Gedanken zum Muttertag …

Braucht es wirklich einen Muttertag?  Mein Mami war ganz klar der Meinung – nein, einen Muttertag braucht es nicht. Führt euch durchs ganze Jahr so auf, dass ihr am Muttertag nicht mit einer „Hüchlerstude“ antraben müsst – das waren ihre Worte.

Im Grossen und Ganzen haben wir, mein Bruder und ich, uns an diesen Ratschlag gehalten. Muttertags-Blumen habe ich daher meistens gemeinsam mit unserem Mami gekauft und oft waren es die Blumen, die den ganzen Sommer lang, unseren Balkon und unsere Terrasse schmücken durften. Wegen den gefürchteten Eisheiligen, haben wir diese Einkäufe vorzugsweise erst Ende Mai oder Anfangs Juni getätigt. Trotzdem war es eben irgendwie Muttertag.

Schon wieder ist Muttertag, bereits der vierte an welchem unser Mami fehlt.  Gezeichnet von Ihrer Krankheit war ihr Tod vor bald vier Jahren zwar sehr traurig aber doch auch eine Erlösung für unser Mami und auch für uns.

Dass das Schicksal brutal und ungefragt zuschlägt, habe ich in den letzten Jahren mehr als einmal erfahren müssen und dass wir nicht dagegen ankämpfen oder etwas ändern können, das ist mir auch klar geworden.

Ich vermisse mein Mami, meinen lieben Päps und ganz besonders auch meinen geliebten Ehemann … ich vermisse sie an jedem einzelnen Tag. An diesen besonderen Tagen aber, da denke ich besonders stark an sie und trotz der „Längizyt“ verspüre ich diese tiefe Verbundenheit und die grosse Liebe und ich denke mit grosser Dankbarkeit an unsere gemeinsame Zeit zurück. Mein Mami war eben nicht nur mein Mami, sondern auch während ganz vielen Jahren, meine beste Freundin und Vertraute.

Liebes Mami, ich danke dir von ganzem Herzen für ALLES was du für uns gemacht hast, für deine Liebe, dafür dass du immer und überall für uns da warst und uns jederzeit unterstützt hast und mit Rat und Tat zur Seite gestanden bist.

Für uns warst du das allerbeste Mami auf der Welt und in unseren Herzen wirst du immer bei uns bleiben.

Falls DU auch dein Mami vermisst, wünsche ich dir ebenso viel schöne Erinnerungen und liebevolle Gedanken in Dankbarkeit und für diejenigen die den Muttertag mit ihren Müttern verbringen dürfen und können – geniesst es und seid dankbar, dass ihr euch noch habt.

eure nachdenkliche Piccolina

Mäuse melken … oder so!

Neulich, mit einer Freundin im Restaurant: Auf mein Drängen hin setzten wir uns an einen dieser Hochtische. Meine Entscheidung. Die Bemerkung dazu kam auch gleich nachgeliefert. Ach, ich weiss warum du hier oben sitzen willst, du möchtest wohl auch mal etwas von oben betrachten. Genau, das war der Grund. Wie ich sehr schnell bemerken musste, war dieser Hochsitz absolut unbequem. Wohin mit den zu kurzen Beinen? Unter dem Tisch gab es keine Querverstrebung und die Stühle waren auch nicht sonderlich bequem. Okay, das war also mein Fehlentscheid. Wir plauderten über dies und das, über ihre kürzliche Reise, über Haltedauer und Farbe des Nagellacks u.v.m.

Ich machte ihr ein Kompliment für ihre wunderschönen weissen Haare. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nämlich immer gedacht, die seien gefärbt. Wir begannen von unserem Hochsitz aus nach rechts und links zu schauen und Menschen und deren Frisuren zu begutachten. Links von mir ein wirklich gutaussehender Mann mit unglaublich schönen Locken, in allen schwarz-grau-weiss Nuancen. Mehrere Männer ohne Haare auf dem Kopf, aber mit umso grosszügigerem Haarwuchs im Gesicht.  Frauen in unserem Alter mit vorwiegend kurzen Haaren und all die jungen Frauen mit ihren schönen, wallenden Mähnen. Links von mir ein Mann mit gelb kariertem Sakko und einem wirklich schlechtsitzenden Vollflächen-Haarersatz. Eine gestrickte Mütze hätte ihm besser gestanden – und wäre auch warm gewesen. Mein Blick schweifte nach unten, wo ich mindestens eine ebenfalls karierte Knickerbocker-Hose erwartete. Er schien wie aus einem Film entstiegen.

Weiss der Geier, wie wir plötzlich beim Thema Murmelisalbe angelangt sind. Sicher haben unsere frei hängenden, halbtauben und schmerzenden Beine auf den Hochstühlen das ihre dazu beigetragen. Oder unsere Arthrose lässt grüssen. Ich bin kein Freund von Murmelisalbe, bin ich doch mit diesem Wundermittel in meiner Familie aufgewachsen.  Es gibt die wärmende und kühlende Version und mein Vater benutzte sie beide. Dann noch diese übelriechende grüne Masse, die aus dem Giftschrank des Veterinärs stammt – sogenannte echte Pferdesalbe.

