Alles für die Katz …

Natürlich weiss ich, dass es Tierkommunikation gibt. Ich habe mich aber bisher mit diesem Thema nie näher beschäftigt. Meinem Alter entsprechend habe ich gelernt, nicht mehr immer alles zu glauben oder alles hinterfragen zu müssen.  Was ich nie für möglich gehalten habe, scheint aber mit fortschreitendem Alter doch noch einzutreffen.  Gelassenheit ist ein gutes Gefühl und es erleichtert das alltägliche Leben.

Gepackt von melancholischen Gefühlen und Erinnerungen und vom schmerzlichen Gefühl des Vermissens, falle ich trotz meiner gewonnen Gelassenheit immer wieder mal in eine traurige Stimmung.  Okay, vielleicht ist es ja auch einfach der November-Blues oder die vorweihnachtliche Mini-Depression.

Egal was es ist, es sind Momente wo das Alleinsein schmerzhaft ist und es sind genau jene Augenblicke, in welchen ich mir wünsche, mit meinen Katzen Grisou und Skippy reden zu können. Grisou schaut mich jeweils etwas erstaunt an und verzieht sich an einen seiner vielen Lieblingsplätzen. Skippy, der Schmeichler, legt sein Köpfchen schief, stellt seine Ohren auf Empfang und kommt zu mir. Am liebsten legt er sich dann fast auf mich und er leckt und schnurrt und reibt sein Köpfchen ohne Ende in meiner Hand.  

Genau in diesen Momenten, möchte ich ihm so gerne erklären können, warum mir die Tränen übers Gesicht laufen.  Warum ich traurig bin und dass es nicht wegen ihm ist.  Klar, ich sage ihm das jedes Mal. Aber ob er es wirklich versteht?  Ich entschuldige mich bei Skippy, dass er und sein Freund Grisou an unserem neuen Wohnort leider keinen Freigang mehr haben.  Dass keine Mäuse mehr auf seinem Menüplan stehen und warum ein hohes Netz unsere schöne Terrasse von der Aussenwelt abgrenzt.  Ich erkläre ihm auch warum wir nur noch zu dritt sind und dass mein Mann uns nicht verlassen hat weil es ihm mit uns nicht mehr gefallen hat. Er hätte sich bestimmt von uns verabschiedet, wenn er gewusst hätte, dass er nie mehr nach Hause zurückkehren würde. 

Ich weiss, dass ich die Katzensprache nie beherrschen werde aber es ist schön zu wissen und zu spüren, dass wir uns auch ohne Worte verstehen und uns nahe sind. Dieses Gefühl gibt wieder Kraft und Mut für den neuen Tag.

Wie heisst es doch? Reden ist Silber, Schweigen ist Gold? Oder – alles Reden für die Katz! Wie gerne würde ich ihre Antworten verstehen können.  Oder vielleicht auch nur mal wissen, was die beiden so denken? Oder kann eine Katze gar nicht denken? Nicht denken, weil sie fast den ganzen Tag irgendwo entspannt schläft. Heisst das vielleicht, dass ich es mal mit einem Winterschlaf versuchen sollte? Von sofort bis zum 4. Januar zum Beispiel?

Schön, dass es euch gibt Grisou und Skippy!

Miau, eure Piccolina