Hassliebe Tom Dooley…

Den heutigen Beitrag widme ich hauptsächlich meinen „Gspänli“ aus dem Piano-Starter Kurs und aus dem Piano Club von und mit Sven Haefliger. Gspänli ist übrigens ein lieblicher, typisch schweizerischer Ausdruck für Freunde im Kindergarten, Schulfreunde, Arbeitskollegen und Mitschüler. Gspänli passt sogar für zukünftige Mitbewohner im Altersheim. Piano spielen war schon immer mein Kindheitstraum. Mit 60+ habe ich mich angemeldet, im kleinsten Musikunterrichts-Zimmer der Welt. Der Unterricht kann an zu jeder Tages- oder Nachtzeit besucht werden. Sven, unser motivierter und geduldiger Lehrer, er ist einfach immer da. Ich frage mich, wie er das bloss schafft? 😊

Zurzeit scheint meine innere Uhr Probleme zu haben. Die Tage werden immer kürzer, die Nächte immer länger und trotzdem ist nichts mit länger schlafen. Manchmal liege ich stundenlang wach. Jeder von uns kennt diese Situation, wenn die Gedanken einfach nicht zur Ruhe kommen. Bisher habe ich mir in solchen Situationen, meistens eine heisse Milch mit Honig zubereitet. Neuerdings schreibe ich aber auch mal einen frühen Blog-Beitrag oder ich schleiche mich ganz still und leise in das Musikzimmer. Tablet einschalten und mal sehen, was Sven mir heute beibringen möchte. Natürlich mit Kopfhörern um meine Nachbarn nicht zu stören oder aufzuwecken. Es war mir von Anfang an klar, dass es schwierig ist und ich sehr viel Geduld und Ausdauer brauchen würde. Es macht mir Spass zu üben und mich ab und zu mit den anderen Musikschülern austauschen zu können. Für diesen Austausch gibt es unsere spezielle Facebook-Gruppe. Nie habe ich mir vorgestellt, dass so viele Menschen in meinem Alter genau den gleichen Traum haben wie ich – Piano spielen.

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Die ersten Lektionen gingen relativ flott voran. Richtige Körperhaltung, Fingerstellung, Harmonie, Melodie, Rhythmik, alles ist gleichermassen wichtig. Es hörte sich für den Anfang schon sehr gut an. Aber dann…… kam Modul 3 mit Tom Dooley! Es tröstet mich zu hören, dass auch andere Schüler, sich mit dem guten alten Tom nicht auf Anhieb anfreunden können. Der Tom allein ist ja eigentlich kein Problem aber dazu mit der linken Hand einen Wechselbass spielen, das ist echt schwierig! Die Anforderung an die Unabhängigkeit der Hände hat mich sehr lange und intensiv beschäftigt und sie tut es immer noch. Darum spiele ich auch jetzt, immer wenn ich übe, den Tom Dooley. Mal hängt er hier, mal hängt er da und mal hängt er gar nicht. Zwischenzeitlich habe ich mir auch mal eine mehrtägige Tom Dooley Pause gegönnt.  Unter dem Motto – Tom Dooley wurde aufgehängt, also R.I.P. Tom Dooley.

Dieses Lied entwickelt sich, wie es scheint zu einer Hassliebe der meisten Teilnehmer im Kurs und Sven hat sich schon überlegt ihn rauszunehmen. Sogleich kam Einspruch aus allen Landesteilen von nah und fern. WIR alle, haben uns mit dem guten alten Tom abquälen müssen, also sollen es die Neuen gefälligst auch tun. 😊 Endlich konnte ich den Tom Dooley das erste Mal fehlerfrei spielen und das Erfolgserlebnis war ein echter Motivationsschub. Vorläufig also nichts mit …alles vorbei Tom Dooley. Weiter geht’s zur nächsten Herausforderung im Piano-Unterricht. Und deren gibt es viele wie z.B. Akkord-Umkehrungen, Mollakkorde,  Arpeggios, Offbeat und Synkope und alles was noch kommen wird.

Meinen „Piano-Starter“-Gspänli wünsche ich weiterhin viel Spass, Geduld und Erfolg. Unserem Lehrer Sven – DANKE für deinen unermüdlichen Einsatz. Falls ihr auch vom Piano spielen träumt, es macht wirklich Spass und das Resultat lässt sich schon nach sehr kurzer Zeit hören.🎹🎶🎹🎵🎹🎶

Eure Piano-Piccolina.

Infos  zum Kurs unter www.klavier-lernen.ch