Tipps und Kommentare:-) Bei mir schneit es zur Zeit gerade ziemlich stark, also für Nachschub ist noch gesorgt.

Bleibt alle schön cool …

eure Piccolina

P.S. irgendwie ist es wohl mit dem Märzenschnee-Wasser ähnlich wie mit der Murmeli-Salbe, erinnert ihr euch noch? Wie kommt bloss der März in die Flaschen?

 

 

 

Frau Holle im Klopfrausch …

In den Bergen schneit es wie schon lange nicht mehr. Immer wieder regnet es aber auch bis auf 2000 m.ü.M oder höher und die Lawinengefahr pendelt seit Tagen zwischen Stufe 4 und 5.

Als ob‘s gestern gewesen wäre, erinnere ich mich an den Winter 1999 welcher in ähnlichem Ausmass Schneereich und aufregend war. Die Strasse nach Lauenen war öfters mal wegen Lawinengefahr gesperrt. Wir hatten genug zu essen im Haus und in den Geschäften im Dorf. Die Post wurde per Helikopter nach Lauenen transportiert. Einige Dorfbewohner kamen für die Nächte bei Freunden ausserhalb des Sperrungsgebiets in Gstaad oder Saanen unter und gingen brav arbeiten. Andere widerum konnten wie ich, zuhause bleiben und die angenehm ruhige Stimmung vielleicht sogar ein bisschen geniessen.

Da ich mein eigener Chef war, konnte ich mit sehr gutem Gewissen für fast drei Wochen zuhause bleiben. Keine Besucher, kaum Touristen im Dorf, alles lag wortwörtlich im Winterschlaf. Zurückblickend eine ganz schöne und wertvolle Erfahrung und für mich waren es die kreativsten und arbeitsintensivsten 3 Wochen überhaupt.

Umso dankbarer bin ich jetzt, im Winter 2018 hier im „Flachland“ zu wohnen. Kein Schnee räumen, nicht mehr wissen wo ich die Massen an Schnee überhaupt noch hin schaufeln könnte. Kein Garagendach ab schaufeln,  keine Schneeketten montieren und keine miserablen Strassenverhältnisse mehr. Wie sehr ich das alles geniesse. Hier ist es eher wie ein Leben im Aquarium. Der Regen peitscht unaufhörlich gegen die grossen Fensterscheiben zu meiner Terrasse. Die Katzen strecken nicht mal ihre Nasen nach draussen und ich fahre, wenn es denn unbedingt sein muss von unserer Einstellhalle direkt in die Einstellhalle in der Stadt. So kann mich sogar ohne Schirm nach draussen wagen. Die Wetteralarme kommen hochdosiert und die gestrige Meldung betreffend Lawinengefahr Stufe 4 auch hier in Riaz, bestätigen meinen Entschluss auch heute zuhause zu bleiben.  🙂

Piano spielen und „schnäfle“  kann ich ja inzwischen auch unter nicht alltäglichen Bedingungen. Schon lange möchte ich mal per Kurier eine Pizza bestellen. Vielleicht ist es heute gerade der richtige Tag? 🙂

Was ist bloss mit Frau Holle los?  Ist es ein Zeichen der Natur? Dass wir ALLE, hier nur vorübergehend auf Mutter Erde verweilen dürfen? Oder, dass mehr Sorgfalt zur Umwelt seit langer Zeit dringend notwendig wäre.  Bleibt uns durch die Wetterkapriolen vielleicht sogar der angekündigte WEF-Besuch des amerikanischen Präsidenten erspart? Das wäre im Moment aus meiner Sicht gerade der einzig erkennbare und  positive Nebeneffekt.

Frau HOLLE, was ist los bei dir oben?  Warum bis du so schlecht gelaunt?

Apropos Frau Holle … ihr kennt wahrscheinlich den Spruch mit dem Teppich klopfenden Nachbarn, oder? Der Nachbar steht im Garten und klopft seinen Teppich aus. Fragt der andere Nachbar – was ist Aladin, will er heute nicht anspringen?

