Wenn Träume wahr werden …

Seit Tagen will ich eine neue Geschichte schreiben und immer wieder drifte ich ab!  Gut, es gibt auch nicht gerade viel Aufregendes zu schreiben. Der Trump ist wieder zurück in die USA, wir haben hier unsere eigenen Probleme oder Problemchen zu lösen und auch der Petrus hat sich wieder daran erinnert, dass doch eigentlich noch Winter ist. Wenigstens die Temperaturen hat er wieder ein bisschen nach unten korrigiert. Die Frau Holle von nebenan ist fleissig wie immer aber auch nicht wirklich erfolgreich.

Der Briefträger war auch schon da und hat mir meine hoffentlich gut reparierten und bestens geschliffenen Scherenschnitt-Scheren gebracht. Es gäbe also eigentlich keinen Grund mich jetzt nicht hinzusetzen und zu arbeiten. Vor mir liegt ein angefangener Scherenschnitt in Arbeit von ca. 50 x 50 cm und es wird Tage, wenn nicht Wochen dauern, bis er fertig ist. Vielleicht würde es nicht ganz so lange dauern … wenn da nicht in meinem Wohnzimmer dieses weisse E-Piano mit den schönen schwarz-weissen Tasten stehen würde. Es lässt mich einfach nicht mehr viel arbeiten!

Ich weiss, dass ich seit 34 Jahren süchtig bin für’s „schnäfle“ für meine grosse Leidenschaft, den Scherenschnitt. Wie es scheint, bin ich jetzt auch noch süchtig nach den Klängen, die diese Tasten erzeugen. Ich finde, süchtig klingt nach schwerer Krankheit. Da gefällt mir doch der französische Ausdruck deutlich besser.

Je suis ACCRO au piano!

Ich übe fleissig, mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg und manchmal geht schlichtweg gar nichts. Dann habe ich ja immer noch die Möglichkeit die Schere in die Hand zu nehmen und zu schneiden.

Klavier spielen zu können war mein Traum seit frühster Kindheit. Leider war das Musikgehör meiner Eltern nicht gross genug, um mir diesen Wunsch erfüllen zu können. Als ü60 habe ich mich aber letztes Jahr ganz spontan entschieden, mir diesen Traum noch zu erfüllen. Glücklicherweise bin ich sofort und auf direktem Weg auf meinen seither treuen Lehrer Sven Haefliger gestossen.  Seine Zapiano®-Methode hat mich von der ersten Minute weg fasziniert und überzeugt und in der Zwischenzeit bin im letzten Drittel des Piano Starter-Kurses angekommen.

Meine Hassliebe Tom Dooley ist nicht nur mein Problem.  Viele meiner Mitschüler beim Piano-Starter-Kurs erleben genau die gleiche Hürde. In unserer geschlossenen Facebook-Gruppe ermuntern wir uns immer wieder gegenseitig und da ist der gute alte Tom Dooley ein Dauerthema.

Ich staune immer wieder wie viel Mitschüler auch in meinem Alter sich ihren Traum vom Klavier spielen noch erfüllen wollen und genau das macht unsere Gruppe so toll.

Als Mitglied des Piano-Clubs habe ich jetzt auch die Möglichkeit auf alle Kurse zuzugreifen und ich werde das auch tun. Vorerst aber gebe ich mein Bestes, um schon mal den Starter-Kurs zu beenden.

Unser Lehrer Sven ist, wie es scheint ein wirklich ein echt cooler Typ und in meinem Tablet ist er immer anwesend. Es scheint, dass schon Tausende mit seiner ganzheitlichen Methode das Piano spielen erlernt haben.  Schade habe ich das nicht schon viel früher entdeckt.

Wie heisst es immer so schön im TV – Werbung durch Projektplatzierung?  Da ich ja nicht gut mein E-Piano (übrigens ein weisses KAWAII ES 110) oder den Sven persönlich hier platzieren kann, füge ich euch besser einen Link direkt zu Zapiano® ein.

