Mein Geruchssinn….

…wurde heute wieder mal einer Belastungsprobe ausgesetzt.

Zuerst Mittagessen beim Thai und dann eine kleine Shoppingtour durch die bereits weihnachtlich dekorierten Geschäfte. Meine Begleitung kommt aus den Bergen und natürlich hat sie es ausgiebig genossen herumzuschnüffeln. Ihr Ziele waren zu meinem Entsetzen vor allem die Parfümerie-Abteilungen. Oh Schreck!

Ich würde sagen, das ist für mich die schlimmste Abteilung in jedem Geschäft. Noch schlimmer ist ein Regal  voll mit Duftkerzen, aber daran sind wir heute ganz schnell vorbeigerauscht. Wie kann man resp. FRAU in einer Parfümerie fündig werden? Kann mir das bitte jemand mal erklären?
Es riecht doch dort nach ALLEM und nach NICHTS! Ich kann höchstens zwei Duftnoten testen und dann habe ich bereits mehr als genug und brauche dringend wieder frische Luft. Sicher, auch ich möchte gerne wieder mal ein neues Duftwässerchen, aber nach welchen Kriterien wählt man das? Flaschenform, Farbe, Verschluss, Verpackung, Preis, Name des Herstellers oder Name des Duftes. Ich bin in dieser Situation völlig überfordert, mein Kopf beginnt zu hämmern und ich will nur noch raus.

So geschehen auch heute. Immerhin habe ich aber jetzt ein Foto auf meinem Handy mit einem gewissen Parfum, dass ich dann am 24. November (Black Friday – ja das gibts anscheinend auch bei uns) für meine Bekannte kaufen soll. Natürlich in der Hoffnung, dass es an diesem speziell schwarzen Tag einen Preisnachlass geben wird.
Da ich mich nicht für einen neuen Duft entscheiden kann, könnte ich doch einfach jeden Tag in die Parfümerie gehen und immer etwas anderes TESTEN. Jeden Tag von Montag – Samstag. Sonntag wäre dann mein DUFT-Ruhetag.

Bis dahin werde ich mich weiterhin sparsam an den Hinterlassenschaften meines Mannes erfreuen. Für ihn war der Besuch in der Parfümerie auch ein entspannendes Erlebnis und ich habe jeden der Düfte geliebt, die er mir mitgebracht hat. Hauptsache ich muss da nicht selber herumschnüffeln. Eines meiner Handgelenke riecht jetzt nach Vanille, was ich gar nicht mag. Der andere Unterarm riecht unbeschreiblich viel besser, aber höchstwahrscheinlich werde ich diese kleine Flasche nie mehr finden und den Namen gleich wieder vergessen.

Aus einer Duftwolke grüsst
eure Piccolina

 

 

 

 

 

 

 

Hallo, wie geht’s?

MODEPRALINE

Wer kennt ihn nicht, diesen Satz? Im Vorbeigehen, bei einer Begegnung oder als Begrüssung – überall wird er verwendet. Und eigentlich ist er auf diese Weise zu einer rhetorischen Floskel verkommen. Warum eigentlich?

Wenn ich jemanden sehe und ihn begrüsse mit „Hallo, wie geht’s“, dann möchte ich tatsächlich wissen, wie es ihm geht. Sonst frage ich das nicht und es bleibt es bei einem simplen „Hallo“. Wie oft erlebe ich aber, dass mich Leute mit „Hallo, wie geht’s?“ begrüssen und dann überrascht reagieren, wenn ich antworte mit „Hallo, grad nicht so gut“. Darauf sind nämlich die wenigsten vorbereitet. Man geht ganz einfach davon aus, dass ein „Gut“ zurückkommt – alles andere scheint offenbar als Antwort nicht zu gelten.

Warum aber soll ich „Gut“ sagen, wenn ich es nicht so empfinde? Und warum fragt man etwas, wenn man sich gar nicht wirklich dafür interessiert?