Wir kreisten gedanklich immer noch um die Murmelisalbe und ich ergänzte, dass wir das Murmelischmutz nennen. Genau in dem Moment wurde mir klar, dass sich meine Begleiterin bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst war, was Murmelischmutz überhaupt ist. Ihre Augen wurden riesig und sie fragte ganz entsetzt … WIE JETZT, bedeutet das, dass die Murmeli für die Herstellung der Salbe getötet werden?“ Ich glaubte, ich hör nicht recht. Trotz der Tragik fiel ich in einen kaum endenden Lachanfall. Ihr Gesichtsausdruck war so unvergesslich und alle Leute rund herum mit den schönen und weniger schönen (oder fehlenden) Frisuren haben sich zu uns umgedreht, weil wir beide fast vom Hochstuhl runtergefallen sind. Na ja, ich verstand ja ihre Frage schon auch ein wenig, in der Pferdesalbe sind ja schliesslich auch keine Pferde drin.

Auf meine Frage, wie sie sich das denn so vorgestellt habe mit der Murmelisalbe, wusste sie nicht wirklich eine Antwort.  Vielleicht durch Murmeli melken?  Man sagt doch auch – es ist zum Mäuse melken. Also müsste das doch eigentlich möglich sein?

Wir haben so viel und laut gelacht und dabei fast das Essen vergessen. Ich sollte mal mit den Herstellern der Murmelisalbe Kontakt aufnehmen und ihnen sagen, dass man mit oder besser wegen der Murmelisalbe erwiesenermassen auch abnehmen könne.

Ich freue mich schon auf unsere nächste Lachrunde. Das nächste Mal verzichte ich aber freiwillig auf die Aussicht vom Hochsitz.

einen schönen Sonntag
eure Piccolina

 

 

 

 

 

 

Spüren und Fühlen….

Ist jetzt nicht Herbst? Ich habe gemeint oder gehofft im Herbst ist es nicht mehr heiss? Na ja, auf jeden Fall ist es heute sommerlich warm und trotzdem habe ich mir fest vorgenommen zu arbeiten. Es muss jetzt einfach sein, ich kann nicht mehr länger auf die Abkühlung des Herbstes warten. Leider lässt auch meine Motivation auf sich warten obwohl sie sich das gar nicht leisten kann. Wir, meine Motivation und ich sind nämlich jetzt gefordert etwas zu tun und zwar besser ganz schnell. Mehr dazu ein anderes mal.

Meine angekratzte und infolge Hochsommerlicher Temperatur erhitzte Tagesform erfuhr Rettung dank einer spontanen Nachricht auf meinem Handy. Spontan entwickelte sich unsere Unterhaltung zu einer aufschlussreichen Diskussion über Spiritualität und andere „Gspürschmi“ Erfahrungen. In der Folge hat die modepraline auch innerhalb weniger Minuten gleich einen Blog geschrieben und veröffentlicht. Wir haben sogleich festgestellt, dass wir beide das genau gleich empfinden resp. eher nicht empfinden. Danke Modepraline für deinen Beitrag, besser kann man das nicht schreiben!

Es ist ja nicht so, dass ich NICHTS spüren würde. Ich befinde mich ja tagtäglich in einem Wechselbad der Gefühle wie Trauer, „Längizyt“, Sehnsucht, Angst, Freude, Motivation oder eben auch mal Nullbock-Stimmung und nicht zu vergessen Hunger und Durst.

Ob ich denn mal Bäume anschreien werde, weiss ich im Moment nicht so genau aber ich bin gerade dabei, meine „Gsprüschmi“ Erfahrungen auf einer anderen Ebene zu machen. Seit vier Wochen besuche ich einen Taichi/Chigong Kurs. Es soll gut sein zum runterfahren, zum sich selber spüren, zum Kraft tanken und vielem mehr. Zusammen mit einer Freundin aus meiner Jugendzeit, besuche ich nun also diesen Kurs wohlverstanden in französischer Sprache. Ich geb’s ja zu, ich hab auch schon mal meine Hörgeräte vergessen und dachte, dass sei der Ursprung meines Nichtverstehens, meines Nichtspürens. Aber auch mit Hörgeräten geht es nicht wirklich besser. Ganz sicher ist es auch die französische Sprache deren ich nicht vollständig mächtig bin. Aber es ist nicht nur das….. es ist einfach nicht da….dieses Gefühl, dieses Spüren was unsere Lehrerin uns auf so herzliche Art vermitteln will. Sie lebt dieses Gefühl sicher auch im Alltag und auch einige der anderen Teilnehmer scheinen sofort irgendwie abzutauchen. Ich aber, habe schon grosse Mühe mit der Langsamkeit und spüren…… nein ich spüre wirklich nichts dabei.

Meine Gedanken machen derweilen „Fangis“ oder „Seilgumpen“, ich denke an gestern, an morgen, an die Vergangenheit und auch an die Zukunft und alles was ich empfinde steht irgendwie in direktem Zusammenhang mit eben diesen Gedanken. Abschalten lassen sie sich nicht wirklich erfolgreich oder immer nur für ein paar Sekunden.. Also weiter im Zeitlupen-Karrusell Taichi-Chigong. Wenigstens sind wir eine gute und lustige Gruppe von 10 Frauen und 2 Männern und das Ganze soll ja auch einen gewissen Spassfaktor haben. Ich betrachte es nun einfach als Gymnastik in Zeitlupe. Nicht mehr und nicht weniger. Nach jedem Kurs freue ich mich aber schon sehr auf meine Zumba Gold Stunde welche jeweils am Montags stattfindet. Mit lauter und fetziger Musik und sehr viel Bewegung und ohne Zeit zum denken. Für mich ist das Spüren, Entspannung und Kraft tanken in einem und wenn gar nichts mehr hilft werde ich zusammen mit meiner lieben Freundin doch mal die kleinen Bäumchen anschreien gehen.

bis dahin….. euer NICHT (G)spürloses Landei Piccolina