Phase BLAU …

Ich befinde mich gerade in Phase BLAU. Das heisst nicht, dass ich jeden Abend sturzbetrunken das Schlüsselloch oder mein Bett suchen muss. Auch nicht, dass ich ständig BLAU machen würde, obwohl die Tendenz ganz offensichtlich in diese Richtung geht.

Ganz unbewusst habe ich diesen Frühling blaue Kleider gekauft. Das ist mir erst im Nachhinein irgendwann mal aufgefallen. Dann kam die Idee mit dem Auto und ich kann bestätigen, ich habe mich für den BLAUEN entschieden. Wunderschönes BLAU und schwarzes Dach. Richtig elegant sieht er aus, mein neuer Flitzer.

Ich war schrecklich aufgeregt und hatte fast schlaflose Nächte. Ich konnte mir das Fahren mit dem Automatikgetriebe einfach nicht vorstellen. Die Testfahrt war sehr kurz und die Tatsache, dass der Garagist neben mir Platz genommen hat, fand ich mehr als nur mutig.

Beim Mittagessen mit Freunden wurde ich so richtig auf die Schippe genommen. Sie wollten die Polizei avisieren, dass am Nachmittag ein Geisterfahrer in BLAU, resp. ein BLAUES Auto ohne sichtbaren Fahrer auf der Route de Vevey rumstottern würde. Ein befreundeter Polizist in Rente hat sogar angeboten mich zu begleiten. Als mutiger Beifahrer oder im Konvoi – notfalls mit BLAU-Licht.

Haha … ich bin selber schuld, ich habe meine Angst öffentlich gemacht aber ich habe keine Probleme mit all diesen Sprüchen. Automatik fahren kann jeder Doofe, so lauteten auch gut gemeinte Ratschläge. Meine Angst, plötzlich mit dem linken Fuss eine Vollbremsung zu machen war gross. Meine Idee mit nacktem Fuss zu fahren, fand auch nicht wirklich Zustimmung. Der fehlende Schuh sollte mich doch nur rechtzeitig daran erinnern, dass mein linker Fuss ab sofort nur noch stiller Beifahrer ist.

Am Freitag war es dann soweit und ich habe mit einem weinenden und einem lachenden Auge meinen liebgewonnen Suzuki bei der Garage abgegeben. Wir waren doch ein gutes Team und er hat mich nie auch nur eine Sekunde im Stich gelassen. Eimerweise Tränen habe ich in den Suzuki vergossen. Er hat er mir das nie übel genommen und er wird meinen Kummer für sich behalten.

Die Instruktion in der Garage war kurz und klar und schon war es soweit. Ich fasste meinen ganzen Mut und los ging’s. Alles war NEU und fast alles war ANDERS aber schon nach ein paar Kilometern hatte ich ein relativ gutes Gefühl. Nur dieses vermehrte „Bibip“ war etwas ungewohnt und für mich teilweise kaum hörbar. Vielleicht lässt sich ja das Warn-Bibip direkt via Bluetooth auf meine Hörgeräte schalten? Das wäre doch eine wirkliche Hilfe. Nicht das „Kind“ im Ohr, sondern das Auto im Ohr.

Am Sonntag habe ich dann mal die ruhige Stadt und sämtliche Kreisel befahren und wenn ich jetzt in ein Parkhaus fahre, suche ich immer mindestens 5x einen anderen Parkplatz um ein bisschen zu üben. Vorwärts, Rückwärts oder eben jetzt D und R und P! Na ja, die Positionen zu finden ist noch nicht so ganz Routine aber es wird schon werden.
Auch an die Tatsache, dass mein Auto jetzt einfach losfährt sobald ich das Bremspedal loslasse, werde ich mich sicher schnell gewöhnen können.

Auf jeden Fall macht es wirklich Spass und die Fahrweise ist definitiv viel entspannter, als ständig mit einem Fuss auf der Kupplung stehen zu müssen. Alle anderen Tricks und Tipps werde ich mit der Zeit sicher noch kennenlernen.