Noch ignoranter finde ich die Variante, mit…

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Hassliebe Tom Dooley…

Den heutigen Beitrag widme ich hauptsächlich meinen „Gspänli“ aus dem Piano-Starter Kurs und aus dem Piano Club von und mit Sven Haefliger. Gspänli ist übrigens ein lieblicher, typisch schweizerischer Ausdruck für Freunde im Kindergarten, Schulfreunde, Arbeitskollegen und Mitschüler. Gspänli passt sogar für zukünftige Mitbewohner im Altersheim. Piano spielen war schon immer mein Kindheitstraum. Mit 60+ habe ich mich angemeldet, im kleinsten Musikunterrichts-Zimmer der Welt. Der Unterricht kann an zu jeder Tages- oder Nachtzeit besucht werden. Sven, unser motivierter und geduldiger Lehrer, er ist einfach immer da. Ich frage mich, wie er das bloss schafft? 😊

Zurzeit scheint meine innere Uhr Probleme zu haben. Die Tage werden immer kürzer, die Nächte immer länger und trotzdem ist nichts mit länger schlafen. Manchmal liege ich stundenlang wach. Jeder von uns kennt diese Situation, wenn die Gedanken einfach nicht zur Ruhe kommen. Bisher habe ich mir in solchen Situationen, meistens eine heisse Milch mit Honig zubereitet. Neuerdings schreibe ich aber auch mal einen frühen Blog-Beitrag oder ich schleiche mich ganz still und leise in das Musikzimmer. Tablet einschalten und mal sehen, was Sven mir heute beibringen möchte. Natürlich mit Kopfhörern um meine Nachbarn nicht zu stören oder aufzuwecken. Es war mir von Anfang an klar, dass es schwierig ist und ich sehr viel Geduld und Ausdauer brauchen würde. Es macht mir Spass zu üben und mich ab und zu mit den anderen Musikschülern austauschen zu können. Für diesen Austausch gibt es unsere spezielle Facebook-Gruppe. Nie habe ich mir vorgestellt, dass so viele Menschen in meinem Alter genau den gleichen Traum haben wie ich – Piano spielen.

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Die ersten Lektionen gingen relativ flott voran. Richtige Körperhaltung, Fingerstellung, Harmonie, Melodie, Rhythmik, alles ist gleichermassen wichtig. Es hörte sich für den Anfang schon sehr gut an. Aber dann…… kam Modul 3 mit Tom Dooley! Es tröstet mich zu hören, dass auch andere Schüler, sich mit dem guten alten Tom nicht auf Anhieb anfreunden können. Der Tom allein ist ja eigentlich kein Problem aber dazu mit der linken Hand einen Wechselbass spielen, das ist echt schwierig! Die Anforderung an die Unabhängigkeit der Hände hat mich sehr lange und intensiv beschäftigt und sie tut es immer noch. Darum spiele ich auch jetzt, immer wenn ich übe, den Tom Dooley. Mal hängt er hier, mal hängt er da und mal hängt er gar nicht. Zwischenzeitlich habe ich mir auch mal eine mehrtägige Tom Dooley Pause gegönnt.  Unter dem Motto – Tom Dooley wurde aufgehängt, also R.I.P. Tom Dooley.

Dieses Lied entwickelt sich, wie es scheint zu einer Hassliebe der meisten Teilnehmer im Kurs und Sven hat sich schon überlegt ihn rauszunehmen. Sogleich kam Einspruch aus allen Landesteilen von nah und fern. WIR alle, haben uns mit dem guten alten Tom abquälen müssen, also sollen es die Neuen gefälligst auch tun. 😊 Endlich konnte ich den Tom Dooley das erste Mal fehlerfrei spielen und das Erfolgserlebnis war ein echter Motivationsschub. Vorläufig also nichts mit …alles vorbei Tom Dooley. Weiter geht’s zur nächsten Herausforderung im Piano-Unterricht. Und deren gibt es viele wie z.B. Akkord-Umkehrungen, Mollakkorde,  Arpeggios, Offbeat und Synkope und alles was noch kommen wird.

