Grippe, Erkältung oder doch eine Single-Grippe?

… das ist hier die Frage. Wie sieht es diesbezüglich bei EUCH so aus? Bisher habe ich immer gesagt,  ich sei noch NIE an einer Grippe erkrankt. Diesmal bin ich mir da nicht mehr so ganz sicher. Schon als Kind waren vor allem Hals und Ohren meine Schwachstellen. Während mein Bruder, als kleiner aber nicht überhörbaren „Bernhardiner“ durch die Gegend hustete, war ist stets mit Ohren- und Halsschmerzen bedient.

Aus Erzählungen weiss ich, dass ich meine erste eiterige Mittelohrentzündung mit 6 Wochen hatte. Beim Arztbesuch fragte mein Mami unseren damaligen Hausarzt bezüglich der anstehenden Taufe.  Der gute Dr. Greter hatte sich dermassen erschrocken und die Hände in die Höhe geworfen und gesagt …. NEIN BITTE NICHT!  Wie bitte nicht?  Wollte er verhindern, dass ich getauft wurde, gefiel ihm mein Name nicht oder wäre die Prozedere mit dem Taufwasser allenfalls für meine Ohren schädlich gewesen.  Nein, nichts von alledem. Der gute, alte und mir komischerweise in allerbester Erinnerung bleibende Dr. Greter hatte gemeint, er würde angefragt mein Götti (Taufpate für Nichtschweizer) zu sein und anscheinend war er schon x-facher Götti.

Dieses Missverständnis konnte sofort gelöst und ich ein paar Wochen später getauft werden. Die Probleme mit Ohren und Hals sind mir geblieben und haben mich in regelmässigen Abständen immer wieder schmerzhaft durch meine Jugendzeit begleitet.  Ob meine, nicht unbedeutende Schwerhörigkeit in irgendwelchem Zusammenhang mit diesen, immer wiederkehrenden Erkrankungen in Zusammenhang steht, ist heute nicht mehr wichtig. Es könnte auch eine vererbte Schwerhörigkeit sein, da mein Grossvater mütterlicherseits ebenfalls sehr stark schwerhörig war.  Eines ist sicher, zu laute Musik und Kopfhörer sind bei mir absolut keinen Grund für den Hörverlust.

Fast regelmässig hatte ich also meine Anginen oder meine Mittelohrentzündungen. Meistens sogar im Sommer, wenn alle anderen im Schwimmbad plantschten, sass ich warm eingewickelt zuhause.  Im Alter von ca. 12 Jahren wurden mir die Hals- und Rachenmandeln rausgenommen. Ein paar Jahre später, hatte der HNO-Arzt dann doch noch festgestellt, dass ich die linke Nasenhälfte fast verschlossen hatte und so wurde auch das noch korrigiert.  Nach dieser OP, die leider an der Nasenform nicht veränderte, hatte ich Jahrzehnte mehr oder weniger keine Beschwerden.

Da ich wirklich fast nie Fieber hatte, betrachtete ich solchen Erkrankungen immer nur als Erkältung und nie als Grippe. Heute wird doch jeder kleine Schnupfen als Grippe betitelt und auch entsprechend therapiert und ich habe ja auch keinen Schnupfen.

Geplant waren diese Woche zwei Skitage mit Freunden.  Bei schönsten Bedingungen und ich hatte mich wirklich schon darauf gefreut. Leider nein … da sitze ich nun hier zuhause mit dickem Schal um den Hals gebunden, im Wechsel in Zwiebeln oder in Quark gewickelt und warte auf Besserung.  Den unerwarteten, sehr überraschenden Kälteanfall mit anschliessendem Temperaturanstieg auf 38,7 Grad habe ich gut überstanden.  Wenn da nur nicht diese schrecklichen Hals- und Kopfschmerzen  wären, die unverdrossen weiter andauern.  Bald habe ich alles durch, was mir an gutgemeinten Ratschlägen mitgegeben wurde. Salzwasser gurgeln, Salbeitee gurgeln (ich trinke ihn lieber), Unmengen an Tee trinken, Ingwertee, Ingwer-Shots,  Wickel jeglicher Art, Bettruhe und Schonung … und inzwischen habe ich auch auf entzündungshemmende Medikamente erweitert.

Eines aber ist für mich doch sehr beruhigend. Egal wie sehr mein Hals schmerzt … essen geht immer und der Appetit hat auch nicht sonderlich gelitten und das ist doch ein gutes Indiz, dass ich eigentlich kerngesund bin, oder meint ihr nicht auch?