Wenn ihr auch nur einen winzig kleinen Gedanken habt, vielleicht doch mit Piano spielen zu beginnen … wartet nicht länger, es ist schade um jeden verpassten Tag,

Viel Spass und bleibt immer schön im Takt – ich geh dann mal wieder klimpern und nachher meine Scheren testen😊

eure träumende Piccolina

Hassliebe Tom Dooley…

Den heutigen Beitrag widme ich hauptsächlich meinen „Gspänli“ aus dem Piano-Starter Kurs und aus dem Piano Club von und mit Sven Haefliger. Gspänli ist übrigens ein lieblicher, typisch schweizerischer Ausdruck für Freunde im Kindergarten, Schulfreunde, Arbeitskollegen und Mitschüler. Gspänli passt sogar für zukünftige Mitbewohner im Altersheim. Piano spielen war schon immer mein Kindheitstraum. Mit 60+ habe ich mich angemeldet, im kleinsten Musikunterrichts-Zimmer der Welt. Der Unterricht kann an zu jeder Tages- oder Nachtzeit besucht werden. Sven, unser motivierter und geduldiger Lehrer, er ist einfach immer da. Ich frage mich, wie er das bloss schafft? 😊

Zurzeit scheint meine innere Uhr Probleme zu haben. Die Tage werden immer kürzer, die Nächte immer länger und trotzdem ist nichts mit länger schlafen. Manchmal liege ich stundenlang wach. Jeder von uns kennt diese Situation, wenn die Gedanken einfach nicht zur Ruhe kommen. Bisher habe ich mir in solchen Situationen, meistens eine heisse Milch mit Honig zubereitet. Neuerdings schreibe ich aber auch mal einen frühen Blog-Beitrag oder ich schleiche mich ganz still und leise in das Musikzimmer. Tablet einschalten und mal sehen, was Sven mir heute beibringen möchte. Natürlich mit Kopfhörern um meine Nachbarn nicht zu stören oder aufzuwecken. Es war mir von Anfang an klar, dass es schwierig ist und ich sehr viel Geduld und Ausdauer brauchen würde. Es macht mir Spass zu üben und mich ab und zu mit den anderen Musikschülern austauschen zu können. Für diesen Austausch gibt es unsere spezielle Facebook-Gruppe. Nie habe ich mir vorgestellt, dass so viele Menschen in meinem Alter genau den gleichen Traum haben wie ich – Piano spielen.

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Die ersten Lektionen gingen relativ flott voran. Richtige Körperhaltung, Fingerstellung, Harmonie, Melodie, Rhythmik, alles ist gleichermassen wichtig. Es hörte sich für den Anfang schon sehr gut an. Aber dann…… kam Modul 3 mit Tom Dooley! Es tröstet mich zu hören, dass auch andere Schüler, sich mit dem guten alten Tom nicht auf Anhieb anfreunden können. Der Tom allein ist ja eigentlich kein Problem aber dazu mit der linken Hand einen Wechselbass spielen, das ist echt schwierig! Die Anforderung an die Unabhängigkeit der Hände hat mich sehr lange und intensiv beschäftigt und sie tut es immer noch. Darum spiele ich auch jetzt, immer wenn ich übe, den Tom Dooley. Mal hängt er hier, mal hängt er da und mal hängt er gar nicht. Zwischenzeitlich habe ich mir auch mal eine mehrtägige Tom Dooley Pause gegönnt.  Unter dem Motto – Tom Dooley wurde aufgehängt, also R.I.P. Tom Dooley.

Dieses Lied entwickelt sich, wie es scheint zu einer Hassliebe der meisten Teilnehmer im Kurs und Sven hat sich schon überlegt ihn rauszunehmen. Sogleich kam Einspruch aus allen Landesteilen von nah und fern. WIR alle, haben uns mit dem guten alten Tom abquälen müssen, also sollen es die Neuen gefälligst auch tun. 😊 Endlich konnte ich den Tom Dooley das erste Mal fehlerfrei spielen und das Erfolgserlebnis war ein echter Motivationsschub. Vorläufig also nichts mit …alles vorbei Tom Dooley. Weiter geht’s zur nächsten Herausforderung im Piano-Unterricht. Und deren gibt es viele wie z.B. Akkord-Umkehrungen, Mollakkorde,  Arpeggios, Offbeat und Synkope und alles was noch kommen wird.

Meinen „Piano-Starter“-Gspänli wünsche ich weiterhin viel Spass, Geduld und Erfolg. Unserem Lehrer Sven – DANKE für deinen unermüdlichen Einsatz. Falls ihr auch vom Piano spielen träumt, es macht wirklich Spass und das Resultat lässt sich schon nach sehr kurzer Zeit hören.🎹🎶🎹🎵🎹🎶

Eure Piano-Piccolina.

Infos  zum Kurs unter www.klavier-lernen.ch

 

 

Mein Kindertraum…..

Solange ich zurückdenken kann, wollte ich immer Klavier spielen lernen. Zuerst hiess es kein Geld für ein Klavier und Unterricht. Okay, das habe ich verstanden und bekam als Trost die obligate Blockflöte mit entsprechendem Unterricht. Später fehlte der Platz und noch ein paar Jahre später fehlte es immer wieder an der Zeit.