Meinen „Piano-Starter“-Gspänli wünsche ich weiterhin viel Spass, Geduld und Erfolg. Unserem Lehrer Sven – DANKE für deinen unermüdlichen Einsatz. Falls ihr auch vom Piano spielen träumt, es macht wirklich Spass und das Resultat lässt sich schon nach sehr kurzer Zeit hören.🎹🎶🎹🎵🎹🎶

Eure Piano-Piccolina.

Infos  zum Kurs unter www.klavier-lernen.ch

 

 

Bei mir piepst’s wohl…

Ich weiss, was ihr jetzt sicher denkt. Dass es ziemlich lange gedauert hat, bis ich das zugebe. Nun ja, da habt ihr vielleicht auch recht – aber mein Piepsen hat eine erklärbare Herkunft.

Wenn ihr mit mir redet und ich nicht reagiere oder eine unpassende Antwort gebe, kommen wir der Ursache schon etwas näher. Ich bin, wie es so schön heisst, schwerhörig. Auf jedem Ohr ca. 50 % – dies nennt man eine mittlere Schwerhörigkeit. Das Piepsen in meinen Ohren bedeutet kurz und gut, dass die Batterie meines Hörgeräts leer ist. Kaum bin ich mal aus dem Haus und auf das uneingeschränkte Hören angewiesen, meldet sich ganz bestimmt dieser Piepston.
Das Piepsen hört sich an wie die Barriere beim Bahnübergang und eigentlich ist das Hörproblem auch sehr gut damit zu vergleichen – eine Barriere im Leben. Eine gestörte Verbindung zur Aussenwelt, genau wie eine Barriere behindern kann. Seit elf Jahren habe ich nun Hörgeräte und wenn ich aus dem Haus gehe, trage ich diese fast immer. Zu Hause habe ich auch gerne mal Ruhe und da sind keine Hörgeräte eine wirklich gute Sache.

Schon seit längerem verbringe ich kaum mehr Zeit vor dem TV. Filme sind fast immer mit Hintergrundmusik überlastet und Diskussionen sind anstrengend zu verstehen.

Der gutgemeinte Ratschlag, ich solle doch meine Hörgeräte einschalten ist zwar lieb, aber so wirklich gut ist das Resultat trotzdem nicht. Nicht die Lautstärke ist das Problem, es sind die verschiedenen Laute, die ich trotz allem nicht deutlich verstehen kann.
Meine Hörgeräte der neusten Generation sind per App zu steuern und ich kann auch den Ton des TV direkt via Bluetooth auf meine Hörgeräte schalten.

Stellt euch das mal so vor. Im TV läuft the Voice of Germany, eine Sendung, welche ich am Sonntag das allererste Mal geschaut habe. Die Sängerinnen und Sänger geben ihr Bestes und ich sitze da, in meinem Gehirn kommt der Ton zwar an aber mit Verspätung zum Bild und die Qualität ist in etwa mit Sardinenbüchsen-Akustik zu beschreiben. Oder vielleicht sogar nur eine Sardellenbüchse?
So macht es einfach weder Spass noch Freude und wenn ich wirklich was sehen und gleichzeitig verstehen will, bleibt mir nichts anderes übrig, als ein Kopfhörer zu tragen. Trotz der ganzen modernen Technik, ist Schwerhörigkeit eine Barriere zur Aussenwelt, die es zu überwinden oder eben zu akzeptieren gilt.  

Schwerhörigkeit ist wie trauern. Nur wer wirklich selber betroffen ist, weiss was Trauer bedeutet und wie sich das anfühlt. Vom Hörensagen, kann man das nicht nachempfinden und auch nicht verstehen und ums Verstehen geht es bei einer Schwerhörigkeit. Jawohl, ums VERSTEHEN nicht ums HÖREN!
Ich danke euch für eure Geduld und euer Verständnis, wenn ich wieder mal nicht reagiere oder irgendwie daneben antworte. Not macht erfinderisch und manchmal ist es auch eine echte Wohltat nicht alles verstehen zu müssen oder zu wollen.  Ich freue mich  auf die heutige Folge von The Voice, diesmal garantiert MIT Kopfhörern.

