Entscheidungshilfe …

Immer wieder müssen wir Entscheidungen treffen. Mal sind sie schwerwiegend, mal sind sie unbedeutend, nichtssagend und manchmal sogar überflüssig.

Eigentlich wusste ich in meinem Leben bisher recht gut was ich wollte. Oder zumindest was ich NICHT wollte. In letzter Zeit aber, habe ich immer mehr Mühe mich entscheiden zu können und mache mir wohl auch zu viele Gedanken, was diese Entscheide für Konsequenzen haben werden.

Unser Umzug war die grösste Entscheidung in meinem bisherigen Leben. Das Haus welches meine Eltern gebaut haben, zu verkaufen und wegzuziehen aus der gewohnten Umgebung. Erstaunlicherweise ist mir aber diese Entscheidung trotz der Tragweite und trotz der erschwerten Umstände leicht gefallen und ich habe diese auch noch nicht eine Sekunde bereut.

Unser neues Zuhause und die Einrichtung durfte ich zusammen mit meinem Mann auswählen und wir konnten gemeinsam entscheiden. Dass er den Einzug in unsere Traumwohnung nicht erleben durfte ist sehr traurig aber ich weiss, er wäre hier auch sehr glücklich und auch er würde sich hier wohlfühlen.

Nach seinem Tod musste ich lernen, ganz alleine zu entscheiden und irgendwie fällt mir das jetzt doch schwerer als ich angenommen hatte.  Seit Wochen beschäftigt ich mich der Gedanke mein Auto einzutauschen.  Mein Auto ist zwar noch tiptop und es hat mich auch noch nie nur eine Sekunde im Stich gelassen. Trotzdem würde ich jetzt gerne meinen Berggängigen Suzuki eintauschen in einen Stadtflitzer mit ebenso viel Platz und auf alle guten Eigenschaften und Bequemlichkeiten möchte ich natürlich nicht mehr verzichten.

Rede ich mit meinen Freunden, kommen gutgemeinte Ratschläge von jeder Seite, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Langsam aber sicher wird die Wahl etwas kleiner und präziser und einige Eckpunkte stehen fest. Schön soll er sein ( Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters), bequem soll er sein, sparsam soll er sein und ein Automat sollte es sein.

Zwar bin ich noch nie einen Meter mit einem Automaten gefahren aber alle versichern mir, dass sei jetzt ein absolutes MUSS!

Welche Farbe sollte es sein?  Falls ich mich für den heutigen Topfavoriten entscheide, so könnte er vielleicht blau sein. Warum nicht?  Wenn man sich auf den Parkplätzen der Grossverteiler oder in den Parkhäusern umschaut, gibt es fast nur silber, grau, anthrazit, schwarz und weiss zu sehen. Also warum nicht mal ein schönes BLAU?  Für meinen Mann wäre der Fall klar gewesen, er liebte die Farbe BLAU in jeder Variante.

Ich wünschte mir, er würde mich wenigstens im Traum besuchen und mir Entscheidungshilfe geben. Den geliebten Partner zu verlieren, ist das Schlimmste was es gibt aber das Leben geht ja bekanntlich weiter. Nicht mehr teilen zu können, nichts mehr gemeinsam besprechen und entscheiden, dass ist so unglaublich schwer zu ertragen.

Für nächste Woche habe ich einen Termin zur Probefahrt und wer weiss, vielleicht bekomme ich bis dahin noch ein Zeichen und wegweisende Entscheidungshilfe.

Ich halte euch auf dem Laufenden wie die Probefahrt gelaufen ist.

eure wankelmütige Piccolina

SCHWARZ wie die Nacht …

Müsste ich auf die Frage nach meiner Lieblingsfarbe antworten, ganz spontan wäre meine Antwort wahrscheinlich SCHWARZ.  Aber halt … SCHWARZ ist bekanntlich gar keine Farbe.

In Wikipedia steht ganz am Anfang zum Suchbegriff „Schwarz“ folgendes

Schwarz ist die Bezeichnung für eine Farb- und Helligkeitsempfindung, die beim Fehlen eines visuellen Reizes entsteht, also wenn die Netzhaut keine Lichtwellen oder nur Lichtwellen geringer Intensität im sichtbaren Spektrum wahrnimmt. (Wikipedia)

Soweit so gut! Ich sass heute in einer unlängst renovierten Brasserie-Bar mit SCHWARZ-WEISS gekacheltem Boden und genoss meine zugegeben sehr speziellen und farbigen Ravioli an Ruccola-Pesto. Meine Papierserviette war schwarz. Die Serviette im Brotkörbli stammte aus gleicher Quelle.

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Mir gefiel es, ich mag SCHWARZ. Am Nachbartisch sassen neun Ladies die vergnügt plaudernd ihre schön hergerichteten Club-Sandwichs genossen. Sieben davon waren überwiegend in SCHWARZ gekleidet. Am Nebentisch eine junge, SCHWARZ angezogene Mutter mit ihrem ungefähr 2 Jahre alten Mädchen – in SCHWARZ. Sogar die Kleine trug schwarze Leggins und einen schwarzen Pulli welcher nur mit einer lustigen farbigen Figur verziert war. Die blauen Gummistiefelchen waren der wirkliche Hingucker an der Kleinen.

Bevor mein Blick weiter schweifte, sah ich kurz an mir selber herunter und ich entdeckte ohne Erstaunen ein Gemisch aus SCHWARZ-WEISS und blauen Jeans. Wohin ich auch schaute, ich sah plötzlich überall SCHWARZ. Das heisst jetzt aber nicht, dass ich auch Schwarzfahrer oder Schwarzseher bin. Ich liebe SCHWARZ und so ist es auch nicht verwunderlich, dass es in meinem Kleiderschrank die vorherrschende Farbe ist. Ich kann es nicht erklären und es ist mir in diesem Ausmass bis heute auch nicht wirklich bewusst gewesen.

In der Vergangenheit hat mir eine Freundin mal gesagt, ich solle jetzt aufhören SCHWARZ zu tragen. Ich empfand es als Anspielung ich sollte meine Trauer nicht mehr „tragen“ und wehrte mich dagegen. Sie meinte aber nur – SCHWARZ sei keine Farbe für Frauen in meinem Alter. Wie charmant einige Mitmenschen doch auch sein können!

SCHWARZ und WEISS bestimmen irgendwie mein Leben.  Als Scherenschneiderin arbeite ich seit 34 Jahren nur mit schwarzem Papier. Seit ein paar Monaten habe ich eine neue Leidenschaft, ich lerne Piano spielen. Bis jetzt spiele ich zwar fast ausnahmslos mit den weissen Tasten aber ich weiss ganz genau, irgendwann werde ich auch mit den schwarzen Tasten spielen können.

SCHWARZ ist und bleibt meine Lieblingsfarbe auch wenn es laut Google & Co. gar keine Farbe ist. Der für mich wirklich einzige Nachteil von SCHWARZ – die Katzenhaare von meinen beiden Mitbewohnern sind deutlich sichtbar und auch meine eigenen langsam grau werdenden Haare lassen sich zu gut auf SCHWARZ erkennen. Trotzdem werde ich mir aber meine Haare bestimmt nicht mehr färben.

Was ist denn so eure Lieblingsfarbe und warum? Habt ihr euch das schon mal überlegt?

eure farblose Piccolina