Verkehrte Welt … Tulpen zu Weihnachten?

Anstelle von glitzernden Skipisten, stahlblauem Himmel und Sonnenschein ist es, wie fast jede Altjahrswoche … trüb, nass und grau. Dafür schneit es jetzt im Tessin bis in tiefe Lagen und zwar richtig zünftig. Verkehrte Welt – irgendwie!

In den letzten Tagen habe ich mein Zuhause genossen und mir jeden Abend ein schönes Feuer im Schwedenofen gegönnt. So richtig warm und heimelig. Leider ist dadurch mein Vorrat, an zugegeben minderwertigem Cheminéholz, sehr schnell aufgebraucht gewesen. Also habe ich mich heute auf den Weg gemacht um besseres Holz zu finden. Da ich keine sehr schwere Lasten tragen wollte, fuhr ich zum Grossverteiler. Ich wurde sofort fündig. Schönes Schweizer Buchenholz. Etwas gross vielleicht aber qualitativ schien es doch viel besser zu sein als das Letzte.

Es gab Kartons zu 15kg, dass sollte ich gerade noch schaffen. Ich sah, dass es einige zerrissene Kartons hat und ich suchte mir ein noch intaktes Exemplar und hisste das ganz vorsichtig auf meinen Schwertransporter. Nach etwa 20cm Höhenunterschied vom ursprünglichen Standort, gab es einen Höllenlärm und mindestens die halbe Ladung des Kartons befand sich kreuz und quer am Boden verteilt. Anständig wie ich bin, schichtete ich das Holz nun direkt in meinen Einkaufswagen. Den halbleeren Karton versuchte ich wieder zusammenzustecken und fuhr zur Kasse.  Dort entschuldige ICH mich sogar noch für das Durcheinander.  Den kaputten Karton nahm ich natürlich mit und werde ihn wie erwartet auf der entsprechenden Entsorgungsstelle deponieren.

WER um Himmels Willen denkt sich solche Verpackungen für 15 kg. schweres Buchenholz aus.  Eine zu gross geratene Kleenex-Verpackung, besser kann man das nicht beschreiben.  Überhaupt, was da jetzt wieder alles angeboten wird.  Da wo bis vor drei Tagen noch alles voller Weihnachtsschmuck und Deko stand, türmen sich jetzt riesige Holzkisten voll mit jeglichem Gerümpel. Grosser Ausverkauf und Aktions-Plakate. Sogar Garten-Möbel gibt es wieder. Wahrscheinlich die Ladenhüter von anno dazumal die jetzt dringend Platz machen müssen für die neue Lieferung.

Irgendwie ist es krankhaft. Ein Blick nach draussen und ich sah, dass es nicht regnete sondern für ein paar Minuten in grossen Flocken schneite.  Kaum hatte ich mich von der fiesen Schachtel erholt, stand ich neben einem Berg mit TULPEN!   Jawohl, drei Tage nach Heiligabend –  Tulpen in allen Farben. Ich war so überrascht, ich habe wirklich nicht mal geschaut woher die Tulpen überhaupt kamen. Aber eigentlich wollte ich das auch wahrscheinlich auch gar nicht wissen. Ich würde NIE auf die Idee kommen, an Weihnachten Tulpen in eine Vase zu stellen.

Genau so wenig wie ich Erdbeeren kaufen würde 😦  Irgendwie leben wir in einer verrückten oder komplett verkehrten Welt.

Ich bin froh wieder zuhause zu sein. Freue mich auf mein heutiges Feuer und auf ein saisongerechtes Essen mit Sauerkraut oder Raclette oder Fondue. Schliesslich ist jetzt erst Winteranfang und nicht schon kurz vor Ostern.

wärmende Grüsse und eine stressfreie Altjahrswoche

eure Piccolina

Weihnachtsduft …

Niemand erwartet von mir eine Weihnachtsgeschichte. Wer mich kennt weiss, dass ich mit Weihnachten nicht sehr viel anfangen kann.

Ich erinnere mich gerne an Weihnachten als Kind. Wir hatten ein richtiges, kleines, meist schiefes Weihnachtsbäumchen mit roten, echten Wachskerzen und all den damit verbundenen Duftnoten. Wir haben Weihnachtslieder gesungen oder auf der Blockflöte und Gitarre gespielt. Als Geschenke bekamen wir Pyjamas, Pullis, Würfelspiele, Silberbesteck, Stoff-Nastücher, schön verzierte Lebkuchen mit einem aufgeklebten Fünfliber und viele Bücher. Die rote Zora, die Förster Christl und wie sie alle hiessen.  Weihnachtsgüetzli haben wir fast nie gemacht. Die feinen Brätzeli gab es aber bei uns an Weihnachten immer.  Dieser herrliche Brätzeliduft  in der ganzen Wohnung … das war für uns Weihnachten. Zum Essen gabs ein Rollschinkli mit feinem „Härdöpfelsalat“ und dazu frische Ananas. Warum erzähle ich euch das?

Gestern fuhr ich mit einer Lieferung ins nahe gelegene Charmey. Nach getaner Arbeit wollte ich in einem Restaurant etwas essen. Es herrschte viel Betrieb und war hektisch. Ich sah dem Gastgeber seine Begeisterung ins Gesicht geschrieben. Den letzten noch freien 4-er Tisch an eine Einzelperson verlieren machte weder ihm noch mir wirklich Freude. Er könnte mir aber doch noch etwas anbieten. Einen winzig kleinen Tisch, mit viel Krimskrams überstellt, könnte er mir leerräumen. So quasi mitten im Geschehen und mitten im Durchgang!  Nein Danke, dann doch lieber gar nicht. Das sind leider die Unannehmlichkeiten wenn man freiwillig oder wie ich leider unfreiwillig im Alleingang unterwegs ist.