Eure schlecht verstehende
Piccolina

Für immer und ewig…..

….wird es mich nun begleiten, mein TATTOO! Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich, im fortgeschrittenen Alter von 60+, habe jetzt auch ein Tattoo. Und zwar ein wirklich wunderschönes Tattoo.

Die erste Skizze habe ich entworfen, ausgearbeitet hat es dann die Tattoo-Künstlerin Ewa. Den Entscheid für ein Tattoo, habe ich schon im Sommer gefasst. Es drohten mir aber zwei Wochen Badeverbot. 😓 Auf keinen Fall, ich wollte zuerst den Sommer IM und AUF dem Wasser geniessen. Am letzten Dienstag war es dann endlich soweit. Die Ewa, welche mir das Motiv stichfertig gezeichnet hat ist eine wirklich grosse Künstlerin.

Die grösste Herausforderung für mich, war auf den Stuhl zu klettern und dort eine einigermassen bequeme Position zu finden. Schon ging’s los. Wie soll ich sagen? Ich habe fest damit gerechnet, dass es weh tun würde und ich vielleicht sogar die Zähne zusammenbeissen müsste. Aber nein, schmerzhaft war das überhaupt nicht. Ein feines Kratzen, aber auf keinen Fall schmerzhaft. Meine Lektüre blieb ungelesen in meiner Tasche. Ewa und ich, wir haben uns gut unterhalten und die drei Stunden waren im Nu vorbei.

Dieses, mein ganz persönliches Tattoo, ziert nun meine linke Waden-Aussenseite. Es wird mich, für immer und ewig, an meinen lieben Mann Gino erinnern. Und solange ich lebe, mit meiner „little Sis“, Schwester des Herzen, verbinden. Danke liebe little Sis!

Ein Tattoo von Ewa stechen lassen……ich würde es immer wieder tun und darum gilt auch hier, sag niemals NIE!

eure „gebrandmarkte“ Piccolina

Mein Revier…

Kennt ihr das? Es kommt Besuch und irgendwie kommt alles in Bewegung! Ich hoffe, dass ich bei meinen spärlichen Besuchen in fremden Wohnungen nichts dergleichen auslöse.

Ich wohne in einer wirklich schönen und grossen Wohnung. Zusammen mit meinen beiden schnurrenden Freunden Grisou und Skippy. Wo Katzen leben, welche man bekanntlich nicht wie Hunde erziehen kann, herrschen besondere Verhältnisse

Immer wenn ich Besuch habe, benehmen die Beiden sich daneben. Erst wollen sie raus, dann wieder rein. Ich stehe immer wieder auf um die Terrassentüre zu öffnen resp. zu schliessen. Mal springt Skippy auf die Küche oder sogar auch auf den Tisch. Sobald ich allein bin mit den Beiden, ist absolute Ruhe und es wird geschlafen was das Zeug hält. Wollen sie Aufmerksamkeit erwecken oder sind sie vielleicht sogar ein bisschen eifersüchtig? Ich werde es wohl nie erfahren.

Obwohl ich fast täglich Staub sauge, gibt es auch immer wieder Katzenhaare. Das ist unangenehm aber es lässt sich einfach nicht verhindern. Ich kann damit leben und auch sonst fühle ich mich in meinem Zuhause sehr wohl und ich möchte eigentlich nichts verändern. Ich habe sehr oft Besuch und ich freue mich ehrlich über jeden einzelnen Besucher.

Was ich weniger mag, sind die vielen gutgemeinten Ratschläge. Tipps und Hinweise wie man dies und das verändern und verbessern könnte. Leute, ich bin erst vor einem Jahr hier eingezogen, ich will nicht schon wieder Veränderungen. Mein Büro ist zugegeben ein kreatives Chaos. Mein Küchenreduit ist genau so durcheinander wie ich auch aber ich mag es so wie es ist.