Was mir auffällt, ist die Tatsache, dass ich seit ich hier im wunderschönen Greyerzerland lebe, doch öfters irgendein „Boböli“ habe.  Für mich ist die Erklärung dazu naheliegend. In Lauenen lebte ich doch relativ isoliert und hatte weniger Kontakte zu Mitmenschen, Pollen, Viren und anderen Käferchen aber ich war auch deutlich weniger unterwegs anzutreffen. Erschwerend ist sicher auch die Tatsache, dass ich jetzt alleine lebe, viel mehr auf mich und auf meinen Körper hören kann oder hören muss und mich nicht mehr um meine Liebsten zu sorgen brauche. Vielleicht nennt man das ja eine typische Single-Grippe, es gibt ja schliesslich auch den Männer-Schnupfen. Apropos Männer-Schnupfen … ich habe gerade erfahren, dass ein Nachbar auch krank ist. Angesteckt habe ich ihn bestimmt nicht, weil wir uns nur sehr selten sehen aber irgendwie doch ein beruhigender Gedanke … so quasi alles nur noch halb so schlimm. Ich glaube fest daran, dass es morgen doch besser gehen wird und sonst werde ich mich wieder mal um einen Arzttermin kümmern müssen. Der Winter dauert ja hoffentlich noch eine Weile und ich vertraue darauf, dass ich den einen oder anderen Skitag auch nach dem  Rummel der Sportferien noch geniessen kann.

Passt auf euch auf und bleibt alle schön gesund, schreiben und lesen ist glücklicherweise nicht ansteckend.

Eure „eingewickelte“ Piccolina

Es läuft was ….

… auch wenn es sich heute hauptsächlich um meine Nase handelt 🙂

Was sich mit Halskratzen angekündigt hat und von meinem Fieberthermometer nicht als „krank“ erfasst wurde, hat sich aber dennoch so angefühlt. Hals- und Ohrenschmerzen das kenne ich aus meiner Kinder- und Jugendzeit in allen nur möglichen Varianten. Schnupfen hingegen kenne ich eigentlich nur vom Hören sagen. Verstopfte Nase und schlaflose Nächte weil ich nicht atmen kann, sind mir kaum in Erinnerung.

Das Halskratzen hat sich ganz plötzlich als ein, sogar für mich mit einer
50-%-Schwerhörigkeit, hörbares Geräusch entpuppt. Mehrmals habe ich gemeint, es ist mein Handy welches irgendwo vibriert oder mein Kater Grisou der immer sehr laut schnarcht. Weder noch … es kam aus meinem Innersten und war nicht nur zu hören, sondern auch irgendwie spürbar. Was ist denn das?  Ich frage mal besser bei meinen Freundinnen nach. Sie und ihre Ratschläge sind besser als jeder Doc und Google zusammen.

Angefangen hat das Ganze fast zeitgleich mit dem Verzehr der süssen Ohren meines Schoggi-Osterhasen. Die erste Idee: Kalorien, die den Weg nach draussen suchen! Wohl kaum! Wenn es wenigstens Fettzellen wären, damit könnte ich leben aber die kämen dann ja wohl eher von weiter unten, sprich aus dem Bauchbereich. Dort aber herrscht absolute Ruhe! Ach so, hat es dich nun auch erwischt – Tröpfcheninfektion oder wie war das? Hört sich an wie Bronchitis, da helfen Zwiebel- und Kartoffelwickel … bäähhh. Ich liebe Kartoffelsalat, das war immer mein Geburtstagsessen aber doch nicht als Wickel und womöglich im Bett liegend – NEVER!

Meine bestens ausgestattete Tee-Schublade wurde arg in Mitleidenschaft gezogen und über die, teilweise seit längerer Zeit abgelaufenen Daten auf den Beuteln, habe ich grosszügig hinweggesehen.

Ich bin überzeugt von der Wirkung von Märzenschnee-Wasser und daher konnte ich mich am ehesten noch mit dem Zwiebelsaft anfreunden. Mir war dieses alte und natürliche Volksheilmittel bisher unbekannt. Besser spät als nie! Natürlich hatte ich in meinem 1-Personen Haushalt nur 2 schon etwas welke Schalotten.

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Andere gehen ja auch raus mit ihren Viren, sonst hätte ich die ja nicht bekommen – also los ins nächste Geschäft um den Zwiebelvorrat aufzustocken. Ich gebe es zu, der Zwiebelsaft mit Honig ist viel besser als ich mir je vorstellen konnte und ich bin nach nur 36 Stunden schon felsenfest überzeugt, dass er mir sehr geholfen hat. Das Rasseln in der Brust ist kaum mehr hörbar, es hustet sich schon viel leichter und fast schmerzfrei und jetzt läuft die Nase … Hauptsache es läuft etwas.

Danke für alle eure gut gemeinten Ratschläge und Tipps.  Den Zwiebelsaft werde ich vorläufig weiter produzieren und einnehmen. Vielleicht hilft es ja auch im Kampf gegen Kalorien und Fettzellen. Und zum Nachtessen gibt es heute Kartoffeln – OHNE Zwiebeln!

eure Schnupf-, Hust- und Nies-Piccolina