BLAU geht irgendwie plötzlich wie ein „roter“ resp. blauer Faden durch mein Leben. Seit Jahren benutze ich die gleiche Computermaus und erst heute fällt mir auf. BLAU mit schwarzem „Dach“. Mein „Hüsli“ am blauen See ist blau, mein SUP-Paddel ist blau-weiss und heute hat mir der Briefträger zusammen mit einer Rechnung eine kleine Taschenlampe als Geschenk überreicht. Ihr braucht gar nicht zu raten, sie ist BLAU.

Grad war ich noch beim Friseur und habe mir einen Sommer-Schnitt gegönnt. Nein, meine Haare sind nicht BLAU da bleibe ich bei meinem natürlichen Grau-Mix. 😄

Liebe Freunde, für heute ist genug … ich mach jetzt BLAU, das drängt sich einfach grad auf!

herzlichst
eure Piccolina-BLUE

Bin ich wirklich schuld?

Obwohl immer noch kalt, wagte ich mich heute wieder für meinen Spaziergang nach draussen. Immer wieder treffe ich auf meiner Runde freundlich grüssende Mitmenschen, die mit Ihren Vierbeinern Gassi gehen. Normalerweise ist das auch kein Problem.  Zugegeben, ich bin  kein ausgeprägter Hundenarr aber auch da gibt es ein paar rühmliche Ausnahmen wie zum Beispiel meine kleine Freundin Ellie.

Als Kind hat mich einmal ein Appenzeller Mischling ziemlich böse in die Hand gebissen. Er war der Hund des Nachbarn und wir Kinder hatten immer mit ihm gespielt. Was damals der Grund für den Biss war, daran kann ich mich nicht mehr erinnern.

Vor einigen Jahren war ich in Lauenen im Rohr unterwegs und wurde von einer freilaufenden Dogge mit voller Kraft angesprungen. Mit meiner Körpergrösse von plus/minus 150 cm war die Dogge mindestens ebenso gross wie ich und dieses Aug in Aug war kein Erlebnis, welches ich gerne wiederholen würde.

Nun hat eine nette Bewohnerin des Nachbargebäudes seit einigen Monaten einen Schäferhund. Ich kenne mich nicht aus mit Hunden aber ich lasse mir wirklich nicht einreden, dass ich schuld bin, wenn ihr Hund mich immer anspringt und wie heute geschehen, an meinem Arm zuschnappt.

Es ist heute nicht das ERSTE aber ganz bestimmt das LETZTE Mal passiert. Das nächste Mal werde ich mich umdrehen und zurückgehen oder einen ganz grossen Bogen um meine liebe Nachbarin machen.  Der Hund reisst an der Leine wie ein Wahnsinniger und er reagiert auch auf kein Kommando, sofern sie überhaupt ein Kommando abgibt.  Für mich ist das einfach ein schlecht – oder gar nicht erzogener Hund und er gefährdet Spaziergänger und vor allem auch kleine Kinder.

Er ist jung und ungestüm, dass kann ich ja nachvollziehen und verstehen. Er sieht aber auch ziemlich bissig und aggressiv aus und genau so ist auch sein Verhalten.  Zu mir sagt die Dame immer, der Hund merke, dass ich Angst vor ihm habe und daher reagiere er so. Wen wunderts bei so einem Verhalten?

Komisch finde ich nur, dass ich auf meinem heutigen Spaziergang noch mehreren Personen mit Hund begegnet bin wobei einer wieder ein Schäferhund war.  Er hat mich nicht mal beachtet, sondern ist schön gehorsam neben seinem Herrchen an mir vorbeimarschiert.

Also liebe Hundehalter, klärt mich doch bitte auf, ob ich wirklich was falsch mache oder ob es vielleicht doch das Herrchen resp. das Frauchen ist, welches ihren Vierbeiner nicht im Griff hat.

Ich freue mich über jeden brauchbaren Tipp!

eure Piccolina