Muss ich mich dafür wehren oder rechtfertigen, dass mein Zuhause mein Lebensraum ist? Mein Revier wo ich mich wohlfühle und nicht eine sterile Möbelausstellung.

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Sollte ich irgendwann mal bei jemandem von euch zu Gast sein und anfangen Dinge zu verschieben und ungefragt Tipps abzugeben – bitte sagt es mir einfach!

Die Tablare in der Küche sind nach unten verrutscht und die unzähligen leeren Confi-Gläser sind ordentlich weggeräumt. Die übersehenen Katzenhaare auf dem Badezimmerteppich sind gesaugt und mein Besuch ist wieder weg. Ich bin dankbar für diese Verbesserungen. Wenn mein nächster Besucher grösser ist als 1.75m habe ich schon eine gute Idee, mein Bürofenster muss dringend geputzt werden. 🙂

Wir hätten die Zeit aber auch einfach mit plaudern verbringen können. Zeit für Freunde und mit Freunden – das kostbarste Geschenk überhaupt.

Willkommen in unserem Revier

Skippy, Grisou und Piccolina

Ich bin doch nicht blöd…..

Wer kennt ihn nicht, diesen Werbeslogan? Viele Jahre lang bin ich meinem Vorsatz treu geblieben und habe keinen Schritt mehr in diese Geschäfte gemacht. Am Anfang meiner „digitalen“ Entwicklung, hat mir mein Mann einen Palm geschenkt. Das Urgestein der elektronischen Agenda oder so ähnlich. Er, nie sonderlich interessiert für solche Gadgets, war so stolz mir dieses kleine Teil zu schenken. Was dann folgte, war eine lange und zermürbende Geschichte und Erfahrungen mit dem Kundendienst – zum VERGESSEN. Jedes Mal mussten wir ca. 200km fahren hin und zurück. Ich habe mir vorgenommen, NIE mehr auch nur Batterien in diesem Geschäft zu kaufen. Die wären bestimmt schon leer, wenn ich sie kaufe!

Viele Jahre sind vergangen, meine Erfahrungen mit elektronischen Geräten sind nach wie vor etwas schwierig um nicht zu sagen gestört. Da mein Drucker an Altersschwäche und wie es scheint auch an Sehschwäche leidet, war ich jetzt schon länger auf der Suche nach einem Ersatz. Ein A3 taugliches Multifunktionsgerät sollte es sein. Mehrere Geschäfte habe ich abgeklappert und auch Online gesucht. Irgendwie wollte ich das Gerät aber vor dem Kauf sehen können und so landete ich heute mit gemischten Gefühlen in dem Laden mit dem bekannten Slogan.

Ein netter und wie mir schien kompetenter, junger Verkäufer (das gibt’s dort wirklich auch) hat mich auf meine Frage hin beraten. Er führt mich zum günstigsten Modell. Schon vom Namen her, weckt das bei mir nicht so erfreuliche Erinnerungen und ich schaue mich fragend um. Da steht auf einem grossen Karton TESTSIEGER mit 5 Sternen ausgezeichnet durch PC-Tipp. So falsch kann das nicht sein. Zwar fast doppelt so teuer wie der Günstigste aber eben…… Schadensbegrenzung oder Risiko minimieren.

Zufrieden und schon fast stolz auf mich selbst, schliesse ich an der Kasse noch eine zusätzliche Garantie ab und fahre in die Einstellhalle. Da kommt auch schon ein hilfreicher Ritter des Weges. Nicht, dass er meinen flehenden Blick selber verstanden hätte, es war schon nötig ihn um Hilfe zu bitten. Zusammen war es einfach, diesen riesigen und schweren Karton ins Auto zu hissen. Zuhause habe ich den Karton langsam und vorsichtig aus dem Auto auf mein Transportwägeli gleiten lassen. Bis dahin alles bestens und Zeit mal Kaffeepause zu machen.