Für ein paar Weihnachtslieder reichte mein Können auf der Blockflöte bald und das Interesse liess entsprechend schnell wieder nach. Zusammen mit meinem Bruder und mit meiner Schulfreundin folgten ein paar Jahre Gitarre. Natürlich ohne Noten nur mit Begleitakkorden und mit immer kurz geschnittenen Fingernägeln. Vor allem Berner Chansons haben wir gespielt und gesungen. Singen war schon in der Schule nicht mein Lieblingsfach und bald hing die Gitarre nur noch als Dekorationsobjekt neben einem schönen Cowboyhut. Den Traum vom Klavier hatte ich aber nie wirklich aufgegeben.

Nach meine letzten Umzug vor gut einem Jahr waren nun alle Bedingungen erfüllt und irgendwann Ende Juni dachte ich – JETZT oder NIE! Zwei drei Klicks und schon fand ich ein paar Angebote für Online-Piano-Unterricht. Das gibt’s wirklich! Stellt euch das vor! Ich kann, wie fast immer barfuss, zuhause Klavier spielen lernen. Ich konnte nicht glauben, was ich da sah. Irgendwo hatte ich gerade gelesen, dass man in meinem Alter unbedingt eine neue Sprache oder ein Instrument lernen sollte. Das soll die Hirnzellen aktiv halten und dazu auch noch Spass machen und mein langgehegter Traum würde auch in Erfüllung gehen. Mehr auf einmal geht doch gar nicht. Spontan wie ich bin, um nicht zu sagen überstürzt, habe ich mit ein paar weiteren Klicks gleich ein zugegeben günstiges Keyboard bestellt.

Selten habe ich mich auf etwas so gefreut wie auf die Lieferung des Keyboards. Dann, am 1. Juli habe ich für vorerst 6 Monate den Piano-Starter-Kurs bei klavier-lernen.ch gebucht und schon konnte ich loslegen. Das Keyboard habe ich in meinem Büro direkt neben dem Arbeitstisch positioniert und das bedeutete einen Dreh auf dem Stuhl und schon konnte ich in die Tasten greifen. Das die Pianotasten auch schwarz-weiss sind steht ja irgendwie für mein Leben und für meine ganz grosse Leidenschaft, den Scherenschnitt. Da ich, wie es so schön heisst „freischaffende Künstlerin“ bin und meine Arbeitszeit selber einteilen kann, ist das Instrument im Büro also kein Problem. Ein morgendlicher Blick in den Spiegel und meine Chefin war einverstanden:-)

Die Probleme kamen dann aber doch und zwar leider von unerwarteter Seite und sehr schnell. Um meine lieben Nachbarn mit meinen nächtlichen Übungsstunden nicht zu nerven, spielte ich zu später Stunde die ersten zaghaften Versuche nach Anleitung meines Musiklehrers Sven mit Kopfhörer. Mit einer unglaublichen Geduld immer und immer wieder erklärt er mir und natürlich auch jedem anderen Piano-Starter Schüler die gleichen Übungen. Ja, es ist wirklich so. Ich nehme Unterricht im weltkleinsten Musikschulzimmer mit den weltweit längsten Unterrichtszeiten. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr ist Unterricht und unser Lehrer immer gut gelaunt und sehr motivierend. Via meinem Smartphone oder via Tablet bin ich also mitten drin im Musikzimmer oder mein Klavierlehrer bei mir. Eine echt coole Sache ist das, DANKE Sven!

Leider hat mir aber nach kürzester Zeit der Adapter des Kopfhörers einen sehr grossen Strich durch die Rechnung gemacht und ich musste meine Karriere als Pianistin vorübergehend pausieren und mein „günstiges“ Keyboard entsorgen. Eine Reparatur war nicht mehr möglich oder hätte höchstwahrscheinlich die Anschaffungskosten um ein Vielfaches überstiegen. Wer mich auch nur ein kleines bisschen kennt weiss, dass ich mich nicht so schnell von einer Idee und schon gar nicht von meinem neu erweckten Kindertraum abbringen lassen würde und daher wird diese Geschichte hoffentlich noch sehr lange weitergehen und ich werde immer wieder mal berichten.

Nun heisst es aber c – d – e – f – g – h – b – c Noten lernen und all die dazu gehörenden Begriffe, wie Oktaven, Akkorde, Harmonik, Rhythmik, Melodik….. alles ist NEU und es klingt alles sehr spannend und ich freue mich, dass es endlich losgeht. Ich verspreche, euch von jeglichen Tondokumenten in meinem Blog zu verschonen.

eure Piccolina