Jeden Morgen erlebe ich ähnliches. Meine Frau Holle beginnt ihren Dienst Montag – Freitag pünktlich immer um ca. 7.15h. Sogar bei andauerndem schweren Regen wie heute! Unerbittlich geht es los, immer und immer wieder. Sie klopft ihren Bettinhalt, Pyjamas, Kissen und weiss der Geier was sie alles klopft. Normalerweise bleibt alles für eine Weile an zwei Fenster liegen aber heute wäre das als ob sie es direkt in die gefüllte Badewanne schmeissen würde. Also rein damit und wieder aufs Bett.

Ein ganz kurzes Intermezzo aber sowas von regelmässig und unermüdlich. Ich werde mir richtig Sorgen machen wenn diese Zeremonie einmal ausserhalb der Schulferienzeit ausblieben würde.  Da ich also jeden Tag zwischen 7.12 und 7.27 von Frau Holle geweckt werde, bin ich nicht nur ein Spätschläfer sondern auch ein Frühaufsteher und komme daher kaum mal auf meine angestrebten 7 Stunden Schlaf. Und das alles OHNE meine Hörgeräte die ich ja Nachts nicht trage. 🙂

Was soll’s, heute ist es wieder so furchtbar draussen, dann gönne ich mir halt ein kleines Nickerchen während Frau Holle wohl in der Wohnung rumklopft. Wenn es denn wenigsten mal wunderschöne Flocken schneien würde…

eure aufgeklopfte Piccolina

Weihnachtsduft …

Niemand erwartet von mir eine Weihnachtsgeschichte. Wer mich kennt weiss, dass ich mit Weihnachten nicht sehr viel anfangen kann.

Ich erinnere mich gerne an Weihnachten als Kind. Wir hatten ein richtiges, kleines, meist schiefes Weihnachtsbäumchen mit roten, echten Wachskerzen und all den damit verbundenen Duftnoten. Wir haben Weihnachtslieder gesungen oder auf der Blockflöte und Gitarre gespielt. Als Geschenke bekamen wir Pyjamas, Pullis, Würfelspiele, Silberbesteck, Stoff-Nastücher, schön verzierte Lebkuchen mit einem aufgeklebten Fünfliber und viele Bücher. Die rote Zora, die Förster Christl und wie sie alle hiessen.  Weihnachtsgüetzli haben wir fast nie gemacht. Die feinen Brätzeli gab es aber bei uns an Weihnachten immer.  Dieser herrliche Brätzeliduft  in der ganzen Wohnung … das war für uns Weihnachten. Zum Essen gabs ein Rollschinkli mit feinem „Härdöpfelsalat“ und dazu frische Ananas. Warum erzähle ich euch das?

Gestern fuhr ich mit einer Lieferung ins nahe gelegene Charmey. Nach getaner Arbeit wollte ich in einem Restaurant etwas essen. Es herrschte viel Betrieb und war hektisch. Ich sah dem Gastgeber seine Begeisterung ins Gesicht geschrieben. Den letzten noch freien 4-er Tisch an eine Einzelperson verlieren machte weder ihm noch mir wirklich Freude. Er könnte mir aber doch noch etwas anbieten. Einen winzig kleinen Tisch, mit viel Krimskrams überstellt, könnte er mir leerräumen. So quasi mitten im Geschehen und mitten im Durchgang!  Nein Danke, dann doch lieber gar nicht. Das sind leider die Unannehmlichkeiten wenn man freiwillig oder wie ich leider unfreiwillig im Alleingang unterwegs ist.

Ich war schnell wieder draussen und setzte meinen Spaziergang fort und fand mich plötzlich bei der Talstation von Le Vounetz wieder. Le Vounetz ist der Hausberg von Charmey.  Ganz spontan löste ich mir ein „Aller-Retour“ Ticket für nur 14 Franken.