Als ob ich’s gespürt hätte, wollte ich mich zwei Stunden später in der Garage nach den anwesenden Nachbarn erkundigen.  Zwei waren gerade dabei ihre Autos mit Entsorgungsgut zu beladen.

Die Chancen standen 50:50 und der zweite Versuch war erfolgreich. Wenige Minuten später konnte mein neuer „Brother“ sein Quartier beziehen. Für einmal lief dann wirklich alles wie am Schnürchen. Installiert, Software runtergeladen, eingerichtet und gescannt und gedruckt und alles genau Testsieger-mässig. Ein wirkliches Erfolgserlebnis und darum weiss ich wieder mal…… sag niemals NIE und ich bin DOCH nicht blöd!

Oder einfach mal Glück gehabt!

eure „druckfreudige“ Piccolina

Schlagzeilen!

Nur ganz kurz mach ich meinen Laptop auf um ein eine E-Mail zu schreiben und schon erreichen mich die Schlagzeilen die mich erschauern lassen.

Der Atomkrieg kann jeden Moment ausbrechen!

Krieg im Paradies beim Bachelor!

Trump muss sich in Sex-Klage entblättern!

Beziehungsflucht – Mann lebt zehn Jahr im Wald!

„Ophelia“: Heftigster Sturm in Irland seit 50 Jahren!

Migros verkauft Sorgenkind Office World an Österreicher!

usw…….

Meine gute Stimmung sinkt zusehends und auch die Aussicht auf einen weiteren warmen, sonnigen Herbsttag kann daran im Moment gerade nicht viel ändern.  Was ist los auf unserem Planten, sind wir alle verrückt oder drohen wir es zu werden.

Gerade will ich mein Laptop zuklappen, da sehe ich doch noch einen Hoffnungsschimmer am Horizont der heutigen Schlagzeilen.

Schlaf ist wichtiger als Sport!  

Doch noch eine gute und erfreuliche Neuigkeit um den heutigen Tag anzugehen.

Schlaft alle gut und vor allem genug und bis bald,

eure Piccolina

 

 

Wie…was…Kochwerkstatt?

Nach 25 gemeinsamen Jahren, haben mein Bruder und meine „neue“ Schwägerin in diesem Sommer geheiratet. Andere feiern nach 25 Jahren die Silberne Hochzeit und wieder andere sind bereits zum zweiten oder dritten mal geschieden. Ich freue mich mit ihnen und für sie. Es ist schön, das unsere, sich im schrumpfen befindende Familie,,, dadurch wieder etwas Verstärkung bekommen hat.

Gestern nun war das lang geplante Fest mit Familie und Freunden angesagt. Die Einladung lautete zu einem kleinen Festli in Tenu leger und locker mit Treffpunkt um halb drei beim Busbahnhof. Vorsichtshalber erkundigte ich mich noch nach dem passenden Schuhwerk, weil ich glaubte wir würden mit dem Bus irgendwohin fahren und vielleicht wandern? Von wegen wandern….. ein paar kleine Insider Infos habe ich doch noch rechtzeitig erhalten.

An unserem Treffpunkt beim Busbahnhof erwartete uns nicht wie man meinen könnte ein Bus, sondern ein Schild mit der Aufschrift KOCHWERKSTATT.

Den Apéro durften wir bei sommerlichen Temperaturen draussen geniessen. Die in verschiedenen Farben verfassten Namensschilder wurden jedem Gast angesteckt. Nach der Begrüssung durch die Gastgeber und den Ausführungen des Geschäftsleiters Christian, war auch dem langsamsten Berner klar, dass wir hier ein tolles 4-Gang Menu geniessen würden. Und dass wir in Gruppen aufgeteilt mitkochen würden.

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In der Küche erklärte uns Christian die einzelnen Gänge. Die Aufmerksamkeit war gross, weil noch niemand wusste in welchen Menu-Gang es ihn verdonnern würde.