Ich war schnell wieder draussen und setzte meinen Spaziergang fort und fand mich plötzlich bei der Talstation von Le Vounetz wieder. Le Vounetz ist der Hausberg von Charmey.  Ganz spontan löste ich mir ein „Aller-Retour“ Ticket für nur 14 Franken.

Spätestens ab der Mittelstation bereute ich schon, ohne meine Skiausrüstung unterwegs zu sein. Warum hatte ich bloss am morgen nicht daran gedacht einen ersten Skitag in der Region zu wagen? Oben angekommen habe ich als erstes die schöne Aussicht auf „meinen“ Hausberg den Moléson und auf den Greyerzersee und die noch verschneite Landschaft genossen.

 

Es wurde mir schlagartig bewusst, dass dies mein erster Allein-Skiberg ist. Viele schöne Erinnerungen an unvergesslich schöne Skitage zusammen mit meinem Vater und mit meinem Mann kamen mir in den Sinn und ich schickte liebe Grüsse zu meinen Lieben in den stahlblauen Himmel.

Im Selbstbedienungs-Restaurant gönnte ich mir zum Mittagessen eine Spezialität des Greyerzerlandes. Soupe de chalet ( Rezept hier )

In Lauenen gibt es die bekannten „Strüwi-Trischte“  die Stroh-Tristen und hier gibt es eine wunderschöne „Holz-Triste“ zu sehen.

 

Ich war mir sicher, ich würde wiederkommen und zwar mit Skis oder mit Schneeschuhen.

Zurück im Dorf habe ich meinen Spaziergang fortgesetzt. Das Strässchen führte aus dem Dorfkern raus und plötzlich stieg mir dieser herrliche, wohlbekannte Duft in die Nase. Eine mir entgegen kommende Frau muss mein Rumschnuppern bemerkt haben und sie zeigte mit ihrer Hand auf ein Haus im typischen Stil erbaut und sagte dazu nur …. Bricelets (Brätzeli).  Ich bin die wenigen verschneiten Stufen raufgestiegen und befand mich mitten drin – im Brätzeli-Himmel von Charmey. Ein alter Keller, sehr bescheiden eingerichtet mit zwei langen Tischen. Auf der einen Seite geschätzte 20 Schüsseln mit Teig und auf der anderen Tischhälfte 7 Brätzeli-Eisen im Volleinsatz! Man stelle sich vor, 7 Eisen gleichzeitig im Betrieb. Es war kalt in dem Raum und der Dampf ist aus allen Eisen gleichzeitig aufgestiegen und trotz unserem Geplauder hat sie alle Brätzeli schön der Reihe nach und alle gleichmässig braun rausgenommen und zackzack gerollt.

 

Ich merke in letzter Zeit, dass ich für vieles länger brauche als bisher. Ob das eine Frage des Alters oder meine neu gewonnen Gelassenheit ist, kann ich nicht genau sagen.  Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich immer noch recht schnell bin und ich würde mir zutrauen mit 2 Eisen gleichzeitig Brätzeli zu backen. Aber SIEBEN auf’s Mal, unmöglich.

Nebst den gerollten süssen Brätzeli macht die gute Frau auch noch unzählige gesalzene Varianten.  Sesam, Mohn, Kümmel,  Käse, Chili … insgesamt 12 Vaianten. Die Gesalzenen sind nicht gerollt und wahrscheinlich rund oder in Viertel geteilt.  Leider konnte ich nicht so lange dort bleiben um auch noch die Produktion der gesalzenen Varianten zu bestaunen. Ich bekam ein süsses Brätzeli als Geschenk, es schmeckte wunderbar. Beiläufig erfuhr ich von der Frau noch, dass sie diese Produktion nicht nur vor Weihnachten sondern das ganze Jahr durchzieht.  Ich habe nicht gefragt wie oft aber ich bin sicher es gibt dort mindestens  einen Brätzeli-Tag pro Woche. Und ich bin mir fast sicher, die Frau braucht nie ein neues Parfum.

Für mich war das eine ganz besondere Begegnung und der Duft nach Brätzeli hat mich an Weihnachten von früher erinnert.  Ich weiss, früher war nicht alles besser – aber Weihnachten ganz bestimmt.

Ich wünsche euch und euren Liebsten fröhliche Weihnachten mit vielen feinen Düften.

eure Piccolina

 

Weihnachten im September

ja, ihr habt recht gelesen, Weihnachten im September:-)

Soeben ist bei mir der Weihnachtsmann in Form eines CH-Briefträgers vor der Türe gestanden und hat das erste Päckli geliefert.

Es ist mir eine grosse Freude und natürlich auch eine Ehre die UNICEF-Weihnachtskarten mit meinen Scherenschnittmotiven zu präsentieren.

Das Wintermotiv wird in Schachteln à je 2×5 Stück in allen Landesteilen in Papeterien, Warenhäusern und Grossverteilern verkauft werden.

Liste der Verkaufsstellen hier.

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Die nachfolgende Einzelkarte ist direkt hier bei UNICEF erhältlich.

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