Spätestens ab der Mittelstation bereute ich schon, ohne meine Skiausrüstung unterwegs zu sein. Warum hatte ich bloss am morgen nicht daran gedacht einen ersten Skitag in der Region zu wagen? Oben angekommen habe ich als erstes die schöne Aussicht auf „meinen“ Hausberg den Moléson und auf den Greyerzersee und die noch verschneite Landschaft genossen.

 

Es wurde mir schlagartig bewusst, dass dies mein erster Allein-Skiberg ist. Viele schöne Erinnerungen an unvergesslich schöne Skitage zusammen mit meinem Vater und mit meinem Mann kamen mir in den Sinn und ich schickte liebe Grüsse zu meinen Lieben in den stahlblauen Himmel.

Im Selbstbedienungs-Restaurant gönnte ich mir zum Mittagessen eine Spezialität des Greyerzerlandes. Soupe de chalet ( Rezept hier )

In Lauenen gibt es die bekannten „Strüwi-Trischte“  die Stroh-Tristen und hier gibt es eine wunderschöne „Holz-Triste“ zu sehen.

 

Ich war mir sicher, ich würde wiederkommen und zwar mit Skis oder mit Schneeschuhen.

Zurück im Dorf habe ich meinen Spaziergang fortgesetzt. Das Strässchen führte aus dem Dorfkern raus und plötzlich stieg mir dieser herrliche, wohlbekannte Duft in die Nase. Eine mir entgegen kommende Frau muss mein Rumschnuppern bemerkt haben und sie zeigte mit ihrer Hand auf ein Haus im typischen Stil erbaut und sagte dazu nur …. Bricelets (Brätzeli).  Ich bin die wenigen verschneiten Stufen raufgestiegen und befand mich mitten drin – im Brätzeli-Himmel von Charmey. Ein alter Keller, sehr bescheiden eingerichtet mit zwei langen Tischen. Auf der einen Seite geschätzte 20 Schüsseln mit Teig und auf der anderen Tischhälfte 7 Brätzeli-Eisen im Volleinsatz! Man stelle sich vor, 7 Eisen gleichzeitig im Betrieb. Es war kalt in dem Raum und der Dampf ist aus allen Eisen gleichzeitig aufgestiegen und trotz unserem Geplauder hat sie alle Brätzeli schön der Reihe nach und alle gleichmässig braun rausgenommen und zackzack gerollt.

 

Ich merke in letzter Zeit, dass ich für vieles länger brauche als bisher. Ob das eine Frage des Alters oder meine neu gewonnen Gelassenheit ist, kann ich nicht genau sagen.  Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich immer noch recht schnell bin und ich würde mir zutrauen mit 2 Eisen gleichzeitig Brätzeli zu backen. Aber SIEBEN auf’s Mal, unmöglich.

Nebst den gerollten süssen Brätzeli macht die gute Frau auch noch unzählige gesalzene Varianten.  Sesam, Mohn, Kümmel,  Käse, Chili … insgesamt 12 Vaianten. Die Gesalzenen sind nicht gerollt und wahrscheinlich rund oder in Viertel geteilt.  Leider konnte ich nicht so lange dort bleiben um auch noch die Produktion der gesalzenen Varianten zu bestaunen. Ich bekam ein süsses Brätzeli als Geschenk, es schmeckte wunderbar. Beiläufig erfuhr ich von der Frau noch, dass sie diese Produktion nicht nur vor Weihnachten sondern das ganze Jahr durchzieht.  Ich habe nicht gefragt wie oft aber ich bin sicher es gibt dort mindestens  einen Brätzeli-Tag pro Woche. Und ich bin mir fast sicher, die Frau braucht nie ein neues Parfum.

Für mich war das eine ganz besondere Begegnung und der Duft nach Brätzeli hat mich an Weihnachten von früher erinnert.  Ich weiss, früher war nicht alles besser – aber Weihnachten ganz bestimmt.

Ich wünsche euch und euren Liebsten fröhliche Weihnachten mit vielen feinen Düften.

eure Piccolina