Ich habe mich gerade selber gefragt, was ich denn gerne machen würde als klar wurde, dass unsere orangen-farbene Gruppe für den Hauptgang verantwortlich war. Ohne zu überlegen habe ich mich mit einem sehr spitzen und scharfen Messer bewaffnet neben dem Fleisch in Position gebracht. Um mich zusammen mit einem, mich um Längen überragenden jungen Mann, an die Hirschentrecôtes zu wagen. Parieren heisst der Fachausdruck für unsere erste Aufgabe. Die Seidenhaut und die Sehnen mussten ganz sorgfältig und sparsam entfernt werden. Es war ein gutes Gefühl endlich wieder mal ein gut geschliffenes Messer in der Hand zu haben. Als Scherenschneiderin hätte ich mancherorts zwar auch lieber mit der Schere zugeschnitten:-)

In der ganzen Küche herrschte ein emsiges Treiben, Gelächter und Geschwätz und die Stimmung konnte besser nicht sein. Nach 3 Minuten, kam aus der Vorspeisengruppe bereits die Frage nach einem Heftpflaster und ich konzentrierte mich noch besser auf meine Hände.

Die Hirschentrecôtes waren fertig pariert, (ich hatte die Ehre das Pièce de résistance zu salzen) in Grillpfannen, mit viel frischem Thymian angebraten und dann zum Niedergaren in den auf 80 Grad vorgeheizten Ofen gegeben. Die geschmacklich wertvollen Rückstände in den Grillpfannen wurden mit Rot- und Süsswein abgelöscht, mit Kalbsglace verlängert und reduziert und mit Holundergelee abgerundet und vor dem Servieren noch mit Butter aufgerührt.

Die humoristische Einlage vom „Rüedu Oppliger vo Zäziwil“ hat viele Lachtränen gefordert und die Stimmung war toll. Zwischenzeitlich bekam ich ein paar Bedenken betreffend der Garstufe unseres Hirsches aber der Christian hat mich beruhigt. Alles war unter Kontrolle.

Das Lokal dieser Kochwerkstatt ist sehr schön eingerichtet, wir haben uns super wohl gefühlt. Mein einziger Wehmutsgedanke wanderte wie immer zu meinem Mann und zu meinen Eltern die bestimmt auch jede Menge Spass und Freude gehabt hätten. Ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass sie in unseren Herzen dabei waren und so auch ein bisschen mitfeiern und geniessen konnten.

Ich habe Bekannte besser kennen gelernt und auch neue Bekanntschaften geschlossen und ich würde sagen, der Abend war ein voller Erfolg. Die Crew der Kochwerkstatt hat uns geführt und ist uns hilfreich zur Seite gestanden und ich kann dieses Erlebnis wärmstens empfehlen.

unser Menu:

Tartar vom geräucherten Stör mit Avocado
Kaviar (Tropenhaus Frutigen)
mit Randenmousse
***
Zander mit Safransauce
Sautierter Fenchel mit Apfelkügeli
***
Hirchentrecôte mit Holunderjus
Kartoffelgratin mit Chili und Peperoni
Gebackene Karotten
***
Käseauswahl
***
Marronimousse mit karamelisierten Zwetschgen
Lauwarmer Schokoladenkuchen

Falls ihr mitgezählt habt, es waren mit der Käseauswahl sogar 5 Gänge und es war ein Gaumenschmaus und ein unvergesslich schönes und gemütliches Erlebnis.

Danke unseren Gastgebern Sonja und Ruedy und ein ganz spezielles Merci für die Kochwerkstatt-Crew unter Christian Thierstein.
In Bern gibt es übrigens unter dem Namen „La table de Urs Hauri“ ein weiteres Lokal mit dem gleichen Konzept.

Schade, dass alleine kochen für nur eine Person nicht auch soviel Spass und Freude macht wie mit dieser tollen Gruppe.

Danke an euch ALLE
eure Piccolina

Freitag 13. Oktober 2017

Keine Angst, keine Geschichte über Aberglaube oder Unglaubliches. Obwohl… so ganz normal scheint mir dieser Freitag der 13. Oktober 2017 doch nicht zu sein. Es ist etwa noch eine Stunde bis zum Sonnenuntergang und ich sitze in leichtester Sommermontur auf meiner Terrasse. Mit zusammengekniffenen Augen, weil ich mit der Sonnenbrille auf dem Bildschirm noch weniger erkennen kann. Das Thermometer steht im Schatten und zeigt gerade 24,7 Grad an. Und das soll normal sein? Ich kann mich nicht erinnern je einen solche schönen Sommer und Herbst bewusst erlebt zu haben.

Sicher….. schönes Wetter, stahlblauer Himmel und herbstliche Bäume in allen Farben das gibt es ja glücklicherweise jedes Jahr. Letztes Jahr war mein erster Herbst hier im Greyerzerland aber da habe ich vieles noch anders empfinden. Nun aber, der Herbst 2017 ist sowas von schön! Es rührt mich auch öfters mal zu Tränen. Tränen weil ich dann meinen Mann vermisse und traurig bin, weil wir das nicht mehr zusammen erleben und geniessen dürfen. Ein paar Minuten später wechselt diese Trauer dann aber zu einer unbeschreiblichen Dankbarkeit, dass ich das erleben darf und ich geniesse jeden einzelnen Tag. Da die Zeit mit meinem Geburtstag zusammenfällt, habe ich noch mehr Besuch als sonst und so bin ich fast jeden Tag irgendwo unterwegs und ich kann nicht genug davon bekommen von diesem grün-gelb-rot Tönen des Waldes und im Gegensatz dazu das Blau des Himmels und des Wassers. Da es hier viel mehr Laubwald hat als auf 1’250 m ü. M ist alles viel intensiver.

Die vielen Begegnungen mit meinen Freunden von früher und all meinen neuen Freunden aus meinem neuen Leben hier sind so unglaublich wertvoll und ich schätze mich sehr glücklich und bin dankbar für jede einzelne Begegnung.

Und jeder, wirklich jeder Besucher hat ganz plötzlich vollstes Verständnis für unsere, resp. meine Entscheidung hierher zu ziehen. Auch all diejenigen, die es bisher nicht verstehen konnten und sehr skeptisch waren. Das ist ein ganz wundervolles Gefühl und macht alles noch besser. So empfinde ich diesen Freitag 13. Oktober mit sommerlichen Temperaturen als grosses Glück und freue mich, dass noch ein paar solche Tage angesagt sind und ich werde jeden einzelnen geniessen….. ganz bewusst geniessen.

Nach der Diagnose meines Mannes ist unsere Welt und all unsere Träume innert Minuten zu einem Albtraum geworden. Ich empfand weder Freude noch Trauer, keine Lust und Motivation einfach nur noch blanke ANGST. Oft habe ich gedacht und auch gesagt ich würde das allein niemals schaffen und er hat mir immer gesagt ich würde die Kraft bekommen um weiterzumachen. Geglaubt habe ich ihm damals nicht. Nur gehofft, dass er recht haben möge und es ist wirklich so …… das einzige was ich seit seinem Tode nicht mehr habe ist ANGST. Das Schlimmste was ich befürchtet habe ist eingetroffen, ich habe den liebsten und wichtigsten Menschen verloren. Es gibt keinen Grund mehr Angst zu haben und jetzt sind alle anderen Gefühle wie mir scheint umso stärker zurückgekommen und dazu gehört auch die Freude an so einem wunderschönen Freitag den 13-ten!

Ein paar Sekunden nach der niederschmetternden Diagnose hat Gino zu mir und zum Arzt gesagt: es gibt kein glückliches Leben, es gibt nur glückliche Momente im Leben. Er hat versucht uns das zu erklären und ich habe ebenso versucht es zu verstehen. Damals ist es mir nicht wirklich gelungen. Heute weiss ich, was er damit gemeint hat und daher ist der heutige Freitag der 13. für mich auf jeden Fall ein Glückstag.

viel Glück für euch alle

eure Piccolina